12. Mai 2009, 17:04 Uhr

Der Arzt kam einmal im Monat

Biebertal (ws). Einer der Blickfänge der neuen Sonderausstellung »Arzt & Apotheke vergangener Tage« im Heimatmuseum Rodheim-Bieber ist der alte Schreibtisch von Dr. Oskar Ziehe, der von 1926 bis 1963 in Rodheim in der Gießener Straße praktizierte, mit Untersuchungsgeräten wie die damals üblich waren. Sie trug Prof. Peter Mayser zusammen.
12. Mai 2009, 17:04 Uhr
Reiner Thies, Elfi Chatenay, Prof. Peter Mayser, Inge Thies, Peter Chatenay und Petra Mayser (v.l.) eröffneten die Ausstellung »Arzt & Apotheke vergangener Zeiten« im Heimatmuseum Rodheim-Bieber. (Foto: ws)

Biebertal (ws). Einer der Blickfänge der neuen Sonderausstellung »Arzt & Apotheke vergangener Tage« im Heimatmuseum Rodheim-Bieber ist der alte Schreibtisch von Dr. Oskar Ziehe, der von 1926 bis 1963 in Rodheim in der Gießener Straße praktizierte, mit Untersuchungsgeräten wie die damals üblich waren. Sie trug Prof. Peter Mayser zusammen. Auch die Geräte, die zur Herstellung von Pillen, Zäpfchen und Salben benutzt wurden, sind eine weiterer Blickfang. Sie wurden - wie viele andere Exponate - von Apotheker Peter Chatenay und seiner Gattin, der Apothekerin Elfi Chatenay, zur Verfügung gestellt.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Rodheim-Bieber, Helmut Failing, erinnerte daran, dass mit Dr. Klingelhöfer vor 120 Jahren erstmals ein Arzt nach Rodheim kam, aber nur einmal im Monat Sprechstunde hatte, und an die erste Apotheke, die Dr. Rudolf Opfer-Schaum 1950 in der Grabenstraße 53 eröffnete. 1951 siedelte er um in die Mühlbergstraße um. 1979 übernahm Peter Chatenay die Apotheke. Heute gibt es mit der Dünsberg-Apotheke in der Vetzbergerstraße noch eine weitere Apotheke. In Biebertal praktizieren zur Zeit sechs Ärzte.

Failing dankte den Organisatoren der Ausstellung: Inge Thies zusammen mit den Apothekern Peter und Elfi Chatenay, Prof. Peter Mayser, Petra Mayser und Reiner Thies, und lobte die Konzeption.

Im Rahmen des Internationalen Museumstages am Sonntag, 17. Mai, wird Prof. Ingeborg Siegfried um 17 Uhr im Heimatmuseum zum Thema »Großmutters Hausapotheke« referieren.

Die Besucher der Ausstellungseröffnung nutzten die Gelegenheit, sich die Exponate sachkundig erläutern zu lassen. Heute werden keine Pillen mehr hergestellt, sondern Tabletten und Dragees. Zu sehen sind auch Geräte zur Herstellung von Emulsionen sowie Gegenstände zum Abwiegen und Abmessen sowie zur Herstellung von Augentropfen, Heilpflanzenauszügen oder Pulvern und Teemischungen. Auch die Herstellung von Tinkturen ist erläutert. Zum Teil ist die Rezeptur der Arzneimittel auf alten Rezepten von Dr. Oskar Ziehe verzeichnet. - Alte Arbeitsgeräte der Apotheke wie z.B. Handwaagen ein Refraktometer zur Bestimmung des Brechungsindexes etwa von Öl, ein Gerät zur Bestimmung des Schmelzpunktes, Mikroskope und eine alte Tinkturpresse runden die sehenswerte Ausstellung ab. ´

Auf dem alten Schreibtisch von Dr. Ziehe finden sich unter anderem eine alte Chloroform-Maske als Narkosegerät, ein altes Stethoskop, ein Blutdruckmessgerät, ein Ohrenspiegel, Hammer und die Desinfektion mit Formalin.

Das erste Nuckelfläschchen für Babies aus Lothringen aus dem Jahre 1890 findet sich in einer der Vitrinen, ferner ein Impfschein für die Pockenimpfung. - Insgesamt ist die Ausstellung mit viel Liebe Detail zusammengestellt worden. Die Sonderausstellung ist bis zum 5. Juli, jeweils Sonntags von 15 bis 17 Uhr, geöffnet. Am Sonntag, 28. Juni wird es während der Öffnungszeiten eine Sonderaktion unter dem Titel »Riechen von Heilkräutern und Kosten von Tee« geben.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Apotheken
  • Heimatmuseen
  • Pillen
  • Schreibtische
  • Ärzte
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos