27. Juni 2008, 17:32 Uhr

Beim Ja-Wort genommen: »In Freud und Leid zusammen«

Buseck (siw). »In Freud und Leid zusammenstehen« - dieses Versprechen gaben sich Hans-Joachim und Heidi Wachler (geborene Wetzel) aus Alten-Buseck vor 25 Jahren. Am vergangenen Samstag feierten sie ihre Silberne Hochzeit. Die Ehe war noch jung an Jahren, als Hans-Joachim Wachler in Folge eines Schlangenbisses einen Schlaganfall erlitt.
27. Juni 2008, 17:32 Uhr
»In Freud und Leid zusammenstehen«: Hans-Joachim und Heidi Wachler haben dieses Versprechen vor 25 Jahren mit Leben erfüllt.

Buseck (siw). »In Freud und Leid zusammenstehen« - dieses Versprechen gaben sich Hans-Joachim und Heidi Wachler (geborene Wetzel) aus Alten-Buseck vor 25 Jahren. Am vergangenen Samstag feierten sie ihre Silberne Hochzeit. Die Ehe war noch jung an Jahren, als Hans-Joachim Wachler in Folge eines Schlangenbisses einen Schlaganfall erlitt. Die unerfreuliche Begegnung mit einer Muräne, einem aalartigen Fisch, machte der damals 30-Jährige beim Schnorcheln in griechischen Gewässern. Muränen selbst sind nicht giftig, nehmen aber als Aasfresser Gifte auf. Eine ärztliche Versorgung fand nicht statt, der Vorgang selbst wurde »heruntergespielt«, schließlich wollte der einzige Arzt auf der kleinen Urlaubsinsel die Touristen nicht verschrecken. Nach Rückkehr in die Heimat begann eine Odyssee durch Arztpraxen und Krankenhäuser.

»Tut mir leid, wir können nicht helfen. Mit Schlangenbissen haben wir keine Erfahrung«, mit diesem Kommentar wurde das Ehepaar Wachler in einem Krankenhaus in Gießen einfach stehen gelassen. In einer anderen Klinik stempelte man Hans-Joachim Wachler als Hypochonder ab. Erst Dr. Michael Holm-Hadulla (damals Kinderarzt in Wetzlar, heute in Heidelberg ansässig als Spezialist für ungeklärte Krankheitsfälle) stellte fest, dass der Schlaganfall durch den Muränenbiss ausgelöst wurde.

Durch großes Engagement und Gabe von Kobra-Gift in kleinen Dosen hat er eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes und vor allem der Wortfindung seines Patienten herbeigeführt. Wäre zeitnah ein Gegengift gespritzt worden, hätte der weitere Lebensweg von Hans-Joachim und Heidi Wachler anders ausgesehen.

Der gehegte Kinderwunsch musste zurückgestellt und letztendlich aufgegeben werden, schließlich hatte Heidi Wachler als Justizverwaltungsangestellte nun maßgeblich für den gemeinsamen Lebensunterhalt zu sorgen. Es dauerte nämlich viele Jahre, bis der gelernte Kfz-Mechaniker und ehemalige Turniertänzer wieder einer beruflichen und sportlichen Tätigkeit nachgehen konnte. Inzwischen übt der 49-jährige Musikliebhaber nach einer Umschulung zum Bauzeichner einen technischen Beruf aus, der ihm sehr viel Freude bereitet. Außerdem spielt er gerne Badminton mit seinen Freunden.

Eine gelungene Überraschung hatte Heidi ihrem Hans zur Silberhochzeit bereitet. Da das Restaurieren von Oldtimern einst zu seinen Hobbys gehörte, hatte sie still und heimlich einen Renault 10 CV Primaquatre, Baujahr 1930, samt Chauffeur gebucht. Bevor sie mit diesem alten Schätzchen am Samstag an der Kirche vorfuhren, machten sie Halt zu einem Fotoshooting im schönen Busecker Schlosspark. Die Festkleidung - sie im Dirndl, er im Trachtenlook - weist auf Heidi Wachlers Liebe zu den Bergen hin, während ihr Mann eher der Nordsee-Typ ist. Die Silberhochzeits-Reise führt an den Bodensee.

Auf vielfältige Weise engagiert sich Heidi Wachler innerhalb der katholischen Pfarrgemeinde von St. Marien. Sie war acht Jahre lang Mitglied im Pfarrgemeinderat, wirkte als Firm-Katechetin, Lektorin und Ministrantin und ist bei den »Katholischen Frauen Deutschlands« (KFD) aktiv. Ihre besondere Leidenschaft gilt der »fünften Jahreszeit«. Mit Sketchpartnerin Christa Lorenz ist die »Hobby-Komikerin« eine feste Größe bei den Sitzungen des Katholischen Fastnachtsclubs, sitzt zudem im KFC-Siebener-Rat.

Die 48-Jährige singt im Chor »Con Spirito«, ist im Ausschuss »Musik in der Kirche« (MiK) tätig und unterstützt die ökumenische Arbeit. Auch in der Ehe wird die Ökumene gelebt, denn Hans-Joachim Wachler ist evangelisch. Darum wurde die vom katholischen Pfarrer i. R. Franz-Josef Schneider zelebrierte Heilige Messe zur Silberhochzeit vom evangelischen Pfarrer für Ökumene, Bernd Apel und Lektor Alfred Keil, mitgestaltet. All drei sind den Wachlers freundschaftlich verbunden. Natürlich erfreute auch der Chor mit mehreren Gesangsbeiträgen die Gottesdienstbesucher und das Silberpaar. (Foto: siw)

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