22. Juli 2010, 15:54 Uhr

Viel Beifall für Dünsberg-Revierförster Peter Moos

Biebertal (no). Erst lobende Worte, dann langer Beifall für einen Mann, der nahezu zwei Jahrzehnte lang die Welt am Dünsberg prägte: Am gestrigen Donnerstag verabschiedete Forstdirektor Harld Voll (Fortamt Wettenberg) den seitherigen Dünsberg-Revierförster Peter Moos (65) nach 48 Jahren im Forstdienst in den beruflichen Ruhestand.
22. Juli 2010, 15:54 Uhr
Dünsberg-Revierförster Peter Moos (rechts) wurde am Donnerstag von Forstdirektor Harald Voll verabschiedet; in ihrer Mitte Moos-Nachfolgerin Ulrike Henrich. (Foto: no)

Biebertal (no). Erst lobende Worte, dann langer Beifall für einen Mann, der nahezu zwei Jahrzehnte lang die Welt am Dünsberg prägte: Am gestrigen Donnerstag verabschiedete Forstdirektor Harld Voll (Fortamt Wettenberg) den seitherigen Dünsberg-Revierförster Peter Moos (65) nach 48 Jahren im Forstdienst in den beruflichen Ruhestand. Während einer Feier in und am Forsthaus unweit der Obermühle bei Bieber zudem vorgestellt wurde die Nachfolgerin des verdienten Grünrocks Moos, die 36-jährige Ulrike Henrich.

Der aus dem Dillkreis stammende Neu-Pensionär, dessen Vita in der GAZ vom vergangenen Samstag ausführlich beschrieben worden war, hatte am Vormittag zunächst zu einer Fachexkursion durch sein 1800-Hektar-Revier gebeten, bevor er Kollegen, Freunde und Weggefährten am Forsthaus willkommen hieß. Darunter Forstleute und Waldarbeiter, Bürgermeister und andere Kommunalpolitiker, Vertreter von Archäologie und Kunst am Dünsberg, Akteure des Dünsbergvereins, des Jagdwesens und des lokalen Naturschutzes.

Prof. Dr. Klaus-Peter Rödig, Waldbau-Referatsleiter im Umweltministerium, früher Leiter der Forsteinrichtungsanstalt in Gießen, skizzierte auf Moos’ Bitte hin den Wandel in der hessischen Forstwirtschaft während der vergangenen fünf Jahrzehnte. Er nannte Förster »Überzeugungstäter, die mit dem Wald verwachsen« seien. Erst Berufs- und Lebenserfahrung machten sie zu Könnern; aber wenn sie die umfassend hätten, gingen sie leider schon wieder in den Ruhestand. Rödig beschrieb die Schwierigkeit, im Dünsberg-Forst die unterschiedlichen Anforderungen in Einklang zu bringen: Natur (Schutzfunktionen), Waldbau (Wirtschaft) und Erholung (Publikumsdruck). Weil dem so sei, habe die Dünsberg-Ostflanke Jahrzehnte als Schulungsfläche herhalten können.

»Im Wald hängt alles mit allem zusammen.« Moos - »ein Enthusiast« - habe damit vorzüglich umgehen können, habe seinen Wald als Kulturgut betrachtet und eine ganz eigene Form von Waldpädagogik praktiziert.

Harald Voll lobte Moos als einen fachlich sehr versierten Förster, der immer über den Tellerand hinaus geblickt habe. Der Vermitteln waldbaulicher Belange in die Öffentlichkeit hinein sei ihm vorzüglich gelungen. Nicht minder der Ausgleich zwischen den Nutzungsanforderungen. Seine Nachfolgerin übernehme eine Forst-Perle. Und: Moos habe sich erlaubt, nicht alle ministeriellen Vorgaben ganz penibel einzuhalten - »Gott sei Dank!« Der Wald am Dünsberg und das Bild, das er abgebe, sprächen für sich.

Ulrike Henrich, die sich im Auswahlverfahren unter vier Bewerbern durchgesetzt hatte, schien froh zu sein, einen intakten Forst übernehmen zu dürfen, der zudem im Licht der Öffentlichkeit steht. Ein wenig ist es für die in Hanau aufgewachsene Frau, die in Göttingen Forstwirtschaft studierte und zuletzt gut fünf Jahre ein Privatforstrevier im Münsterland leitete, wie Heimkehr: Ihr Vater stammte aus Bellersdorf (Mittenaar), und sie sie selbst machte ein Studienpraktikum bei Revierförster Hans-Joachim Leicht im benachbarten Krofdorf-Gleiberg.



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