14. Februar 2008, 21:48 Uhr

Für ein Ganztagsangebot muss die Gemeinde mit ins Boot

Buseck (rüg). Wenn es ein gutes Ganztagsangebot an der Goetheschule in Großen-Buseck geben soll, dann muss die Gemeinde mit ins Boot. Dies war eine der Kernaussagen bei einem Treffen von Vertretern verschiedener Institutionen und Vereine am Mittwochabend im Kulturzentrum am Schlosspark, in dessen Rahmen über die Möglichkeiten der weiteren Vernetzung der Bildungs- und Betreuungsangebote in Großen-Buseck diskutiert wurde.
14. Februar 2008, 21:48 Uhr

Eingeladen hatte das »Aktionsbündnis Pro Goetheschule«, deren Vertreter Ines Muskau und Dirk Haas als Diskussionsleiter rund 50 Teilnehmer im kleinen Saal begrüßen konnten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es Grundschülern, die am Nachmittag die Angebote der Goetheschule nutzen, ermöglicht werden kann, in der benachbarten Georg-Diehl-Kindertagesstätte ihr Mittagessen einzunehmen.

Dies ist für das Aktionsbündnis eine Voraussetzung, um ein Ganztagsangebot mit einer pädagogischen Mittagsbetreuung an mindestens drei Tagen pro Woche bis 14.30 Uhr zu schaffen. »Unser Partner dafür wäre die Georg-Diehl-Kindertagesstätte. Aber dafür brauchen wir eine klare Zusage der Gemeinde, dass wir die Räume auch nutzen können. Wir brauchen ein klares Signal der Gemeinde, weil wir es als Schule und Eltern nicht alleine schaffen können«, unterstrich Ines Muskau.

Die stellvertretende Leiterin der Goetheschule, Monika Hölkeskamp, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich nicht um eine für die Schüler verpflichtende Ganztagsschule handeln soll, sondern um eine Grundschule mit Ganztagsangebot, das auf freiwilliger Basis funktioniere. Der Kreis habe klargestellt: Wenn ein solches Mittagessen-Angebot an der Goetheschule selbst eingerichtet werden soll, seien Umbauten notwendig. Und die könne der Kreis in den nächsten Jahren nicht finanzieren. Die Schule selbst habe derzeit keinen freien Raum.

Da stelle sich aber das Problem der Förderung, »denn wir fallen derzeit durch das Raster«, erläuterte Manfred Weller, der als Leiter der Steinbacher Grundschule auf ein umfangreiches und von einem Förderkreis getragenes AG-Angebot an seiner Schule verweisen konnte. Zuschüsse gebe es nur, wenn es sich um eine Ganztagsschule handele. In einem Gespräch habe aber Kreisschuldezernent Siegfried Fricke erklärt, der Kreis wolle einen Topf zur Finanzierung solcher freiwilliger Angebote einrichten.

Deren Notwendigkeit unterstrich Weller: »Es gibt immer mehr Familien in denen beide Elternteile arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen oder Alleinerziehende, die den ganzen Tag arbeiten.« Auch in Bezug auf sozialschwache Familien sei ein Mittagessenangebot wichtig. Es werde sicher einige Schüler geben, die dies (und nicht die AG-Angebote) am Nachmittag nutzen würden, seil sie zuhause kein geregeltes Mittagessen bekommen.

Seitens der Gemeinde stellten Bürgermeister Erhard Reinl und Hauptamtsleiterin Ilona Schindler klar, dass dieses Angebot entweder als zeitlich begrenztes Projekt laufen oder die Kindergartensatzung der Gemeinde geändert werden müsse. Derzeit nutzten rund 40 Kinder im Georg-Diehl-Kindergarten das Mittagessenangebot, die Kapazität sei auf 65 Kinder ausgelegt. Mehr sei für eine Köchin nicht zu schaffen. Eine Nachfrage über diese Zahl hinaus würde also mehr Personal und damit mehr Kosten bedeuten. Frank Müller (CDU) und Andreas Zum Winkel schlugen vor, zunächst einmal eine Bedarfsermittlung vorzunehmen. »Es muss möglich sein, dass die Kinder dort bezahlbares Essen bekommen, zum Beispiel auch durch Anlieferung«, meinte Müller. Für Zum Winkel war es unverständlich, dass es bei einer derzeit freien Kapazität von rund 25 Plätzen nicht schneller und unbürokratischer möglich ist, dieses Angebot für die Goetheschüler zu schaffen.

Prof. Frank Runkel, Vorsitzender des Elternbeirats an der Gesamtschule Busecker Tal, brachte als eine Möglichkeit, um eine Lücke zu schließen, die Küche der IGS ins Spiel. Monika Hölkeskamp bezifferte den derzeitigen Bedarf der Goetheschule auf 17 Kinder. Steigen werde die Nachfrage überwiegend bei der Hausaufgabenhilfe, da hier viele Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwächeren Familien betreut würden. In etwa zwei Wochen sollen die ersten Bedarfszahlen seitens der Goetheschule an die Gemeinde geliefert werden. Die Erhebung über die tatsächliche Nachfrage im Frühjahr - 2007 beteiligten sich an der AG »Inliner« gut 80 und an der AG »Kunst« rund 40 Kinder - soll nach den Osterferien feststehen.

Weitere Themen waren die qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, die Schulsozialarbeit und eine Ausweitung und Flexibilsierung der Betreuung in den Kindertagesstätten (auf Freitagnachmittag nach 14.30 Uhr, samstags sowie eine durchgängige Ferienbetreuung).

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