22. Januar 2008, 20:02 Uhr

KFC verwandelte den Pfarrsaal in eine große Baustelle

Buseck (siw). »In St. Marien jubelt die Kirchenmaus, Handwerker gehen hier ein aus« lautet das Kampagne-Motto des Katholischen Fastnachtsclubs (KFC). »Doch St. Marien steht da nicht ganz allein, in ganz Buseck strömen die Handwerker herein«, meinte Sitzungspräsident Alexander Zippel. Er lobte die Gäste, die sich in großer Zahl ebenso wie die Mitglieder des Siebenerrats themenbezogen verkleidet hatten und Deko-Meister Helmut Richardt für den baustellenmäßig hergerichteten Pfarrsaal in Großen-Buseck.
22. Januar 2008, 20:02 Uhr
Zwei Witwen auf Kur – Heidi Wachler und Christa Lorenz; rechts die »Zillertaler« vom Fußballclub 1926 Großen-Buseck.

Buseck (siw). »In St. Marien jubelt die Kirchenmaus, Handwerker gehen hier ein aus« lautet das Kampagne-Motto des Katholischen Fastnachtsclubs (KFC). »Doch St. Marien steht da nicht ganz allein, in ganz Buseck strömen die Handwerker herein«, meinte Sitzungspräsident Alexander Zippel. Er lobte die Gäste, die sich in großer Zahl ebenso wie die Mitglieder des Siebenerrats themenbezogen verkleidet hatten und Deko-Meister Helmut Richardt für den baustellenmäßig hergerichteten Pfarrsaal in Großen-Buseck.

Johannes Zippel konnte sich als protokollierender Müllmann eine »satirische Beleuchtung« der vielen Baustellen auch nicht verkneifen, nahm gar die vermeintlich nächste bei »St. Marien« ins Visier: »… darüber würden wir uns alle freuen, ein größerer Pfarrsaal, ne neue Toilett', ne größere Bühne, das wäre nett.« Neben Politik und Sport nahm er die Großen-Busecker »Bäckermeile« auf die Schippe: »In vielen Familien herrscht jetzt Gezeter, denn es gibt fünf Bäcker auf 200 Meter. Bis ich für's Frühstück bei allen Bäckern dann war, sind zu Hause die Kartoffeln zum Mittagessen gar.«

»Viele Bausparkassen warten, dass unsere gute Heimaterde mit Baukrediten belastet werde«, so Hannelore Stelzl, die humorvoll erzählte, was man in Eigenleistung als Bauherr so alles falsch machen kann. »Ich glaube, dieser Vortrag wurde vom Gewerbeverein gesponsert«, so der Kommentar dazu von Präsident Zippel.

Obwohl der KFC keine eigene Garde hat, kommen Freunde von Tanzdarbietungen stets voll auf ihre Kosten. Den Einstieg ins närrische Programm machte die Garde des Karnevalvereins Großen-Buseck. Die von Katja Brandt und Stefanie Fast trainierten Damen schwangen die Beine auf ein Medley aus Stimmungsliedern. Das war genau die richtige Nummer zum Warmklatschen. Die Freunde vom CCR hatten bei der ersten von drei Sitzungen am Freitagabend als Gastgeschenk die Garde aus Ruttershausen mitgebracht. Als »Marine Boys von St. Marien« wurde die KFD-Tanzgruppe (Katholische Frauen Deutschlands unter bewährter Leitung von Ursula Suppmann) avisiert. Den weiten Bogen von »The Banks of Sacramento« zu der »Fischerin vom Bodensee« gelang den Damen prima. Das Messdiener-Ballett (Leitung Antje Suppmann) mit Lukas dem Lokomotivführer auf der »Insel mit zwei Bergen« hatte zum Glück keinen Streiktag und legte nach einer »Rakete« noch eine Extra-Strecke zurück.

Zunächst als Baustellen-Arbeiterinnen, nach einem schnellen Strip dann als Putzfrauen, zeigte die Tanzgruppe vom Turnverein, wie man flott und sexy das Staubtuch schwenken kann. Eine Riesen-Gaudi war der Auftritt der Fußballer vom FC 1926, die als »Zillertaler Schürzenjäger« das Publikum so richtig aufmischten.

Beim Ein- und Aufzug von der Deutschland-Hymne begleitet wurde Bürgermeister Erhard Reinl, der als Bundestags-Abgeordneter in der Bütt das Glas und das Wort ergriff. Parlament komme zwar aus dem Französischen und hätte was mit »schwätzen« zu tun, trotzdem sei es kein Freudenhaus, so die Wortspielerei mit aktuellem Bezug des KFC-Ehrenpräsident. Paul Hanl, »der's net vertra kann, wenn man ihn hetzt« berichtete als Beamter aus dem Busecker Schloss, »das ganz modern, jetzt hat auch Ruhekabinen für die Dame und den Herrn«. Aus dem Vatikan angereist war Dr. Uli Eskens und landete mit seinem in Witzig-Latein gehaltenen Vortrag nicht nur bei den »Senioras multas colorates« einen großen Lacherfolg. Ehefrau Ulla als nicht immer korrekte Dolmetscherin übersetzte beispielsweise »Fixi-foxi-fullo canale grande« mit »Wenn ihr müde seid, geht nach Hause«. Einfach »Spitze« war der Auftritt der »getigerten« Heidi Wachler und von Christa Lorenz mit Tatterich, Blasenschwäche und »Blumencorso« auf dem Kopf. Die Mimik der beiden »Witwen in Kur« war gar köstlich, und das, was sie zu berichten hatten, zum Tränenlachen. Ob das Blutbild, das mal eben beim Schnitt in den Finger beim Kartoffelschälen mit dem Foto gemacht wurde, die Schlaftabletten, die auch nachts alle zwei Stunden zu nehmen waren, oder die französische Trinkhalle, auf der Pissoir stand - eine gelungene Pointe jagte die nächste.

Die Frohsinn-Sänger (Chorleiterin Renate Schygulla) landeten mit ihrer Repertoireauswahl einen tollen Stimmungserfolg. Ohrwürmer wie »Komm, hol das Lasso raus«, »Ein Stern, der deinen Namen trägt«, »Hello, Mary-Lu«, »Rote Lippen« und »Viva Colonia« rissen die Narren von den Stühlen. Als Baumeister der »einen Welt« gaben sich die drei närrischen Geistlichen: Pfarrer i. R. Franz-Josef Schneider, Pfarrer Andreas Puckel und Betriebsseelsorger Richard Kunkel. Der erste als Indianer-Häuptling »Grauer Bär«, der zweite als Farbiger (»Haut schwarz, Rock bunt, Bauch dick und gesund«) und der dritte als Chinese (»im Kopieren sind wir richtig gut, Abgucken liegt uns im Blut«) sangen sie von den 99 Helferlein, mit denen die Kirchenbaumaßnahme bald fertig sein könne. »Zu unserem Trio gehören jetzt Vier, drum darfst du im nächsten Jahr nicht fehlen, fahr nicht wieder zu den Kamelen, die findest du auch hier«, sangen die Drei ihrem evangelischen Kollegen Bernd Apel im Publikum zu, der erst kürzlich von einem dreimonatigen Aufenthalt in Beirut zurückgekehrt und darum nicht mit von der Partie war.

Das TV-Männerballett (Leitung Ursel Suppmann) trieb als »Männer aus den Bergen« das Stimmungsbarometer nochmals ganz nach oben, bevor sich sämtliche Aktive zum großen Finale versammelten. Anschließend spielte der neue Kapellmeister, Rudi Böcher, zum Tanz auf. Bereits in den Pausen hatte er mit Stimmungsliedern die Gäste erfolgreich zum Schunkeln und Mitsingen animiert.

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