14. März 2012, 19:28 Uhr

Pfarrerin Strunk verlässt Fellingshausen und Königsberg

Biebertal (m). Abt Thomas, seinerzeit Religionslehrer am Klostergymnasium Marienstadt, nannte Claudia Strunk bei deren Ordination im September 1996 in Fellingshausen ein »Juwel«. Die damals 37-Jährige folgte auf Pfarrer Helmut Scholl. Gut 15 Jahre späterverlässt das »Juwel« die Gemeinde wieder, orientiert sich beruflich wie privat neu in Wiesbaden-Biebrich.
14. März 2012, 19:28 Uhr
Verlässt Fellingshausen: Pfarrerin Strunk (Foto: m)

Sie hat sich entschieden und hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. »Es ist so wenig vorstellbar, woanders zu leben und dennoch – ich habe es so entschieden«, schreibt die in Hof geborenen Westerwälderin in ihrem letzten Leitartikel im »Dünsbergboten«, dem Gemeindebrief der Kirchengemeinde Fellingshausen. Aber: Kirchengemeinde ist immer ein Stück Heimat, egal an welchem Ort.

Claudia Strunk erinnert sich noch an ihren ersten Täufling, Sophie Dönges und den ersten Konfirmandenjahrgang – hier sind einige inzwischen schon Väter und Mütter. Alles hat eben seine Zeit, auch der Abschied. Ihren Weg als Pfarrerin hatte der Abt seinerzeit vorhergesehen, nachdem sie ihre Klausur in Religionslehre dem Thema »Die Frau als Amtsträgerin in der Kirche« gewidmet hatte.

Kein Abschied ohne Rückblick und da waren ihr einige Dinge besonders wichtig: Die Seelsorge und damit das Kümmern um Menschen in schwierigen Lebenssituationen, ihnen nahe sein und sie begleiten und trösten zu dürfen. Die Arbeit mit den Konfirmanden und damit die Möglichkeit wahrzunehmen, jungen Menschen den Zugang zu den Inhalten des Glaubens durch eigene Erfahrungen zu öffnen. Gottesdiensten durch die Verbindung von Spiritualität und weltlich-kulturellen Elementen eine reizvolle Besonderheit zu geben. Dafür stand die »Guten-Abend-Kirche« und stehen die »Musikalischen Gottesdienste«. Eine Gabe, die sie hat und gerne nutzt, ist die Spontaneität. Es macht ihr Freude, auf Ereignisse schnell zu reagieren, auch wenn diese Ereignisse nicht immer freudigen Anlass hatten. Der spezielle Gottesdienst nach MKS, bei dem man sich mit diesem Thema noch einmal auseinander setzte, oder die Organisation des Benefizkonzertes zugunsten der Flutopfer der Jahrhundertflut im Osten durch das Elbhochwasser 2002 fallen der Pfarrerin da spontan ein. Als im Rahmen der Strukturveränderung die Kirchengemeinde Königsberg pfarramtlich mit Fellingshausen verbunden wurde, musste sie Kreativität und Organisationsgeschick beweisen, damit sich die beiden ganz unterschiedlichen Gemeinden einander annähern konnten. Es gab Felder, bei denen sich eine Zusammenarbeit, eine Vernetzung der Abläufe, anbot. Das war die Konfirmandenarbeit, die Frauenarbeit, das waren gemeinsame Gottesdienste und der Austausch der Redaktionsteams der beiden Gemeindebriefe, das waren die gemeinsamen Mitarbeiterfeiern und gemeinsame Klausuren im Rahmen der Kirchenvorstandsarbeit.

In ihre lange Amtszeit fielen besondere kirchliche Ereignisse in Fellingshausen wie das 100jährige Jubiläum des Gotteshauses, der Umbau der Orgel und der behindertengerechte Umbau des Kircheneingangs (Aufzug), der Anbau des Pfarrbüros an das Pfarramt und die noch laufende Maßnahme des Um- und Ausbaues der Kindertagesstätte »Fuchsbau«.

Sonntag Verabschiedung

Froh sei sie über ein funktionierendes Gemeindeleben, getragen von zahlreichen, engagierten Mitarbeitern. Das sei entlastend und bereichernd zugleich gewesen, versichert Claudia Strunk. Ihr war es dabei immer wichtig, Impulse zu geben und eine solide Basis für gute Entwicklungen zu schaffen. Die Gemeinde lebt davon, dass Menschen sich mit ihren Fähigkeiten einbringen und selbst dabei gute Erfahrungen machen.

»Meine Zeit in Biebertal bleibt eine ganz wertvolle Zeit in meinem Leben« sagt Claudia Strunk nachdenklich und ein wenig wehmütig. Es war ihre erste Pfarrstelle und hier wurden ihre beiden Kinder groß.

Am Sonntag, 18. März, wird sie um 14 Uhr in der Fellingshäuser Kirche verabschiedet. Die beiden Kirchenvorstände Fellingshausen und Königsberg laden ein. Anschließend findet in der Mehrzweckhalle ein Empfang statt. Pfarrer Günter Schäfer wird bis auf weiteres die Vakanzvertretung für beide Kirchengemeinden übernehmen.



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