28. Juni 2011, 20:25 Uhr

Horst Hormann in Allendorf/Lumda verabschiedet

Allendorf/Lumda (sha). Es war ein Abschied, wie ihn sich ein Bürgermeister - zumal nach beinahe 16 Jahren im Amt - nur wünschen kann: »Dich gehen zu lassen, fällt uns allen schwer«, sang der Chor »Voices of harmony« des Gesangvereins »Eintracht« Allendorf/L. in einer für den scheidenden Rathauschef umformulierten Variante des Titels »Weit, weit weg« von Hubert von Goisern.
28. Juni 2011, 20:25 Uhr
Ein Prosit auf den langjährigen Rathauschef Horst Hormann (3. von r.) und seine Nachfolgerin Annette Bergen-Krause (l.). Die Allendorfer Marktfrauen hatten den traditionellen »Bärtze«-Schnaps dabei. (Fotos: sha)

Damit schienen die »Voices of harmony« die Stimmung im Allendorfer Bürgerhaus am Montagabend zu treffen. Egal, ob politische Weggefährten wie der frühere Landrat Willi Marx oder Staufenbergs Bürgermeister Horst Münch, Mitarbeiter der Verwaltung oder Repräsentanten der lokalen Vereine - alle lobten die Verlässlichkeit und Menschlichkeit Hormanns.

40 Jahre haupt- und ehrenamtlicher kommunalpolitischer Aktivität seien eine »Lebensleistung, die ganz wenige erreichen«, sagte Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald in seinem Grußwort. Er betonte den »fairen Umgang jenseits der parteipolitischen Zugehörigkeit«, den Horst Hormann stets praktiziert habe. Durch diese »überparteiliche Wahrnehmung« des Amtes habe es in Allendorf/Lumda keine Grabenkämpfe gegeben. Horst Münch, Bürgermeisterkollege aus Staufenberg und Sprecher der Bürgermeisterkreisvereinigung, brachte es auf den Punkt: Fast alle Kollegen seien da, dies zeige die Wertschätzung«, die der 61-Jährige auch bei den anderen Rathauschefs im Kreis genieße.

»Kurze und prägnante Argumente«

Münch unterstrich, dass Hormann »nie Parteisoldat« gewesen sei. Der frühere Landrat Willi Marx äußerte, dass Hormann nicht durch Lautstärke, sondern durch »kurze, prägnante Argumente« manche Entscheidungsprozesse eingeleitet habe. Eine besondere politische Leistung Hormanns sei es gewesen, als erste Kommune des Landkreises Geld für die Schulsozialarbeit zur Verfügung zu stellen. Außerdem hob Marx die Verlässlichkeit Hormanns hervor: »Auf dein Wort konnte ich mich immer verlassen.«

Langen Beifall erhielten die Amtskollegen des scheidenden Rathauschefs aus Allendorf, als sie unter Marx' Leitung auf der Bühne zwei einstudierte Lieder zum Besten gaben. Doch sollte dies nur einer von vielen musikalischen Beiträgen sein, die den Abend bereicherten. Bevor sie ihr eigens für Hormann umgedichtetes Lied präsentierten, sangen die »Voices of harmony« unter anderem die Titel »Major Tom« und »This little land of mine«.

Karl-Christian Schelzke, geschäftsführender Direktor des hessischen Städte- und Gemeindebundes (HSGB), ging auf das »besondere Klima« ein, das Hormann in Allendorf geprägt habe. So etwas existiere leider kaum noch, bedauerte Schelzke. In vielen Kommunen gäben sich die politischen Mandatsträger kaum noch die Hand, was allerdings eine »Gefahr für die lokale Demokratie« darstelle. Die Bürger forderten zwar eine harte Auseinandersetzung in der Sache, aber verlangten dennoch ein gutes Miteinander. Auch die »vorbildliche« Rolle Allendorfs bei der Einführung der Schulsozialarbeit würdigte der HSGB- Geschäftsführer. Im Namen der Mitarbeiter der Stadtverwaltung dankte Peter Nickel seinem langjährigen Chef für die »gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit«. Durch seine »menschliche Art hat er dafür gesorgt, dass wir alle gerne zur Arbeit gegangen sind.«

»Unbürokratisches Handeln«

Walter Diehl, Vorsitzender des TSV 1907 Allendorf/Lumda, sagte, dass »im geschichtlichen Maßstab« 16 Jahre eine kurze Zeit seien; für einen Bürgermeister sei dies jedoch eine lange Zeitspanne - im Fall von Horst Hormann »sogar eine prägende Zeit«. Oft habe er sein »unbürokratisches Handeln« in den Dienst der Ortsvereine gestellt. Dieses Engagement dankten Hormann auch die »Allendorfer Marktfrauen«, die es mit einer eigenen Komposition »Was jetzt kommt, steht in den Sternen, doch wir sind dir treu, mit uns ist's lang nicht vorbei«, zum Ausdruck brachten. Die Mundartgruppe »Obstler« ernannte den Rathauschef offiziell zum Mitglied, nachdem er zuvor viele Jahre ehrenhalber die Gruppe unterstützt hatte.

Bevor Ernst-Jürgen Bernbeck, Erster Stadtrat, Hormann die Entlassungsurkunde gab, überreichten die Magistratsmitglieder dem Bürgermeister ein Bild des Rabenauer Malers Willi Blaufelder, welches das Panorama seiner Heimatstadt zeigt.

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