15. Juni 2016, 09:23 Uhr

Ehrenamtliche Flüchtlingsbegleiter übergeben Gemälde

Buseck (siw). Am Montag kamen Ehrenamtliche der Busecker Flüchtlingshilfe in Begleitung einiger Betreuten ins Schloss, um ein Gemälde des Künstlers Khaled Al Deab zu überreichen. »Ich brauche mal einen Termin«, hatte Martha Kuhl-Greif zu Bürgermeister Dirk Haas gesagt. Und natürlich bekam sie einen.
15. Juni 2016, 09:23 Uhr
Die ehrenamtlichen Flüchtlingsbegleiter überreichen Bürgermeister Dirk Haas (Mitte) ein Gemälde des Künstlers Khaled Al Deab, das eindrucksvoll eine der gefährlichsten Situationen der Flucht widerspiegelt. (Foto: siw)

Um was es jedoch ging, das ahnte der Rathauschef nicht, denn das ehrenamtliche Engagement der Anfragenden ist breit gestreut. »Sie haben, soweit Sie es konnten, schnell und unbürokratisch bei der Unterbringung der Flüchtlinge geholfen«, lobte Kuhl-Greif, »und das wollen wir gerne würdigen«. »Ich strenge mich an, den Bürgern zu helfen, egal, ob neue oder alteingesessene. Schön, dass ich dafür – neben meinem Gehalt – eine solche Anerkennung bekomme«, freute sich Haas.

Ein nahezu identisches Gemälde befand sich im April in der Ausstellung im Rahmen des Frühlingsfestes des Freundeskreises Busecker Schlosspark in der alten Zehntscheune. Das Motiv: Ein überfülltes Flüchtlingsboot, das einsam auf dem Meer treibt. Damals hatten sich viele Flüchtlingsbegleiter und Besucher von diesem Werk besonders beeindruckt gezeigt, und es kam der Wunsch auf, es zu erwerben. Da es jedoch auf die meisten Betrachter sehr bedrückend wirkt und deshalb für einen privaten Raum als unpassend empfunden wird, entschieden sich die Ehrenamtlichen, es in der Gemeindeverwaltung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Problem: Es war bereits verkauft. Der Künstler jedoch erklärte sich bereit, ein Repro zu erstellen. Finanziert wurde dieses ausschließlich über Spenden, um die Erika Apel und Maja Kraushaar-Dörr Menschen gebeten hatten. Beim Pressetermin machten sie darauf aufmerksam, dass nach wie vor Wohnraum gesucht wird. Gerne auch ältere Häuser, damit eine Familienzusammenführung erleichtert wird und sich die Neubürger gegenseitig besser unterstützen können.

Das Leid der Flucht festhalten

Khaled Al Deab – der Künstler selbst konnte beim Übergabetermin nicht anwesend sein – wurde 1985 in Damaskus geboren. Er lebte dort bis zu seinem 27. Lebensjahr und studierte Kunst. 2013 schlug eine Bombe in seiner Wohnung ein und seine gesamte Familie flüchtete nach Amman in Jordanien. Dort arbeitete er, um die weitere Flucht zu finanzieren. 2014 kam er über die Balkanroute nach Deutschland, lebt und malt seitdem in Biedenkopf. Die Motive seiner Bilder greifen immer wieder das Leid der Menschen als Folge des Krieges auf. Aber auch sein »Neuanfang auf neuen Wegen« spiegelt sich in seinen Werken wieder.



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