02. Dezember 2011, 15:43 Uhr

Fernwald will Jugend- und Seniorenarbeit vernetzen

Fernwald (vh). Über die Zusammenarbeit von Jugendlichen und Senioren in der Gemeinde Wettenberg informierte sich dieser Tage der Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Kultur in Fernwald.
02. Dezember 2011, 15:43 Uhr

Im September war der Seniorenbeirat der Gemeinde Fernwald zu Gast in Wettenberg gewesen, um an Ort und Stelle Näheres über die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Jugendpflege zu erfahren. Das dort Erfahrene veranlasste die Gemeindevertreterin Traudel Balser (FW), darüber im Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Kultur berichten zu lassen und zwar durch die Wettenberger Jugendpflegerin Nora Schmidt sowie Peter Stolper und Hans Joachim Stillger von der Seniorenwerkstatt. Deren Berichte über die Vernetzung von Aktivitäten in Wettenberg faszinierte die Ausschussmitglieder derart, dass alle weiteren Tagesordnungspunkte verschoben wurden.

Nora Schmidt feierte 2010 ein Vierteljahrhundert im Dienst der Gemeinde Wettenberg. Sie leitete zunächst einen Kindergarten und heute das Kinder- und Jugendbüro. Schmidt ist Einheimische und kennt die Vereine. Nachdem der Lokale Agenda-21-Prozess 1999 in Wettenberg angestoßen worden war, übernahm sie vorübergehend für knapp zwei Jahre die Anleitung der Agenda-Gruppen. 2007 wurde als Ergebnis die Seniorenwerkstatt gegründet, deren Sprecher Stillger – auch freier Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros – ist.

Stillger selbst lebt erst seit 2000 in Krofdorf-Gleiberg, gründete die Seniorenwerkstatt mit, in der sich momentan 14 Männer und eine Frau engagieren. Die Altersstruktur reiche von 65 bis 80 Jahren. Die Ruheständler hätten handwerkliche, technische, pädagogische und kaufmännische Berufe ausgeübt. Man arbeite ohne Honorar und sei keine Konkurrenz für Handwerksbetriebe. Die ausgeführten Arbeiten dienten dem Gemeinwohl. Aufträge kämen von Kirchen, Schulen, der AWO, Jugendhäusern. Es gebe keinen festen Etat. Die Gemeinde zahle Material und Maschinen. Pro Jahr eine Summe von rund 1200 Euro, sagte Stillger. Im Haus der Begegnung nutze die Seniorenwerkstatt einen Raum, ferner den Werkraum der alten Grundschule und die Räume des Holt- und Technikmuseums. Überwiegend arbeite man mit dem Material Holz weil das für die Mitglieder am leichtesten zu erlernen sei. Denn, das betonte der Sprecher, man wolle Gutes tun und selber Neues hinzu lernen.

Peter Stolper kam 2008 aus Nordrhein-Westfalen nach Wettenberg und konnte sich dank der Teilnahme an der Seniorenwerkstatt gut integrieren. Für ihn ist es besonders wichtig mit den Demenz-Patienten der AWO zu arbeiten und die Grundschulkinder für Technik zu begeistern.

Kooperation im Sinne der guten Tat

Nora Schmidt erläuterte das Zusammenwirken aller in Wettenberg. Hier werde im Sinne einer guten Tat kooperiert, nicht neidisch miteinander umgegangen. Ob Vereine oder Privatpersonen, man sei vernetzt und rede miteinander. Viel Fleiß und Geduld gehörten dazu. Für Schmidt ein »weicher Standortfaktor« der Gemeinde. Die tragende Rolle von Altbürgermeister Gerhard Schmidt wurde im Ausschuss dargelegt. Schmidt habe die Menschen zusammen gebracht.

Der Vorsitzende des Seniorenbeirats Fernwald, Ernst Schmid, sagte zu seinem Eindruck beim Besuch in Wettenberg, »eins zu eins geht das nicht zu übertragen, vielleicht kann man etwas mitnehmen«. Sein Fazit aber: »Nur so bewegt sich was in einer Gemeinde«. Jugendpfleger Kühr, der selbst mal in Wettenberg gewohnt hat, gab seinen Eindruck wieder: »Man habe meinen können, das halbe Dorf wirke mit«.

Stefan Becker (FW) urteilte über die Berichte aus Wettenberg, das sei wohl ein »zielführender Weg«. Er sieht Nachholbedarf in Fernwald. Allerdings verfüge man hier mit dem Energiebeirat über ein positives Beispiel. Bürgermeister Bechthold sagte, es fehlten sicher nicht die Angebote aber deren konzeptionelle Vernetzung.

SJSK-Vorsitzender Manfred Riedl fasste zusammen, es brauche einen Moderator, einen »Kümmerer«, der mit Herzblut koordiniere und nie aufhören dürfe. Und schließlich müsse sich die Sache verselbständigen. Jan-Eric Walb (CDU) verlangte es nach einer Konkretisierung für Fernwald. »Wie wollen wir vorgehen für einen ähnlichen Prozess bei uns?« Ein Konzept müsse her, eine Perspektive. Er brachte das Stichwort »Kick-Off-Veranstaltung« ins Spiel.

Stolper schlug vor zunächst für die Ferienspiele 2012 das Vernetzen auszuprobieren. Die rund 200 Ferienpass-Veranstaltungen in Wettenberg würden nicht nur von Vereinen, sondern zum guten Teil von Privatpersonen angeboten. Stefan Becker sagte, wenn der Bericht des Jugendpflegers auf 2012 verschoben werde, dann könne man im Ausschuss über ein Angebot für die Ferienspiele wie in Wettenberg weiter nachdenken.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Ausschüsse
  • CDU
  • Gerhard Schmidt
  • Jugend
  • Jugendhäuser
  • Kaufmännische Berufe
  • Seniorenarbeit
  • Soziale Einrichtungen
  • Technikmuseen
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.