20. Dezember 2009, 20:16 Uhr

Adventskranz tiefpurpur: »Peep Durple« gab mächtig Gas

Fernwald (axc). Vier Jahre dauerte die durch berufliche und familiäre Verpflichtungen bedingte, für die Fans trostlose Zeit - 2009 startete die Tribute-Band mit dem Schüttelreim-Namen "Peep Durple" wieder voll durch: Im Mai rockten sie mit den Rodgau Monotones die Burg Gleiberg, im August den Schiffenberg. Am letzten Adventssamstag musste Steinbach »dran glauben«.
20. Dezember 2009, 20:16 Uhr
Heizte den Fans mächtig ein »Peep Durple« im »Hessischen Hof«.

Fernwald (axc). Vier Jahre dauerte die durch berufliche und familiäre Verpflichtungen bedingte, für die Fans trostlose Zeit - 2009 startete die Tribute-Band mit dem Schüttelreim-Namen "Peep Durple" wieder voll durch: Im Mai rockten sie mit den Rodgau Monotones die Burg Gleiberg, im August den Schiffenberg. Am letzten Adventssamstag musste Steinbach »dran glauben«. Im »Hessischen Hof«, dessen liebenswert gestriges Ambiente an den guten alten »Beatabend« denken ließ, zogen »Peep Durple« über zwei Stunden lang voll durch. Vorher gaben sie der aus Beuern stammenden Newcomerband »Crosswise« die Gelegenheit, weitere Auftrittserfahrung - vornehmlich mit Coverversionen von 1968 bis heute - zu sammeln.

Drummer Andi Kühr betritt die Bühne als Erster und lässt keine Zweifel an der Wahl des Openers aufkommen: Wie beim großen Vorbild erbebt die Bühne unter den musikalischen PS des »Highway Star«: Zwar orientieren sich die Herren um Sänger Gerhard Schmied an den Originalversionen von damals, jedoch nicht sklavisch eng: Nach dem unsterblichen »dideli dideli dideli«-Gitarrenlauf improvisiert Ralf Gräbe einfach noch ein bisschen weiter nach eigenem Gusto.

Das Schöne an den Tribute-Bands ist, dass sie unbekümmert Songs aus allen Phasen der Bandhistorie spielen können: Den Schwerpunkt bilden bei »Peep Durple« zwar die Stücke aus den Besetzungen mit Ian Gillan und Roger Glover, aber mit »Hush« von 1968 (das allerdings eher im Stil der 1988er-Version gespielt wird) sowie »Burn«, »Mistreated« und »Stormbringer« sind auch Highlights der Coverdale/Hughes-Besetzung (1973-75) dabei.

Keyboarder Thilo Eiff lässt, wie es sich für »Purple/Durple« gehört, die Orgel (inklusive der rotierenden Leslie-Lautsprecher) mit hörbarer Liebe zum Jon-Lord-Sound schwurbeln, Danny Wächter als Weihnachtsmann vom Dienst spielt einen wunderbar runden Bass mit Funk-Anteilen, die den Wunsch nach noch mehr Songs aus der Glenn-Hughes-Phase wecken könnten.

Die Setlist enthält mit »Woman from Tokyo«, »Lazy« oder »Black Night« (letztere stark an den unübertroffenen »Made in Japan«-Versionen orientiert) nicht nur die erwarteten Hits, sondern auch selten Gehörtes wie »Never Before« (das »Purple« nur 1972 mal ganz kurz live spielten) oder das schön schräge »Soon Forgotten« von 1996. Bevor der »Speed King«-Orkan losbricht, schmettert Schmied noch ein »Ave Maria« ins Mikro. Bei den Schreien in »Child in Time« und bei »Burn« wird der Vokalist von Ralf Gräbes kräftiger Sirenenstimme unterstützt. Das Dilemma, dass sie »Smoke on the Water« eigentlich nicht mehr hören/spielen können, löst die Band, indem sie - zur Begeisterung des zahlreichen Publikums - die tiefpurpurne Hymne einfach von einer zufällig aus Fans zusammengestellten Band spielen lässt. Prima - wie der ganze Auftritt, der die begeisterten Fans erst um Mitternacht in die klirrend kalte Nacht entlässt. (Foto: axc)

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