22. Januar 2008, 19:44 Uhr

Grüne Ampel: Gesunder Stress aktiviert Körper und Psyche

Fernwald (bsm). »Stressbewältigung« war das Thema eines Vortrags des Psychologen Martin Rudersdorf, zu dem die »Unternehmerfrauen im Handwerk Arbeitskreis Oberhessen« für Donnerstagabend in die Fernwälder Ratsschänke eingeladen hatten. Viele seien am Arbeitsplatz psychisch belastet, so Rudersdorf.
22. Januar 2008, 19:44 Uhr
M. Rudersdorf

Fernwald (bsm). »Stressbewältigung« war das Thema eines Vortrags des Psychologen Martin Rudersdorf, zu dem die »Unternehmerfrauen im Handwerk Arbeitskreis Oberhessen« für Donnerstagabend in die Fernwälder Ratsschänke eingeladen hatten. Viele seien am Arbeitsplatz psychisch belastet, so Rudersdorf. Unter anderem nennen Betroffene Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen sowie Nervosität, Schlafstörungen und Reizbarkeit als Ausdruck von Stress. Rudersdorf stellte dazu die »Stress-Ampel« vor.

Sogenannte »Stressoren« seien Leistungsanforderungen, zu viel Arbeit, soziale Konflikte, Zeitdruck und andere Störungen - die Ampel steht auf Rot. Wenn diese im gelben Bereich leuchtet, kommen Menschen in Ungeduld, leiden unter selbst gesetzten Perfektionismus, haben Kontrollambitionen, sind Einzelkämpfer oder überfordern sich selbst.

Gesund sei möglicher Stress, wenn er zur körperlicher und psychischer Aktivierung führe (grüne Ampel). Allerdings führe auch dieser langfristig zu Erschöpfung und Krankheit. Warnsignale für Stress seien Herzklopfen und Herzstiche, Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden, Einschlafstörungen, chronische Müdigkeit, sexuelle Funktionsstörungen oder etwa starkes Schwitzen. Neben diesen körperlichen Warnsignalen nannte Rudersdorf auch emotionale Signale. Diese seien Gereiztheit, Angstgefühle, Lustlosigkeit oder innere Leere.

Kognitiv nannte der Psychologe unter anderem Belastungen, die sich durch ständig kreisende Gedanken, Konzentrationsstörungen, Tag- und Albträume sowie ein Leistungsverlust äußern. Herzinfarkt, Rheuma, Magen-Darm-Geschwüre oder Diabetes können mögliche Krankheiten sein, die durch Stress ausgelöst wurden. Der Psychologe sprach weiterhin von fünf Stressverstärkern. »Sei perfekt« sei der Verstärker, der einen überhöhten Wunsch nach Erfolg ausdrückt. »Sei beliebt« drücke den Wunsch nach Zugehörigkeit aus. »Sei stark« drücke Unabhängigkeit und Selbstbestimmung aus. »Sei auf der Hut« verstärke den Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle. »Ich kann nicht« erkläre den überhöhten Wunsch nach eigenem Wohlbefinden und einem bequemen Leben.

Stressverschärfende Einstellungen und Bewertungen sollten verändert, körperliche und seelische Stressreaktionen könnten gelindert werden. Instrumentelle Stresskompetenz bedeute, sich selbst fortzubilden, soziale Netze zu erhalten und auszubauen, eigene Grenzen zu achten oder etwa positive Zukunftsvisionen zu entwickeln. Als mentale Stresskompetenzen zählte der Psychologe eine annehmende Grundhaltung, eine innere Distanz zu möglichen Herausforderungen, Vertrauen in eigene Kompetenzen und das Bewusstsein persönlicher Stressverstärker. Regelmäßige Pausen, einen Ausgleich durch Freizeit und notwendige Entspannungen seien regenerative Stresskompetenzen.

Die nächsten Vorträge zum Thema Stressbewältigung werden gehalten am 21. Juli um 19.30 Uhr in der Fernwälder Ratsschänke mit dem Thema »Hilfe bei der Stressbewältigung« und am 20. November um 19 Uhr am gleichen Ort mit einem weiteren Thema aus diesem Bereich. Am 19. Februar um 9 Uhr findet ein Tagesseminar zum Thema »Erfolgreiches Nachfassen von Angeboten« im TIG Gießen statt, und am 17. März kommen die Unternehmerfrauen zur Jahreshauptversammlung in der Fernwälder Ratsschänke um 19.30 Uhr zusammen. (Foto: bsm)

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