17. Mai 2010, 17:14 Uhr

Buseck: Ausstellung zeigte Dorfleben in früheren Zeiten

Buseck (siw). Liebevoll vorbereitet hatte der Heimatkundliche Arbeitskreis Buseck die Ausstellung im Sitzungszimmer des Thal’schen Rathaus. »Wie Alltag und Feste früher auf dem Dorf gemeinsam gestaltet und gelebt wurden«, lautete das Motto der Veranstaltungung aus Anlass des Internationalen Museumstages am Sonntag.
17. Mai 2010, 17:14 Uhr
Alltag und Feste in früheren Zeiten: Die Ausstellung des heimatkundlichen Arbeitskreises Buseck stieß auf großes Interesse. (Foto: siw)

Buseck (siw). Liebevoll vorbereitet hatte der Heimatkundliche Arbeitskreis Buseck die Ausstellung im Sitzungszimmer des Thal’schen Rathaus. »Wie Alltag und Feste früher auf dem Dorf gemeinsam gestaltet und gelebt wurden«, lautete das Motto der Veranstaltungung aus Anlass des Internationalen Museumstages am Sonntag. Ein jeder Monat im Jahr wurde mit Gebrauchsgegenständen aus früheren Zeiten, Ernteprodukten und vielen alten Fotos dokumentiert. Ein großer Teil der Exponate stammte aus dem Fundus von Ilse Gans, die den Alltag der Bauersfamilien, Bräuche, Feste und Wissenswertes für neun von zwölf Monaten auch schriftlich ausführlich beschrieb.

Der Darstellung der restlichen drei Monate hatte sich Ilse Reinholz-Hein angenommen. Der Grundstock der Fotos stammte von der 1200-Jahr-Feier Alten-Buseck 1986 Es wurde weiter fleißig gesammelt, und nicht zuletzt dank Karl-Heinz Frank verfügt der Heimatkundliche Arbeitskreis mittlerweile über eine ansehnliche Sammlung von über 5000 Bildern. »Ein Stück unserer Geschichte zu bewahren«, ist eine Herzensangelegenheit des Arbeitskreises, der dringend Räume zum Aufbewahren der historischen Dinge benötigt.

Wer weiß heute noch, was es mit dem Dachsfest auf sich hat? Es wurde im Februar gefeiert und war insbesondere ein Feiertag für die Waldarbeiter. Wenn der Dachs an diesem Tag seinen Schatten sieht, dann wird es - dem alten Glauben nach - noch einmal vier Wochen kalt, und die Winterarbeit kann noch nicht verrichtet werden.

September und Oktober waren die Monate, in denen die Vorräte für den Winter bereitet wurden. Nachbarschaftshilfe war angesagt beim Kochen von »Hoink« aus Zwetschgen, Birnen und Kürbissen, ebenso wie beim Schlachtfest (meist im November), das sich über zwei bis drei Tage hinzog. Alleine sechs Seiten hat Ilse Gans diesem Ereignis gewidmet.

Über die Heu- und Getreideernte ohne Maschinen gab es ebenfalls viel zu erzählen, und so ganz nebenbei erfuhr man, dass die »Ueschlieze aus em Schloutuch« gerne von den Hühnern gefressen wurden und abends der Klang des Sense-Dengelns über dem Dorf lag. Weihnachtsschmuck war für den letzten Monat im Jahr ausgestellt, aber auch eine Zither und eine »Zäiorgel« lagen bereit, denn der Dezember war schließlich der Monat der Hausmusik.

Das Rezept für 20 Bleche Riwwelkuche (mit 55 Pfund Mehl für die Streusel und 70 Pfund Mehl für den Teig) hatte Ilse Gans den Aufzeichnungen zum Hochzeitsmonat Mai angefügt. Auch das Backen von zehn Radonen (Formenkuchen) war hiernach den Brautleuten zu empfehlen, damit der »Bräukuche« für alle geladenen Gäste und das Austragen in die Nachbarschaft und für Bekannte und entfernte Verwandte langte. Eine Etage tiefer hatte der Heimatkundliche Arbeitskreis zu einem Bräukaffee eingeladen. Den ließen sich die zahlreichen Besucher nicht entgehen, sodass schon lange vor »Toreschluss« kein Krümel mehr vom Riwwel- und Matte-Kuche übrig war.

An der »Hochzeitstafel« las Margitta Handloser einen vergnüglichen Sketsch vor, den die 90-jährige Katherine Alexander aus Reiskirchen geschrieben hatte und der von zwei ziemlich voreiligen Brautwerbern handelte. Alles in allem eine gelungene Ausstellung, die auch Zeit und Raum für einen regen Austausch ließ.

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