20. April 2010, 17:56 Uhr

Fernwalder Ausstellung zeigt Energiemix der Zukunft

Fernwald (rüg). Seit knapp über zwei Jahren ist der Energiebeirat der Gemeinde tätig und kann auch schon auf erste Erfolge verweisen. Darunter eine Ausstellung in Zusammmenarbeit mit der Bioenergie-Region Mittelhessen, die am Dienstagvormittag im Foyer der Gemeindeverwaltung in Steinbach eröffnet wurde.
20. April 2010, 17:56 Uhr
Bürgermeister Stefan Bechthold, Energiebeiratsvorsitzender Bernhard Becker, Anette Kurth (Bioenergie-Region), Beate Gronefeld (Gemeinde Fernwald, Umwelt und Naturschutz) und Peter Momper (Bioenergie-Region) eröffneten die Ausstellung »Erneuerbare Energien«. (Foto: rüg)

Fernwald (rüg). Seit knapp über zwei Jahren ist der Energiebeirat der Gemeinde tätig und kann auch schon auf erste Erfolge verweisen. Darunter eine Ausstellung in Zusammmenarbeit mit der Bioenergie-Region Mittelhessen, die am Dienstagvormittag im Foyer der Gemeindeverwaltung in Steinbach eröffnet wurde.

Mit dabei: Bürgermeister Stefan Bechthold, der Energiebeiratsvorsitzende Bernhard Becker, Anette Kurth und Peter Momper (Bioenergie-Region), Beate Gronefeld (Umwelt- und Naturschutz Gemeinde Fernwald) und Hans-Jürgen Fedak (EBF-Geschäftsführer).

Bürgermeister Bechthold freute sich, dass die Ausstellung, die auch in anderen Kommunen in der Region Mittelhessen gezeigt werden soll, zum Auftakt in Fernwald Station macht. Hier sei man ohnehin »etwas weiter als manche andere Gemeinden im Landkreis«, meinte Bechthold und verwies auf das Holzhackschnitzelheizwerk. Darüber hinaus habe die Gemeinde seit einiger Zeit einen Energiebeirat, der nicht nur ein sehr aktives Gremiums sei, »er ist auch hochkompetent besetzt«.

Dessen Aufgaben und Ziele erläutert Vorsitzender Bernhard Becker. Bei der Gründung vor zweieinhalb Jahren habe man ein großes Aufgabenfeld vorgefunden, sodass man sich schnell formieren musste. Der Beirat helfe mit seiner Arbeit sowohl den politischen Gremien als auch der Verwaltung bei ihrer Arbeit.

»Umweltschutz ist eine kommunale Aufgabe. Die Gemeinde muss eine Vorbildfunktion erfüllen«, unterstrich Becker. Deshalb sei es Ziel des Beirats, für Fernwald ein Energiemanagement zu erarbeiten, dass sich an den Zielen der Umweltpolitik orientiert. Dazu gehörte zunächst ein Check der gemeindeeigenen Liegenschaften wie Kindergärten und Fernwaldhalle auf eine energetische Sanierung.

Natürlich sei auch die Information der Bürger ein wichtiges Betätigungsfeld, auch wenn dies bisher noch etwas zu kurz gekommen sei. Mit der Ausstellung gehe man nun einen ersten Schritt in die Öffentlichkeit, um die Bürger für das Thema Umweltschutz und erneuerbare Energien zu sensibilisieren. Becker freute sich, dass man dazu die Bioenergie-Region Mittelhessen mit ins Boot holen konnte, denn »wir sind eine kleine Kommune und brauchen Partner«. Klar sei aber auch. »Es gibt noch eine Fülle von Aufgaben. Wir müssen noch dichter an die Bürger ran. Da ist die Ausstellung ein Einstieg.«

Anette Kurth begrüßte das Zustandekommen der Zusammenarbeit mit dem Fernwalder Energiebeirat. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass just als der Beirat mit seiner Anfrage an die Bioenergie-Region Mittelhessen herangetreten sei, die Ausstellung grob geplant war, »und wir sozusagen in den Startlöchern standen«.

Die Ausstellung erklärt einerseits, was Bioenergie und erneuerbare Energien sind und zeigt andererseits die vier Themenkomplexe: »Energiemix der Zukunft« (Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen), »Energie aus Wind und Sonne«, »Energie aus Biomasse« und »Energie effizient nutzen«.

Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei weitere Veranstaltungen: Am 10. Mai folgt einem Vortrag über »Erneuerbare Energien« ein Besuch des Holzhackschnitzelheizwerkes in Steinbach. Wie EBF-Geschäftsführer Hans-Jürgen Fedak ergänzte, arbeite das Heizwerk mit 51 Prozent Grünschnitt und 49 Prozent Holz (6000 Kubikmeter pro Jahr). Damit würden das komplette Gewerbegebiet »Oppenröder Straße«, die Firma Rinn, die Fernwaldhalle und die Verwaltung mit Wärme versorgt. Bei der Infoveranstaltung am 10. Mai wird auch der Einsatz von Solarzellen mithilfe eines Solarmobils verdeutlicht.

Bei der zweiten Veranstaltung am 10. Juni geht es um »Energieeffizienz im Haushalt«. Zu diesem Thema referiert ein Energieberater. Hinzugezogen werden außerdem heimische Handwerksbetriebe, erklärte Peter Momper. Dies sei eine Art Wirtschaftsförderung. Auch für die Landwirte seien erneuerbare Energien ein Thema. Das Pflanzen nachwachsender Rohstoffe wie des Elefantengrases, das zu holzartigen Briketts für den Kamin zusammengepresst werden kann, werde immer stärker diskutiert.

Außerdem, so Becker, wolle man am 10. Juni dem interessierten Publikum Energiemessgeräte vorstellen, die man sich bei der Gemeinde ausleihen kann, um sich selbst einmal ein Bild über den eigenen Verbrauch zu Hause machen zu können.

»Dieses Informationsangebot gilt auch für andere interessierte Kommunen«, informierte Kurth. »Wir bieten eine Wanderausstellung mit begleitenden Vorträgen, deren Inhalt am Bedarf der Kommune ausgerichtet sein kann.«

Damit schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe, denn einerseits werde man dem Auftrag des Fördermittelgebers gerecht, die Bevölkerung über den Einsatz von Energie aus Biomasse zu informieren. Zum anderen hätten die Kommunen die Möglichkeit, Aktivitäten, die ohne Unterstützung von außen vielleicht nicht möglich wären, zu starten.

Die Bioenergie-Region wird aus den sogenannten »Leader-Regionen« Gießener Land und Vogelsberg gebildet. Sie ist bei der Klimaschutz- und Energieagentur Mittelhessen (KEM) in Heuchelheim angesiedelt. Hauptaufgabe ist es, die Akteure aus dem Bereich Bioenergie dauerhaft und gewinnbringend zu vernetzen.

In Fernwald ist die Ausstellung bis zum 10. Mai montags bis donnerstags von 8 bis 16 und freitags von 8 bis 13 Uhr in der Verwaltung zu sehen. Nächste Ausstellungsorte werden voraussichtlich Hungen und Schotten sein.

Mail: info@bioenergie-region-mittelhessen.de.



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