26. Dezember 2016, 19:43 Uhr

Bankrotteur oder Milliardär? Theaterspaß in Buseck

Buseck (siw). Vom Bankrotteur zum Milliardär oder »Eine Bomben-Geschäftsidee«: So lautete der Titel des turbulenten Theaterstücks von Reiner Schrade, mit dem die Theatergruppe »spät dran« am ersten Weihnachtsfeiertag für köstliche Unterhaltung im Kulturzentrum am Schlosspark in Buseck sorgte.
26. Dezember 2016, 19:43 Uhr
(Foto: Siglinde Wagner)

Damit wurde die seit 1928 im Gesangverein Heiterkeit-Sängerkranz Großen-Buseck gepflegte Tradition fortgeführt. Geistreiche, witzige aber nicht überdrehte Dialoge, Wortspielereien, die Spielfreude der Akteure und ein flüssiger Ablauf machten das Zuschauen zu einem wahren Vergnügen.

Bevor sich der Vorhang für den Dreiakter öffnete, war beim Chor-, Theater- und Tanzabend zunächst Gesang zu hören. Unter Leitung von Bettina Kühn intonierten der gemischte Chor »Hört der Engel Lied erklingen« und »Quem pastores laudavere«. Der Jugendchor »Joyful noise« stimmte »I’m dreaming of a white Christmas« und »Do you wanna build a snowman« an. Gemeinsam mit den Besuchern wurde »O du fröhliche« gesungen. Jürgen Thiele leitete durch das Programm. Matthias Haupt war für die Musik im dritten Teil des Abends zuständig.

Das Stück ein Volltreffer. Textsichere Darsteller. Die Rollen wie auf den Leib geschneidert. Ein restlos begeistertes Publikum. Am Ende donnernder Applaus. Die Debütantin Doreen Haupt zum Piepen. Man konnte fast glauben, die Rolle wäre extra für sie geschrieben worden. Und auch Steffi Fast, die nach einer längeren Kinderpause wieder auf der Bühne stand, hatte von ihren schauspielerischen Fähigkeiten nichts eingebüßt. Andreas Nachtigall als Bauer Karle Häfale – arbeitsscheu, aber schlitzohrig und von einer »Lebensmittelschwangerschaft« betroffen – ging so richtig in seiner Rolle auf.

Kuriose Charaktere

Seine Ehefrau Emma (Steffi Fast) träumt von einer Finca auf Mallorca. Aber der Bauernhof ist hoch verschuldet. Gerade als wieder einmal Frau Wucherer (Martina Herzberger), eine gestresste und immer noch unverheiratete Finanzbeamtin, die fälligen Steuerschulden eintreiben will, fällt der alte Trecker aus. Die Lage erscheint hoffnungslos. Andy (Markus Herzberger), der gern ins große Business einsteigen will, hat es auf Dolly (Doreen Haupt) – die hübsche, aber etwas dümmliche Tochter der Häfales – abgesehen. Dolly indes träumt von einer Karriere als Model oder Designerin, hat sich bereits bei »Germanys best Topmodel« und »Deutschland sucht den Suppenstar« beworben. Gerade ihre Wortverdrehereien und selbst entworfenen Outfits sorgten für viele Lacher.

Andy würde gerne helfen, den Hof wieder auf Vordermann zu bringen, kann aber trotz Diplom Bauer Karle nicht so recht von seinen Optimierungs- und Finanzierungsplänen überzeugen. Als dann ein Manager aus der Stadt (Florian Seipp als Herr Schlapper-Rammelmann) mit seinem Maybach in Häfales Fäkalienkompostieranlage landet und dabei noch Hugo, den besten Zuchtgockel des Hofes überfährt, hat Andy eine Bomben-Geschäftsidee, die Karle durch immer verrücktere »Eingebungen« in eine lukrative aber gefährliche Richtung lenkt. Und so nimmt das Chaos seinen Lauf.

Die Regie der kurzweiligen Inszenierung lag in den bewährten Händen von Evelyn Müller, Souffleusen waren Sandra Stephan und Birgit Weber. Für die Bühnendekoration, die den wachsenden Wohlstand im Hause Häfale widerspiegelte, zeichnete Kerstin Teuscher verantwortlich. (siw/Foto: siw)



0
Kommentare | Kommentieren

Mehr zum Thema

Bilder und Videos