22. März 2010, 00:46 Uhr

Rund 1000 Sänger warben zwei Tage für die Chormusik

Biebertal (rge). Genau den richtigen musikalischen Einstieg zum kalendarischen Frühlingsanfang fanden die Sängerinnen und Sänger des gemischten Chores der »Eintracht« Rodheim-Bieber mit dem Volkslied »Draußen im Garten« im Satz von Uwe Henkhaus am Wochenende beim Kreiswertungssingen des Sängerkreises Gießen.
22. März 2010, 00:46 Uhr
Kritiksingen des Sängerkreises Gießen in Rodheim-Bieber: Der gemischte Chor des Gesangvereins »Eintracht« Rodheim-Bieber mit Chorleiter Rainer Geitl bei seinem Auftritt. (Foto: rge)

Biebertal (rge). Genau den richtigen musikalischen Einstieg zum kalendarischen Frühlingsanfang fanden die Sängerinnen und Sänger des gemischten Chores der »Eintracht« Rodheim-Bieber mit dem Volkslied »Draußen im Garten« im Satz von Uwe Henkhaus am Wochenende beim Kreiswertungssingen des Sängerkreises Gießen. Unter der Leitung von Chorleiter Rainer Geitl stellte sich auch der »Eintracht«-Chor »Sing and Swing« ebenso wie insgesamt rund 1000 Sängerinnen und Sänger aus 34 Chorgruppen in Männer-, Frauen-, gemischten, Jugend- und Kinderchören aus den Mitgliedsvereinen des Sängerkreises Gießen der Kritik des Chormusikers und Dirigenten Mark Opeskin aus Neu-Anspach. Die Gastgeber des großen Sängerinnen- und Sängertreffens waren die Frauen und Männer des Gesangvereins »Eintracht« 1863 und die Gesangsabteilung der SKG Rodheim-Bieber, von denen die Bühne im Bürgerhaus hübsch mit Blumen geschmückt worden war, um die vielen Chorgäste aus weiten Teilen von Mittelhessens freundlich willkommen zu heißen. Durch das abwechslungsreiche Musikprogramm, das von Volkslied und Klassik bis zu Gospel und Pop reichte, führten abwechselnd und souverän Hans-Albert Bender und Manfred Mandler von den Rodheimer Gastgebervereinen.

Nach der Begrüßung der Mitwirkenden und der Zuhörer erinnerte Sängerkreis-Vorsitzender Claus Schmidt im Bürgerhaus Rodheim-Bieber an den vor wenigen Tagen kurz vor seinem 60. Geburtstag verstorbenen früheren Chorleiter des Sängerkreises, Karl-Theo Sames aus Watzenborn-Steinberg. Er habe die positive Entwicklung des Sängerkreises auch als Ideengeber beim Kinderchorsingen und beim Kritiksingen sehr maßgeblich beeinflusst, hob Schmidt hervor. Für Augenblicke des Innehaltens und des Gedenkens an den Musiker, Chorleiter und Menschen Sames wurde es still im Bürgerhaus.

Mark Opeskin war es dann vorbehalten, sich den Chorsängern vorzustellen und die Bühne freizugeben. Das Mitglied im Musikausschuss des Hessischen Sängerbundes ist neben seiner Tätigkeit als Kreischorleiter im Hochtaunuskreis auch Dozent an der Chorleiterschule in Frankfurt. Der gebürtige Lette ist neben seiner Arbeit mit vielen deutschen Chören auch als gefragter Gastdirigent im Ausland aktiv, so in Australien, Kanada, England, Lettland und Schweden. In einem Chor zu singen, bedeute Freude, sagte er im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung« und warb für das Hobby Singen. Für ihn sind Ausdruck, Inhalt und individuelle Choreografie wichtige Punkte, auf die er bei der Chorarbeit mehr als auf die Technik achte, bekannte er.

Gleich zu Beginn des Abends würdigte er den gemischten »Eintracht«-Chor für seinen Auftritt und bescheinigte dem Dirigenten Rainer Geitl hervorragende Arbeit. Die Aussprache sei bei der Vokalmusik das Allerwichtigste, verdeutlichte er, denn die Zuhörer sollten wissen, was gesungen wird. Als Tipp für den Chor notierte er die weitere Arbeit an der Tonreinheit.

Von Opeskin wurden jeweils die positiven Aspekte hervorgehoben und Hinweise für die weitere Chorarbeit an alle folgenden Chöre ohne den erhobenen Zeigefinger gegeben. Auch beim »Sing and Swing«-Chor der ausrichtenden »Eintracht« hielt er die Rhythmik für »sehr in Ordnung«, empfahl aber die Präsenz der Bassstimmen zu reduzieren. Der Auswahl der Musikstücke mit den Titeln »Vom Küssen« (Uwe Henkhaus) und »Joyfully Sing« (Linda R. Spevacek) notierte er als sehr schön. In der offenen Wertung gab es so auch für jeden Chor gut gemeinte Ratschläge und einiges an Lob.

Nach dem Auftakt mit den beiden Rodheimer »Eintracht«-Chören stellten sich am Freitagabend der gemischte Chor und der Chor »Sing a Song« der Sängervereinigung Staufenberg (Chorleiter Hermann Wilhelmi), von der »Germania« Heuchelheim »Go Spirit« (Julia Faatz), die »Eintracht-Germania« Buseck (Renate Schygalla), die »Harmonie« Daubringen (Peter Schmitt) und der Vokalkreis der Friedrich-Ebert-Schule Gießen-Wieseck (Kira Petry) dem Kritiker. Im zweiten Teil traten die Sängerinnen und Sänger der »Germania« Alten-Buseck (Andreas Czerney), der »Chorona« Buseck (Dr. Thomas Kreiling), des Bauerschen Gesangvereins Gießen (Hermann Jung), der Sängervereinigung Treis/Lumda (Männerchor) und des Ensembles »treiStimmig« (Matthias Schulze), der »Inspiration« der »Heiterkeit« Annerod (Martin Gärtner), des Frauenchores »Crescendo« und des Männerchores der »Eintracht« Wieseck (Jörg Rainer Becker) sowie der »Einigkeit-Harmonie« Reiskirchen (Werner Bohm) auf. Zum wohlklingenden Abschluss des ersten Abends waren die »Chorifeen« des Gesangvereins »Eintracht« Watzenborn-Steinberg (Torsten Schön) zu hören.

Am Samstag bewertete Mark Opeskin jeweils zwei Liedvorträge der »Eintracht« Trohe (Markus Weil), der »Einigkeit-Harmonie« Reiskirchen (Werner Bohm), der »Germania« Heuchelheim (Werner Jung), von »Polyhymnia-Liederkranz« Beuern (Reiner Sommerlad), der »Teutonia« Heuchelheim (Holger Hedrich), der »Eintracht« Kleinlinden (Matthias Hampel), der »Sängerlust« Oppenrod (mit Männerchor), des gemischten Chores »O-Ton« und des Männerquintetts »Mikrolust« (Matthias Schulze), des Kinderchores »Lohwaldlerchen« (Elke Weber), des »Heiterkeit-Sängerkranz« Großen-Buseck (Bettina Kühn), der Chorgemeinschaft MGV Burkhardsfelden und des »Liederkranz« Climbach (Werner Volk), der »Eintracht« Watzenborn-Steinberg (Hubertus Weimer) und des Männer-, des Frauen- und des gemischten Chores »Vocal Pur« der Sängervereinigung »Eintracht« Wißmar (Dr. Thomas Kreiling).

Werbung für den Chorgesang waren alle Auftritte – beispielsweise mit »La-le-lu« (Heino Gaze), dem Lied von der Martinsgans (Richard Rudolf Klein), dem Klassiker »Unter der Linde« (Matthieu Neumann), modernen Kompositionen wie »Techno-Mühle« (Carsten Gerlitz), »Tears in Heaven« (Eric Clapton) oder angesagte Chart-Hits wie »Poker Face«. Geboten wurden musikalische Abwechslung und choreografische Überraschungen. Wie hatte Mark Opeskin gesagt: »Chorgesang macht Spaß.« Und den hatten Zuhörer und Chöre auf jeden Fall beim Kritiksingen des Sängerkreises Gießen (Internet: www. saengerkreis-giessen.de).



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