27. Januar 2017, 18:52 Uhr

Zum Wohl der Menschen im Einsatz

Hunde können die Eigenschaft haben, allein durch ihre Anwesenheit und ihr Wesen beruhigend auf Menschen zu wirken. Deshalb werden Haushunde, die gezielt in einer tiergestützten medizinischen Behandlung (beispielsweise im Rahmen einer Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Sprach-Sprechtherapie oder Heilpädagogik) eingesetzt werden sollen, entsprechend ausgebildet.
27. Januar 2017, 18:52 Uhr
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Nach erfolgreicher Prüfung können die Hunde nun zur medizinischen Behandlung eingesetzt werden. (Foto: pm)

Hunde können die Eigenschaft haben, allein durch ihre Anwesenheit und ihr Wesen beruhigend auf Menschen zu wirken. Deshalb werden Haushunde, die gezielt in einer tiergestützten medizinischen Behandlung (beispielsweise im Rahmen einer Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Sprach-Sprechtherapie oder Heilpädagogik) eingesetzt werden sollen, entsprechend ausgebildet.

Unter der Leitung der Hundeforscherin und Trainerin Katrin Scholz startete ein solcher Kurs im April vergangenen Jahres mit sieben Mensch-Hund-Teams, die nach abgeschlossener Prüfung in verschiedenen Institutionen tätig werden können.

Dank der Unterstützung des Landkreises Gießen, der Grundschule Langsdorf und der Kooperation mit dem Johanniter-Stift in Buseck war es dem Verein Mensch Umwelt Tier möglich gemacht worden, die Ausbildung in deren Räumlichkeiten durchzuführen. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, tiergestützte Angebote in verschiedenen sozialen Institutionen unterschiedlicher Altersgruppen fachgerecht anzubieten. Dazu gehört in der Arbeit mit einem Hund beispielsweise eine Besuchs- oder Therapiehundausbildung. Die sehr erfahrene Hundetrainerin konnte so unter optimalen Bedingungen in der Grundschule Langsdorf auf spätere reale Situationen in Institutionen, wie etwa in Schulen, die Mensch-Tier-Teams vorbereiten. Zunächst wurden Ziele der Ausbildung und prüfungsrelevante Themen besprochen und teilweise direkt mit den Hunden auf dem Schulgelände geübt. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist es, ein gutes Stressmanagement für Frauchen bzw. Herrchen und Hund zu entwickeln, um auf spätere Eventualitäten optimal vorbereitet zu sein.

So sollte ein Hund beispielweise einen Rollstuhl kennenlernen und angstfrei neben ihm herlaufen können, oder Gehhilfen sollten dem Tier vertraut werden. Aber auch Schrecksituationen, in denen ein Mensch schreit oder gar pöbelt, sollten Hund und Mensch nicht aus der Ruhe bringen. Ein guter Gehorsam beim Hund und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch und seinem Hund sind Grundvoraussetzungen für eine verantwortungsvolle Arbeit, ob mit Kindern oder Senioren.

An den weiteren Ausbildungswochenenden wurde dies weiter umfassend mit den Teams geübt. Zudem bekamen die Hundeführer sehr viel theoretisches Wissen, etwa über übertragbare Krankheiten oder wie ein Hygieneplan unter Berücksichtigung des Hundeeinsatzes für eine Institution entworfen wird. Auch rechtliche Grundlagen für den Einsatz mit dem Hund sind relevant und mussten von den Teilnehmern gelernt werden. Am Ende der Ausbildungseinheiten besuchten die Mensch-Hund-Teams verschiedene Institutionen, wie etwa den Johanniter-Stift in Buseck, um auch den praktischen Einsatz zu üben. Zur Abnahme der Prüfung war ein Prüfer aus Karlsruhe angereist. Nach einer zweistündigen theoretischen Prüfung folgten vier Praxisprüfungen, in denen die Tiere ihr gutes Stressmanagement unter Beweis stellen mussten. Am Ende hatten alle Teams die Prüfung geschafft und können nun zum Wohle ihrer Mitmenschen wirken.



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