21. Mai 2015, 19:13 Uhr

Musik aus Baba Yagas Hütte mit Mala Isbuschka

Biebertal (ws). Um eine Zugabe kam die Folkloreband »Mala Isbuschka« am Ende ihres hochkarätigen Konzerts in der ev. Kirche in Rodheim nicht herum. Vehement hatten die gut 50 Zuhörer danach verlangt am Ende eines musikalischen Programms, das Faszination austrahlte und Vielfalt bot.
21. Mai 2015, 19:13 Uhr
Die Folklore-Formation »Mala Isbuschka« im Altarraum der Rodheimer Kirche. (Foto: ws)

Die vierköpfige Formation mit Moritz Weissinger (Perkussion), Markus Wach (Cello/Bass), Daria Khoroshilova (Geige) und Lena Borchers (Akkordeon) war zum Abschluss der Sonderausstellung »Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart« aus Anlass des internationalen Museumstags auf Einladung des Heimatvereins Rodheim-Bieber in die Rodheimer Kirche gekommen. Die vierköpfige Gruppe zieht ihre Inspiration aus der traditionellen osteuropäischen Musik. Akkordeon, Geige, Kontrabass und Perkussion begleiten den Zuhörer auf eine musikalische Reise in fremde Kulturen. Klezmer, Russische Folklore, sephardische Lieder, Musik aus dem Balkan und eigene Kompositionen – Melodien, die eines gemeinsam haben: Geschichte und Tradition. Die Stücke interpretierten die vier Musiker immer wieder auf ihre eigene Weise. Die Instrumentalstücke klingen mystisch oder auch fröhlich, manchmal melancholisch, gelegentlich verrückt und verzaubernd, wie alte Märchen, die immer neu und anderes erzählt werden. So begeisterte die Formation zu Beginn mit »Castzhok« und »Donna, Donna«, einem jüdischen Stück, sowie Uschanka, einer Komposition von Markus Wach.

Der Name »Male Isbuschka« erinnert an alte Märchen. »Mala« ist ein altes russisches Wort für »Klein«. »Isbuschka« bedeutet »Holzhäuschen« – wie das kleine Häuschen auf Hühnerbeinen aus russischen Märchen, in dem die alte Hexe Baba-Jaga haust. In der slawischen Mythologie ist es ein Ort des Übergangs aus dem Diesseits ins Jenseits. Nach dem Wunsch des Bittstellers kann sich das Häuschen umdrehen und die Tür entweder in die eine oder in die andere Welt öffnen. Dieses Motiv des Häuschens, das quasi zwischen zwei Welten steht, inspirierte die Musiker bei ihrer Suche nach einem geeigneten Projektnamen. Sie befinden sich ebenso zwischen den Welten: den verschiedenen Kulturwelten Osteuropas und ihrer Musik. – Großen Applaus gab es für die erste Darbietung »Freylad 25« im zweiten Part des Nachmittagskonzertes. Schwungvoll herausgearbeitete musikalische Bögen kennzeichneten die »Humpelnde Tänzerin«, ebenfalls eine gelungene Eigenkomposition des Bassisten Markus Wach. Temperamentvoll vorgetragen schloss sich »Solveigs Sang« von Edvard Grieg an. Ein großes Konzert mit vielfältiger internationaler Musik, das einen würdigen Abschluss der Ausstellung »Deutsche aus Russland« bildete.

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