12. Januar 2009, 17:56 Uhr

Ein Hauch von Wiener Schmäh und »Last Night of the Proms«

Fernwald (hin). Ein Hauch von Wiener Neujahrskonzert lag über dem Auftritt des Blasorchesters der TSG Steinbach (Leitung: Alexander Fischer) am Sonntagnachmittag in der Fernwaldhalle, und hier wie dort endete die musikalische Begrüßung des neuen Jahres mit dem vom Publikum mal dezent, mal kräftig mitgeklatschten »Radetzky-Marsch«. Dem gern gehörten Abschluss war ein zweistündiges Programm vorausgegangen, in dem das Orchester seine Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine musikalische Weltreise mitnahm.
12. Januar 2009, 17:56 Uhr
Eine musikalische Weltreise bot das TSG-Blasorchester mit Dirigent Alexander Fischer beim Neujahrskonzert. (Foto: hin)

Fernwald (hin). Ein Hauch von Wiener Neujahrskonzert lag über dem Auftritt des Blasorchesters der TSG Steinbach (Leitung: Alexander Fischer) am Sonntagnachmittag in der Fernwaldhalle, und hier wie dort endete die musikalische Begrüßung des neuen Jahres mit dem vom Publikum mal dezent, mal kräftig mitgeklatschten »Radetzky-Marsch«. Dem gern gehörten Abschluss war ein zweistündiges Programm vorausgegangen, in dem das Orchester seine Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine musikalische Weltreise mitnahm.

Eine Besonderheit stellte das zur Tradition gewordene Konzert insofern dar, als die Musik-Abteilung der TSG in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Das Konzert war somit Auftakt zu einer Reihe von Jubiläumsveranstaltungen.

Mit welchen Widrigkeiten das Orchester schon während der Proben hatte kämpfen müssen, bewies der Auftritt am Sonntag. Mal fiel der Ton aus, mal das Licht, sodass Carsten Schäfer, der - zusammen mit Mechthild Ranze - gewohnt souverän durch das Programm führte, mit einem Wink an den Bürgermeister bzw. die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl eine technische Aufrüstung der Fernwaldhalle erhoffte.

Am Sonntag allerdings stand der musikalische Genuss im Vordergrund. Conférencier Schäfer gab an, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit der Musik ein wenig Optimismus verbreiten zu wollen. Das Publikum - unter ihnen zahlreiche Ehrengäste - ließ sich gerne darauf ein und spendete reichlich Applaus.

Im ersten Konzertteil bot das Orchester einen Ausschnitt aus seinem sinfonischen Repertoire. Es eröffnete mit »Conzensus« von Jan van der Roost, gefolgt vom dreisätzigen Konzertwerk »Music for a Festival« (Philip Sparke). Bei diesem Musikstück fällt auf, dass alle Sätze ineinander übergehen und geradezu »explosionsartig« enden. Besonderes Lob erhielt Rolf Balser am Fagott. Die »Seagate Overture« von James Swearingen führte an das »Tor zum Eriesee« und verhalf durch parallel gezeigte Fotos auf zweierlei Weise zum Zugang zu diesem Auftragswerk.

Die »Tritsch-Tratsch-Polka« von Johann Strauß Sohn und Edward Elgars Militärmarsch »Pomp and Circumstance« führten zurück nach Europa, mal in die »babbelnde« und »schwätzende« Wiener Gesellschaft, mal zur letzten Nacht der Promenadenkonzerte. Bei letzterem einen Hauch der »Last night of the Proms«-Atmosphäre aus der Royal-Albert-Hall in die Fernwaldhalle zu transferieren, gelang nicht ganz, trotzdem gab es viel Beifall für die Akteure, darunter die »waschechte« Britin Liz Haack.

Fragmente aus den Nationalhymnen der EU-Staaten, jeweils mit Fotos untermalt, verbanden sich zur »Bridge between Nations«. In deutlichem Kontrast dazu stand die »Wettenberger Polka«, eine Komposition des Orchestermitglieds Otwin Balser und eine Hommage an das Gleiberger Land. Kontraste bestimmten auch das weitere Programm. So ging es mit »Tequila« nach Mexiko und mit der »African Symphony« auf den Schwarzen Kontinent. Alexander und Dorit Fischer lieferten passende Fotos von einer Safari. Mechthild Ranze bat, genau hinzuhören und hinzuschauen, um die Feinheiten der Komposition zu erfassen. Mit einem temperamentvollen Paso Doble neigte sich das Konzert seinem Ende zu.

Carsten Schäfer wies auf das Arrangement des Japaners Toshio Mashima. In der Tat kämen zurzeit einige der besten Blasorchester aus Japan, berichtete Schäfer. Der Welthit »Popcorn« und das italienische »Funiculi Funicula« bildeten den Abschluss des Konzerts. Das Publikum war jedoch nicht bereit, die Musiker und Musikerinnen damit schon zu entlassen. Mit kräftigem Beifall erbat es die gerne offerierten Zugaben.

Das TSG-Blasorchester tritt am kommenden Sonntag, 18. Januar, um 16 Uhr in der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg auf und gestaltet am Sonntag, 25. Januar, zusammen mit den Spielleuten der Busecker Schlossremnise das Neujahrskonzert im Großen-Busecker Kulturzentrum.

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