28. September 2012, 18:48 Uhr

Generationenwechsel bei Alten-Busecker Vogelfreunden

Buseck (dob). Fritz Schmitt und Wolfgang Langer legten dieser Tage aus Alters- und gesundheitlichen Gründen ihre ehrenamtliche Aufgabe in jüngere Hände. Sie haben im Laufe von Jahren und Jahrzehnten die Vogelwelt in und um Alten-Buseck beobachtet, betreut und unzählige Nistgelegenheiten geschaffen,
28. September 2012, 18:48 Uhr

Außerdem waren sie in die Winterfütterung eingebunden und ließen ihr Wissen und ihr handwerkliches Geschick zuletzt vor allem beim Bau von speziellen Niströhren für den Steinkauz und Brutkästen für den Wanderfalken in ihre ehrenamtliche Tätigkeit für den Natur- und Vogelschutz einfließen.

Die Nachfolge traten Bodo Baustian und Karl-Heinz Rudolph an, beide bereits seit vielen Jahren Aktive des Vereins und beide auch im Rentenalter noch so rüstig, dass sie weitere Aufgaben übernehmen konnten, so auch die von Schmitt und Langer. Beim kurzfristig anberaumten »Generationenwechsel« neben dem Vereinsheim »An der Windlücke« konnte Fritz Schmitt nicht anwesend sein, doch wurde sein langjähriges Wirken besonders hervorgehoben. Schon in den 1960er-Jahren hatte Schmitt auf Anregungen des damaligen Revierförsters Willi Fröhlich mit dem Bau von Nistkästen für Waldvögel begonnen. Darunter waren auch die ersten Röhren für den Steinkauz, die damals aus den Überresten nicht mehr zu gebrauchender Rollläden gebastelt wurden.

Zu Glanzzeiten und vor allem nach der Gründung des Vereins Natur- und Vogelfreunde 1978 waren das fast 30 Stück, die überall in Bäumen rund um das Dorf und in der Gemarkung versteckt waren. Mindestens 150 andere Nistgelegenheiten hat Fritz Schmitt ebenfalls selbst gebaut und auch eine nicht mehr näher zu bestimmende Anzahl von Häuschen für die Winterfütterung.

Ein weiteres Betätigungsfeld war die erste Schutzhütte des Vereins, eine ehemalige Baubaracke, die nach dem Bau der Autobahn Gießener Nordkreuz und der Anschlussstelle Reiskirchen nicht mehr gebraucht wurde. Die früheren Vorsitzenden Helmut Scherer und Hans Hamel hatten zusammen mit Schmitt viel Arbeit in die Ausstattung der Hütte investiert. Diese war dann auch jahrelang ein beliebter Treffpunkt für viele Naturfreunde aus dem Dorf und der Umgebung, bis sie 1996 einer Brandstiftung zum Opfer fiel. »Das war ein schwerer Rückschlag für uns und den Verein«, erinnert sich Schmitt. Doch ihm und vielen Mitstreitern ist es zu verdanken, dass wenige Jahre später ein neues massives Vereinsheim an alter Stelle entstand. Jahr um Jahr haben jüngere und nicht minder rührige Mitglieder das gesamte Vereinsgelände zu einem Aushängeschild für den Verein werden lassen, das seine Anziehungskraft auf weite Bevölkerungskreise nicht verfehlt.

Ganze zwölf Jahre stand Wolfgang Langer Fritz Schmitt zur Seite. Beim »Stabwechsel« überraschte Langer noch einmal den Vereinsvorstand und seine beiden Nachfolger mit vier neuen Steinkauz-Röhren, die zum »Nulltarif« unter seinen Händen entstanden waren. Lediglich die Materialkosten von 70 Euro schlagen zu Buche.

Langer erläuterte bei dieser Gelegenheit die Funktion der Niströhren, die 80 bis 100 Zentimeter lang sind und sich konisch verengen. Maschendraht verhindert das Eindringen von Mardern und anderen Nesträubern. Das Einflugloch muss so ausgerichtet sein, dass keine Nässe eindringen kann. Platziert werden die Röhren auf den waagrecht wachsenden Ästen alter Obstbäume. Das Einflugloch muss in Richtung Stamm ausgerichtet werden.

Steinkauz-Pärchen bauen keine Nester, die Eier werden auf dem blanken Röhrenboden abgelegt. Hilfreich für das Brutgeschäft ist es jedoch, wenn die Betreuer die »Kinderstube« mit Holzspänen wohnlich gestalten. Das führte dazu, dass in diesem Jahr über 20 Jungvögel in den Röhren aufgezogen wurden. Sie wachsen schnell und entsprechend viel Kot fällt in den Kästen an. Die Röhren werden im Abstand von zwei Jahren gereinigt, manchmal auch schon nach einem Jahr, wenn die Zahl der Jungvögel besonders groß war. In diesem Jahr wurden fünf brütende Steinkauz-Pärchen gezählt.

Mehrmals werden die Kästen kontrolliert. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Bericht von Fritz Schmitt aus dem Jahr 1989. 87 Kästen hatte er damals zu betreuen, 68 waren die Kinderstube von vielen kleinen Vögeln. Für den Steinkauz war es kein gutes Jahr, denn von 29 Röhren waren nur vier mit Bruten belegt. In fünf Röhren hatte sich der Star niedergelassen, eine Röhre war von Mäusen bewohnt. Immerhin acht junge Steinkäuzchen wurden gezählt.

»Die Arbeit hat sich trotz unterschiedlicher Erfolge gelohnt«, stellt Fritz Schmitt in seinem persönlichen Rückblick zufrieden fest. Es erfüllt ihn auch mit Freude, dass er und sein langjähriger Mitstreiter Wolfgang Langer mit den Steinkauz-Betreuern Bodo Baustian und Karl-Heinz Rudolph zwei versierte und engagierte Nachfolger für die Aufgabe bekommen haben.

Die Aktivitäten der Alten-Busecker Vereine sind für den semiprofessionellen Kameramann Karl-Heinz Streich immer auch ein Anlass, die Ereignisse per Video zu dokumentieren. So auch jetzt den Generationenwechsel bei den Vogelfreunden. Deshalb darf man wieder gespannt sein auf seinen Jahresrückblick 2012.

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