06. März 2011, 18:30 Uhr

KV-Sitzung in Großen-Buseck mit vielen Höhepunkten

Buseck-Großen-Buseck (siw). Ein spitzen Programm präsentierte der Karnevalverein (KV) Großen-Buseck am Samstag im ausverkauften Kulturzentrum unter dem Motto »Superschurken, Trickfilmhelden - Der KV Buseck in Comicwelten«.
06. März 2011, 18:30 Uhr

Auch die 24. Prunksitzung wurde von Sitzungspräsident Volker Wagner moderiert, der seinen Rücktritt vom Rücktritt erklärt hatte, worauf gleich zu Beginn die humorige »Gehirnanalyse« von Ralf Gamrad und Martin Stein abzielte. Erst danach marschierten Elferrat und Aktive ein.

Für die jüngste Tanzgruppe des KV wurde die erste Rakete gezündet: Die Mini-Garde, trainiert von Anika Weis, Fabienne Wolf, Janina Bonarius und Lorena Hahn, führte locker und selbstbewusst ihren Kampagnetanz vor. Letztmals unter Leitung von Ursel Suppmann trat das TV-Männerballett auf. Nach einer »Wassergymnastik« zum Aufwärmen zeigten die Männer in Glitzershirts und mit Badekappen was in ihnen steckt.

Schelmisch beendete Bürgermeister Erhard Reinl seinen Vortrag als Simulant: »Abgeschrieben habe ich das eine oder andere mal schon, ich trete zurück (Pause), aber nur vom Mikrofon.« Party pur danach bei der Playbackshow der Kegler mit deutschen Schlagern zum Mitsingen. Da tobte der Saal, und selbst die übergroßen Kegel auf der Bühne fingen zu tanzen an. Eine klasse Leistung brachte hiernach die Midi-Garde (Leitung Stefanie Fast) auf die Bühne.

De Köllsche Jeck Michael Schmitz, in »Guter-Anlass-Kombination«, prophezeite: »Auch wenn es den Hoppedötzsche heut egal ist, ob sie runde oder gerade Wände haben, in 250 Jahren wird die Unesco die Kita zum Weltkulturerbe erklären. Dann werden Reisen angeboten »In zwei Tagen durch Europa: London, Berlin, Buseck - und vielleicht noch Köln.« Das saß, tosender Applaus.

»Mit ner Pappnas geboren wird man nicht nur am Rhein, was wollen wir mit Mainz bleibt Mainz und Köln, wo niemand lacht, die echte goldige Fastnacht wird hier gemacht«, intonierten für die Bembelsänger aus Lich, die aus »Viva Espana« mal eben »Elvira ist schwanger« machten und das Rotkäppchen sich in einem Swinger-Club einen Wolf tanzen ließ.

Mit der »schwarzen Natascha« im musikalischen Gepäck reiste eine Abordnung samt Garde aus Krofdorf-Gleiberg an. Für den erkrankten Prinzen war kurzerhand der Ex-Prinz eingesprungen. Würdenträger der befreundeten Vereine versammelten sich zur Ordensverleihung auf der Bühne, schunkelten und sangen ebenso wie die Gäste den Anfang von 36 Liedern, die vom Vorsitzenden und Ehrenpräsidenten Wolfgang Schmidt vorgegeben wurden. Nicht nur dazu spielte die Hofkappelle »Hollidays« unter Leitung von Karl-Heinz Stier. Ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel im Elferrat: Die als Zwerge verkleideten Elferratsdamen machten Platz für die Männer in Uniform. Dem gekonnten Auftritt der CVA Garde, dem Gastgeschenk der Alten-Busecker Karnevalisten, folgte die Büttenrede von René Böhme. Stets witzig, bissig und aktuell hielt der »Schornsteinfeger aus dem Busecker Tal« (kl. Foto) vor allem der Kommunalpolitik einen blitzblank geputzten Spiegel vor: »Im Sommer wurde die Flasche geöffnet, der Geist von Bayreuth kam raus, und das macht dann erst mal 250 000 Euro aus. Hätte man von vorneherein den richtigen Preis gesacht, dann hätten vermutlich selbst die Freien Wähler nicht mitgemacht.« Und mit Blick in den Schlosspark: »Ich glaube, Fürst Reinl wird nie in Rente gehen. Die Loyalität der Bediensteten hat er auch gleich sichergestellt, hat er doch als Springbrunnen getarnt ein Freibad zur Verfügung gestellt.«

»Olalla, das wird ne lange Nacht«, sangen die »Frohsinn«-Sänger (Leitung Renate Schygulla) und bewiesen damit Weitblick. Kein Wunder, standen sie doch auf einer »Insel mit zwei Bergen«. Den »Traumtänzern« (KV-Männerballett mit »Regisseurin« Meike Schmidt) wurde es bei »100 Grad im Dschungel«, tanzend in Tierkostümen, nicht kalt. Live sang Nachwuchsnärrin Mirjam Lenz und kam ohne zwei Zugaben nicht von der Bühne. Obligatorisch der Auftritt der Ruttershäuser Garde, wie immer ein Augenschmaus.

Zweifellos ein oder gar der Höhepunkt schlechthin: Der Showtanz von »Camouflage« zur Filmmusik aus »Shrek« in aufwändigen, wechselnden Kostümen und mit einer Stepptanzeinlage (Einstudierung Katja Krombach). Kaum zu glauben, dass hier keine gut bezahlten Profis am Werk waren.

Wie seit Jahren kamen die »Alten Herren« des FC mit ihrer Playbackshow (Choreografie Claudia Luft-Göbel) beim Publikum prima an. Am Samstag gaben sie ihre Abschiedsvorstellung. Da sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, meinte Sitzungspräsident Wagner, schließlich gäbe es ja die Möglichkeit des Rücktritts vom Rücktritt.

Den würdigen Abschluss eines vielseitigen, hochkarätigen Programms bildete das »Aushängeschild« des KV, die Garde (Leitung Katja Brandt). Mit dem großen Finale vor schöner Kulisse (gefertigt nach Ideen von Claudia Luft-Göbel) und dem Lied »Großen-Buseck, es war so schön« ging die Sitzung um Mitternacht zu Ende. So blieb noch viel Zeit, um ausgiebig das Tanzbein zu schwingen oder den »Thekenwalzer« zu tanzen. Dank galt den Fußballern, die wiederum hinter der Theke Dienst taten.

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