10. Juni 2011, 10:45 Uhr

Busecker Grüne wollen Energieholznutzung im Bundeswehrdepot

Buseck (rüg). Zustimmung zur Energieholznutzung im ehemaligen Bundeswehrdepot bei Alten-Buseck: Die Grünen hatten einen Antrag dazu eingebracht, der im Bauausschuss am Mittwochabend - bei Enthaltung der Freien Wähler - einstimmig befürwortet wurde.
10. Juni 2011, 10:45 Uhr
Eine Windbruchfläche im ehemaligen Bundeswehrlager bei Alten-Buseck: Hier wurde schon mit der Aufforstung mit Eichen begonnen. Ähnliche Flächen könnten als so genannter Niederwald für Energieholz genutzt werden. (Foto: rüg)

Stefan Krämer begründete die Enthaltung der FW mit »noch Beratungsbedarf«. Erläuterungen zu den Möglichkeiten im Depot gab Harald Voll, Leiter des Forstamtes in Wettenberg.

»Energieholz ist in Zukunft der Renner«

Die Grünen möchten eine mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst abgestimmte Konzeption zur Gewinnung von Energieholz im Depot. Dort gebe es zu 80 Prozent Waldbestand »von nicht allererster Güte«, begründete Burkhard Böttcher den Antrag. Darüber hinaus gebe es gute Erschließungsstraßen, sodass sich die Nutzung für Energieholz (beispielsweise auch Holzhackschnitzel) geradezu anbiete. »Energieholz ist in Zukunft der Renner«, unterstrich Böttcher.

Er erinnerte auch an die historische Nutzung von Niederwald für die Energieholzgewinnung der Bevölkerung. Niederwald ist eine Waldbewirtschaftungsform für Bestände aus stockausschlagfähigen Baumarten. Diese regenerationsfähigen Gehölze sind in Mitteleuropa im Wesentlichen Hainbuche, Linde, Ahorn, Esche und Hasel. »Bis auf die vorhandenen Freiflächen in der Nähe des Eingangs ist das ehemalige Bundeswehrdepot insgesamt mit Mischwald bestockt. Bevor Überlegungen über anderweitige energetische Nutzungsmöglichkeiten auf dieser Waldfläche angestellt werden, liegt es deshalb nahe, zunächst der Frage nachzugehen, wie die Gemeinde Buseck als Waldeigentümerin den vorhandenen und künftigen Wald auf dem Depotgelände in die Umsetzung des Energie- und Klimaschutzkonzepts einbeziehen kann«, heißt es in dem Antrag. Dies soll zusammen mit Hessen Forst geklärt werden.

»Sinnhaftigkeit der Nutzung überprüfen«

Harald Voll erklärte, dass die Niederwaldnutzung eine Umtriebszeit von 15 bis 45 Jahren habe. Sie habe jahrhundertelang hervorragend für die Brennholzgewinnung funktioniert. Das Depot sei dafür geeignet, jedoch aufgrund der Geländelage und der Bunker eher weniger für den Einsatz von Erntemaschinen als für Rückemaschinen oder die »Handarbeit«.

Voll gab aber auch zu bedenken, dass man zuvor die Sinnhaftigkeit dieser Nutzung überprüfen müsse. Die Fichten und Laubbäume eigneten sich zu einem großen Teil für eine höherwertigere Nutzung als zur Energieerzeugung. Voll schlug vor, aufgrund der heterogenen Waldstrukturen im Depot eine Bestandsaufnahme vorzunehmen.

Dann müsse man entscheiden, ob zunächst eine sinnvolle Hochwaldnutzung und anschließend eine Energiewaldnutzung gewollt ist oder gleich die Nutzung zur Energiegewinnung. »Das muss sorgfältig für jede Fläche abgewogen werden«, meinte der Forstfachmann. Die vorhandenen Fichten beispielsweise könnten nicht gut zehn bis 15 Jahre stehen.

Voll: »Gemeindewald mit einbeziehen«

»Am besten wäre ein Blockheizkraftwerk in einem Wohngebiet, dass aus dem gesamten Gemeindewald beliefert wird. Aber das geht dann über das Depot hinaus«, sagte Voll. Er bezifferte den jährlichen Anteil an Industrieholz auf rund 8000 Festmeter. Davon könnte die Hälfte als Energieholz genutzt werden.

Auf die Frage von Uwe Kühn, ob die gerodeten Flächen hinter dem Eingangsbereich für die Energieholzgewinnung geeignet seien, sagte Voll, dass man dort schon mit der Aufforstung von Eichen begonnen habe: »Wir haben da zufällig das Richtige gemacht, auch wenn unsere Intention die 200-jährige Eiche ist.« Oliver Steinbach (CDU) wollte wissen, ob eine Holzhackschnitzelproduktion dort möglich sei. Dies bejahte Voll, jedoch sollte man dafür kein höherwertiges Holz nutzen.



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