11. November 2011, 16:53 Uhr

»Lichtermeer« in Trohe ist Vergangenheit

Buseck (law). In den Jahren 1999, 2000, 2001, 2003, 2005 und 2007 war der November für den Vorstand und die aktiven Mitglieder des Vereins der Beginn einer sehr hektischen Zeit.
11. November 2011, 16:53 Uhr

Die Großveranstaltung »Troher Weihnachtslichter« stand bevor, und da gab es stets viel zu planen, zu organisieren und improvisieren, schlichtweg viel tun. Das ist jetzt vorbei. Bereits bei der letzten Veranstaltung, die vom 1. bis 18. Dezember 2007 stattfand, hatte der Vereinsvorsitzende und Initiator des Events, Thomas Rühl, gesagt: »Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören!« Am Donnerstag stand nun der Antrag auf Auflösung des Vereins »Troher Weihnachtslichter« auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung im Troher Bürgerhaus. Auch wenn dem Antrag einstimmig entsprochen wurde, so lag spürbar Wehmut im Raum. Vorstandsmitglied Regina Vogel faste die Stimmung in Worte: »Es tut doch weh.«

Rühl betrachtete die Vereinsauflösung zunächst mit einem lachenden Auge und sagte: »Jetzt wird das Jahresende wesentlich ruhiger und stressfreier für alle Troher verlaufen.« Mit dem weinenden Auge resümierte er: »Es war so schön!«

Weit über eine halbe Million Menschen waren während der sechs Lichtermeer-Jahre nach Trohe gekommen. Im Zelt wurden täglich wechselnde unterhaltsame Veranstaltungen geboten, die Bimmelbahn fuhr durch das 800 Einwohner zählende Dörfchen und das große Riesenrad war von weither zu sehen. Das kleine Trohe wurde bundesweit bekannt.

Erinnerungen in Bild und Schrift befinden sich in der Chronik zum 800-jährigen Dorfjubiläum. Humorvolle Anekdoten wurden aber auch im Anschluss an die Jahreshauptversammlung erzählt: Welch ein Schreck, als nach der Einführung des Euros das Guthaben über Nacht auf die Hälfte zusammengeschmolzen war. Auch die Geschichte von den Kassen, die in Trohe gebraucht wurden, aber versehentlich von der Ehefrau im Auto zum Arztbesuch nach Gießen mitgenommen wurden, trug zur Erheiterung bei.

»Ich hatte einen Traum und Ihr habt mir geholfen, den Traum zu verwirklichen.« Thomas Rühl dankte den ehrenamtlichen Machern im Verein, aber auch den über 400 Helfern und allen Troher Bürgern, die die Veranstaltungen mitgetragen haben.

Dass der Traum ausgeträumt ist, wollen offensichtlich einige Lichtermeer-Freunde noch nicht recht glauben. 33-mal wurde der Link auf der Homepage www.Trohe.de am Donnerstag angeklickt, tags zuvor zählte man 30 und im Laufe der Jahre fast 108 000 Besucher der Website.

Am 17. Dezember »Lichtermeer-Glühwein«

Das Restvermögen des Vereins wird satzungsgemäß Troher Ortsvereinen zufließen. Der Gesamterlös aus allen sechs »Troher Weihnachtslichter-Veranstaltungen« betrug über 100 000 Euro, die an gemeinnützige Vereine und Institutionen als Spenden ausgeschüttet wurden. Mehr als die Hälfte davon wurden in den Neubau von »Haus Trohe« im SOS-Kinderdorf in Inhambane (Mozambique) investiert.

Erst kürzlich erreichte Rühl ein Schreiben der Organisation mit einer ausführlichen Schilderung über das Leben der dort betreuten neun Waisenkinder, die hier beschützt und geliebt von der SOS-Mutter und den SOS-Familienhelfern aufwachsen können. Und noch was bleibt: Der Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde.

Mit dem endgültigen Aus der Großveranstaltung ist auch die einseitige Ernährung in der Vorweihnachtszeit mit Glühwein, Bratwürstchen und Waffeln für die Aktiven und Troher Bürger vorbei. Wer dieser Zeit »nachheult«, ist herzlich von den Nordic-Walkern der Sportgemeinschaft Trohe zum Glühweinfest am Samstag, 17. Dezember, um 16.30 Uhr am Sportplatz eingeladen. Neben dem legendären Glühwein vom »Troher Lichtermeer« gibt es leckeren Kinderpunsch, frische Waffeln, deftige Kartoffelpuffer mit hausgemachten Apfelmus und natürlich Bratwurst.



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