29. April 2013, 09:38 Uhr

Jörg Nickel übernimmt Allendorfer SPD-Vorsitz

Allendorf/Lumda (vh). »Ich kandidiere heute nicht mehr«, sagte der Allendorfer SPD-Ortsvereins-Vorsitzende Herbert Walther am Samstagnachmittag bei der Hauptversammlung der Allendorfer Sozialdemokraten im Dorfgemeinschaftshaus Climbach. Letztmalig hielt er in seiner Funktion als Vorsitzender Rückschau.
29. April 2013, 09:38 Uhr
Vorsitzender Herbert Walther und sein Nachfolger Jörg Nickel ehrten Werner Rein. Lichs Bürgermeister Bernd Klein gratulierte (von links). (Foto: vh)

Zum seinem Nachfolger wählten die Sozialdemokraten Jörg Nickel. Kurs halten sei im politischen Alltag oftmals schwer, sagte Walther. Dabei blieben auch Zerreißproben nicht aus. Weglaufen ginge aber nicht – weitermachen sei angesagt. Denn das Ehrenamt sei lebensnotwendig für die Gesellschaft. Und man profitiere auch selber davon. Walther wünschte sich nun unverbrauchte Kräfte im Vorstand. Den Genossen schrieb er noch ins Stammbuch, das Störfeuer aus den eigenen Reihen zu unterlassen um dafür die demokratischen Regeln wieder mehr zu beherzigen. Bei Wahlen wünsche er sich mehr Leute, die Flagge zeigten. Als Anregung gab der noch Vorsitzende mit auf den Weg, Wahlplakate vor dem eigenen Haus aufzustellen. Die zeigten, dass hier ein Sozialdemokrat wohne, bei dem der Bürger mal eben nachfragen könne, wie er sich dies und jenes vorstelle. Walther sagte, das komme vielleicht besser an als Hausbesuche.

Eindringlich rief er auf, dafür Sorge zu tragen, dass in Allendorf die Infrastruktur erhalten bleibe, vor allem die Gesamtschule. Am kommunalen Schutzschirm des Landes Hessen, den Allendorf beansprucht hatte, ließ Walther kein gutes Haar. Er bezeichnete diesen als Mogelpackung und Ende der kommunalen Selbstverwaltung. Alternative Energien waren ihm ein wichtiges Thema, aber in Verbindung mit dem genossenschaftlichen Gedanken.

Des weiteren streifte er Themen, die ihm ebenfalls auf den Nägeln brennen: Interkommunale Zusammenarbeit, Lumdatalbahn, Breitbandausbau. Verbesserungsbedürftig sei die Außendarstellung der Stadt. In Zeiten knapper Haushaltskasse wünschte sich Walther mehr Kreativität. »Wehret den Anfängen gegen Rechts«, forderte er. Der Ortsverein solle verstärkt Werbearbeit leisten, die SPD gerade auch für Jüngere attraktiver machen. In den politischen Gremien wünschte sich Walther eine Verjüngung. Trotz allem sah Walther den SPD-Standort Allendorf gefestigt. Man stelle zurzeit die Bürgermeisterin, alle Ortsvorsteher und habe mit der CDU einen Koalitionsvertrag. Im Wesentlichen funktioniere diese Zusammenarbeit. Am 8. September feiere der Ortsverein das 150-jährige Bestehen der SPD. Als Gastredner seien Thorsten Schäfer-Gümbel und Rüdiger Veit eingeladen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Wilhelm bedauerte, dass die Fraktion mit dem früheren Climbacher Ortsvorsteher Heinrich Nagel (verstorben) und Umweltfachmann Dr. Jochen Karl (ausgeschieden) zwei wichtige Funktionsträger verloren habe. Die neuen Gesichter Katrin Keil und Dirk Will hätten sich gut eingearbeitet. Auch Wilhelm klagte nicht über das Bündnis mit der CDU. Bloß verkauften die Wiesbaden zu oft als Erfolgsmodell. Er nannte es erfreulich, dass am Beispiel der Allendorfer Brandschutzkommission die überfraktionelle Zusammenarbeit funktioniere. Wichtige Themen für Wilhelm: Interkommunale Zusammenarbeit, erneuerbare Energien und Feuerwehrgerätehaus.

Bürgermeisterin Annette Bergen-Krause berichtete aus Stadt- und Kreispolitik. Innerhalb ihrer zwei Jahre im Rathaus sei die Energiegesellschaft Lumdatal entstanden, habe der Breitbandausbau begonnen und es werde jetzt umgestellt auf die gesplittete Abwassergebühr. Unangenehm sei etwa die Erhöhung der Bestattungsgebühren, das langwierige Ringen um das Feuerwehrgerätehaus in der Kernstadt oder die U3-Betreuungsplätze. Sie gab zu bedenken, dass im Falle eines Regierungswechsels in Hessen auch eine rot-grüne Koalition die Schutzschirm-Vereinbarung nicht rückgängig machen könne. Auf Kreisebene sei für Allendorf momentan die Zukunft der Gesamtschule das wichtigste Thema. Das 150. Bestehen der Partei solle kein Anlass sein, sich entspannt zurück zu legen, sondern wenn nötig nachzuarbeiten.

Als Ehrengast sprach Lichs Bürgermeister Bernd Klein ein Grußwort. Darin entpuppte er sich als glühender Verfechter der Kommunalpolitik. Klein: »Ich will nicht nach Wiesbaden, auch nicht nach Berlin«. Aber er wolle für die Region alles geben wie beim Aufbau der Breitband Gießen GmbH für das schnelle Internet.

Klein ehrte Werner Rein für 50 Jahre Mitgliedschaft im SPD-Ortsverband Allendorf. Bei der Vorstandswahl wurde Jörg Nickel der neue Vorsitzende. Stellvertretende Vorsitzende sind Walter Wilhelm, Harald Damm und Brigitte Heilmann; Schriftführerin ist Birgit Demantke, Kassierer Raphael Omokoko; Beisitzer sind Werner Hettche, Karlheinz Erbach und Rudolf Knöß; Pressereferenten sind Bürgermeisterin Bergen-Krause, Harald Krause und Rudolf Knöß.

Ale Delegierte für den SPD-Unterbezirksparteitag wurden gewählt: Raphael Omokoko, Brigitte Heilmann, Herbert Walther, Harald Damm, Katrin Keil und Werner Hettche. Ersatzdelegierte sind Manfred Lotz, Werner Thielemann, Bürgermeisterin Bergen-Krause, Dirk Will, Karlheinz Erbach und Dieter Klaas.

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