25. November 2014, 17:03 Uhr

»Tonikum«-Konzert begeisterte in Großen-Busecker Kirche

Buseck (siw). »Über den Wolken« (muss die Freiheit wohl grenzenlos sein): Diese Zeile aus dem Lied von Reinhard Mey war der Titel des Chor- und Instrumentalkonzerts am Totensonntag in der evangelischen Kirche in Großen-Buseck.
25. November 2014, 17:03 Uhr
»Musik in der Kirche«: Der Chor »Tonikum« der Musikschule Busecker Tal konzertierte im Großen-Busecker Gotteshaus. (Foto: Siglinde Wagner)

Es ist gute Tradition, dass sich der Chor »Tonikum« der Musikschule Busecker Tal an der ökumenischen Reihe »Musik in der Kirche« alljährlich beteiligt.

Bereits das Eröffnungsstück gehörte zu den Höhepunkten des Konzerts: »Tut mir auf die schöne Pforte« – ein Symbol für die Weite, das offene Tor in die Ewigkeit. Den fordernden Charakter, aber auch die beschwingte Leichtigkeit dieses Liedes aus dem Gesangbuch brachten die Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Renate Schygulla wunderbar zum Ausdruck.

Auch bei den nachfolgenden Spirituals »Lord, I know I’ve been changed« und »Swing low, sweet chariot« ist dem Chor das Herausarbeiten der Dynamiken gut gelungen. Danach hob er ab und schwebte zum Abschluss des ersten Gesangblocks »Über den Wolken«.

Zu hören waren nun die Musikschulleiterin Britta Lange (Orgel) und Rita Yakovleva (Geige) mit »Air« von Johann Sebastian Bach und dem Adagio in g-Moll von Tomaso Albinoni. Die historische Kirchenorgel aus dem Jahr 1870 und die Violine harmonierten prächtig. Unaufdringlich und mit viel Feingefühl gab das Orgelspiel das Klangfundament für die Violine, die dadurch in weiten Passagen zum Hauptakteur aufstieg. Später waren Lange und Yakovleva noch einmal zu hören. Dann konnte vor allem das sanfte und runde Klangbild bei »Thais Meditation« aus der gleichnamigen lyrischen Oper von Jules Massenet begeistern.

Momente der Untätigkeit nutzen

Hatte zuvor schon der Chor Tonikum mit »Befiehl du deine Wege«, »Nun ruhen alle Wälder« und »Heast es net«, einem in Mundart vorgetragenen nachdenklich-bewegten Jodler der ernsten Art, überzeugen können, ließ die Zuhörer die berührend-romantische Darbietung von »Weit, weit weg« (Hubert von Goisern) besonders aufhorchen.

Aus »Sechs Jazz-Motetten« des zeitgenössischen Komponisten Johannes Michel gab Tonikum drei zu Gehör: Das Kyrie (Herr erbarme dich), das Gloria (Ehre sei Gott) und im Gegensatz zu den beiden ersten Stücken ein ruhiges drittes Werk, »The Lord bless you« (Der Herr segne dich). Trotz des langsamen Tempos und der getragenen Rhythmik waren die Jazzeinflüsse auch hier durch die Harmonik deutlich herauszuhören.

»Friede sei Euch«, in hebräischer Sprache gesungen »Shalom aleichem«, und Maierhofers Abendlied »Neigen sich die Stunden« fügten sich sehr schön in das Repertoire ein. Überhaupt hatte Chorleiterin Schygulla bei der Auswahl der Stücke eine glückliche Hand bewiesen.

»Frieden, Ewigkeit, Ruhe, Weite – dies zog sich durch unser ganzes Programm. Ich hoffe, wir konnten etwas von der Ruhe und dem Frieden an Sie weitergeben. Bewahren Sie sich die Ruhe für die kommende Adventszeit, suchen und nutzen Sie Momente der Untätigkeit und lassen Sie sich gedanklich über den Wolken tragen. Seien Sie besinnlich.« Mit dieser Empfehlung verabschiedete sich die stellvertretende Musikschulleiterin Andrea Eckwert. Souverän hatte sie durch das Programm geführt und mit literarischen Lesungen die Freunde der Poesie erfreut.

Pfarrer Jürgen Kuhn dankte für die schönen Töne, Musik und Texte. Mit der Zugabe nach einem Text von Martin Luther »Verleih uns Frieden gnädiglich« (Musik Felix Mendelssohn Bartholdy) entließ der Chor ein zufriedenes Publikum. Ein Wiedersehen und -hören des Chors in der evangelischen Kirche ist am 11. Oktober 2015 möglich.

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