23. April 2012, 09:58 Uhr

Klassik mit Herzblut: Germania-Konzert in Großen-Buseck

Buseck (gge). Klassik mit Herzblut: Das war sicherlich das hervorstechende Anliegen der Sängervereinigung »Germania« Alten-Buseck bei ihrer konzertanten Gala in der St.-Marien-Kirche in Großen-Buseck.
23. April 2012, 09:58 Uhr
Als mächtiger Klangkörper präsentierte sich die Sängervereinigung Germania Alten-Buseck im Verein mit Solisten und Orchester. (Foto: gge)

Über 300 andächtig lauschende Besucher hatten ihr Kommen nicht zu bereuen, wurden sie doch mit klassisch-geistlichen Meisterwerken von Mozart bis Bruckner, Mendelssohn-Bartholdy bis Maierhofer geradezu verwöhnt.

Den dargebotenen Sätzen und Stücken war unschwer anzumerken, wie viel Fleiß und Hingabe in der umfangreichen Vorbereitung steckten. Gibt es da ein größeres Lob, als den Wunsch nach Wiederholungen und Vorstellungen gleicher Art? Der Auftakt blieb dem jungen Symphonieorchester Wetzlar mit Mozarts unsterblicher »Kleiner Nachtmusik« vorbehalten. Das Streich-Ensemble trat in gewohnt sicherer Manier auf. Diszipliniert, großartig eingestimmt und fehlerfrei. Stimmführung und gut akzentuierte Proportionen aller vier Sätze hoben hervor, dass das Werk trotz seiner Leichtigkeit als anspruchsvolle Kammermusik konzipiert war. Munter und melodisch das eröffnende Allegro, festlich und weich fließend die Romanze, heiter und fast verspielt das Finale

Filetstücke der eindrucksvollen Veranstaltung waren freilich die beiden musikalischen Messen »Missa brevis« (Mozart) und »Missa Lumen« des zeitgenössischen Komponisten Lorenz Maierhofer (geb. 1956). Hier entfaltete der gemischte Chor der »Germania« im Verein mit dem Symphonieorchester und den Solisten Svea Schenkel (Sopran), Marco Weisbecker (Alt), Joachim Christ (Tenor) und Jens Kempgens (Bass) die ganze Fülle seiner qualitativen Bandbreite. Unter der Leitung seines Dirigenten Andreas Czerney, dem auch die Gesamtleitung der Veranstaltung oblag, schwang sich der Klangkörper zu einer Leistung empor, die professionelle Parallelen touchiert haben dürfte. Dynamik, Hingabe und Akkuratesse gewichteten eindrucksvoll Mozarts mächtigen Hymnus und hier besonders das Credo als expressiven Höhepunkt der « Missa brevis«. Nicht minder ergreifend stellten Chor, Orchester und Solisten die festliche Vertonung der »Missa Lumen«, der Messe des Lichtes dar, worin harmonisch, wie dramatisch das menschliche Bedürfnis nach Frieden und Zuversicht zum Ausdruck kam.

Mehr als gelungene Intermezzi sind auch die Beiträge des Männerchors »Polyhymnia Liederkranz« Beuern mit seinem Dirigenten Jens Kempgens zu werten. Getragen und dem ernsthaften Anliegen Mendelssohn-Bartholdys entgegen kommend, erklang sein »Beati Morti«. Auch bei Bruckners »Abendhimmel« und Silchers Hymnus »Jauchzet dem Herren« gelang es dem Beuerner Chor, die romantischen Vorgaben der Komponisten stilgerecht umzusetzen. Als Höhepunkt des Beuerner Gastspiels erwies sich aber das abschließende »Gnädig und barmherzig« aus der Feder von August Eberhard Grell in seiner ergreifenden Lobpreisung des Schöpfers.

Grußworte zu Beginn des Konzerts sprach Pfarrer Andreas Puckel in seiner Eigenschaft als »Hausherr« der St.-Marien-Kirche. Danach erläuterte die »Germania«-Vorsitzende Patricia Steinbach Programm und Anliegen der Sängervereinigung.

Weitere Fotos im Internet unter

www.giessener-allgemeine.de



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