10. April 2019, 22:18 Uhr

Zurück in die Steinzeit

10. April 2019, 22:18 Uhr
Hessen-Archäologie lässt die kulturlandschaftliche Entwicklung der Region rund um Kloster Arnsburg wissenschaftlich untersuchen. Funde der Ausgrabungen zur »Villa Arnesburg« werden von Freitag bis Sonntag in Muschenheim präsentiert. (Archivfoto: privat)

Über einen Zeitraum von sechs Jahren erstreckten sich die archäologische Ausgrabungen in der »Villa Arnesburg«. Die Erkenntnisse über den landesgeschichtlich bedeutenden Siedlungsplatz werden am Wochenende (12. bis 14. April) in der Sport- und Kulturhalle in Muschenheim vorgestellt. Es wird eine umfassende Fundauswahl dieses landesgeschichtlich wichtigen Siedlungsareals gezeigt. Auch die 2017 geborgene und inzwischen restaurierte Scheibenfibel mit der plastischen Darstellung des Christus Pantokrator (Christus als Weltenherrscher) aus dem 10./11. Jahrhundert wird zu sehen sein.

Bedeutender Siedlungsplatz

Die Tagung wird am Freitag um 17 Uhr durch Landrätin Anita Schneider eröffnet. Grußworten von Bürgermeister Bernd Klein und Dr. Udo Recker (Landesarchäologe Hessen) schließen sich Vorträge von Michael Gottwald M.A. (»Von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter – die Grabungen in der Villa Arnesburg«) und Johanna Kranzbühler M.A. (»Pferdefuß und Schweinezahn – Untersuchungen an Tierknochen aus der Villa Arnesburg«) an. Am Samstag und Sonntag ist die Ausstellung von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Am Sonntag um 14 Uhr bietet Michael Gottwald abermals seinen Vortrag an.

Nordwestlich von Muschenheim liegt in der Flur »Auf dem Weiher« ein uralter Siedlungsplatz. Durch archäologische Grabungen in den Jahren 1993 und 2014 bis 2018 konnten vielfältige Einblicke in die bewegte Geschichte dieses Fleckens gewonnen werden. Wie Fundstücke belegen, suchten Menschen bereits in der Altsteinzeit vor 200 000 Jahren diesen Platz auf.

Später wurde dort in der Jungsteinzeit gesiedelt, ebenso in der Bronze- und Eisenzeit. Um Christi Geburt lebten hier germanische Siedler. Auch die Römer, die um 100 n. Chr. auf dem gegenüberliegenden Ufer der Wetter ein Kastell zum Schutz des Limes errichteten, haben Spuren hinterlassen. Nachdem sich die Römer um 260 n. Chr. hinter den Rhein zurückgezogen hatten, ließ sich »Auf dem Weiher« erneut eine germanisch geprägte Bevölkerung nieder. Eine sehr dichte Besiedlung konnte für das frühe und hohe Mittelalter nachgewiesen werden, als hier der Ort »Arnesburg« bestand. Obwohl bisher nur ein Teil des ehemals bebauten Areals untersucht wurde, kam bei den Grabungen sehr umfangreiches Fundmaterial zum Vorschein, das viele Einblicke in die Lebenswelten vergangener Epochen bietet.

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