14. Mai 2019, 21:48 Uhr

Zum Ersten, zum Zweiten, und...

14. Mai 2019, 21:48 Uhr
Teilweise hochwertige Fahrräder kommen »unter den Hammer«. (Foto: siw)

Vier Jahre ist es her, als die Gemeinde Buseck zum letzten Mal eine Versteigerung der Fahrräder aus dem Fundbüro durchgeführt hat. Entsprechend groß waren die »gesammelten Werke«. Insgesamt 29 herrenlose Räder befanden sich im Fundus. Dabei kamen nicht nur alte Drahtgurken unter den Hammer, sondern auch richtig gute Mountainbikes. »Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie viele Räder und andere Dinge, wie teure Sportsachen, nicht vermisst werden. Das zeigt mir, wie heutzutage mit Konsum umgegangen wird«, sagte Bürgermeister Dirk Haas. Bei der Versteigerung am Montag auf dem Bauhof gingen elf Vehikel gegen Bares weg. Fast alle Interessierten hatten ein Schnäppchen gemacht. Einige kamen allerdings nicht zum Mitbieten, sondern in der Hoffnung, ihr eigenes Fahrrad hier wiederzufinden.

Zwischen fünf und 50 Euro

Eine Mutter berichtete, dass der Junior sein Rad über Nacht am Bahnhof abgestellt hatte. »Ich habe ihn noch gewarnt. Doch er meinte, in Buseck wird nicht geklaut.« Ganz falsch lag da der junge Mann nicht. Wie die Statistik belegt, ist Buseck tatsächlich ein »sehr sicheres Pflaster«.

Dennoch: Das erst ein Jahr alte, nicht ganz billige Mountainbike war weg. Die Mutter etwas unsicher, welches wohl die richtige Größe sei, ersteigerte ein Rad. Und blieb: »Notfalls nehme ich auch zwei und stelle eins in die Kleinanzeigen ein.« Ein Recht auf Umtausch oder Rückgabe oder gar eine Garantie gibt es bei der Gemeinde natürlich nicht.

Eine junge Familie war auf der Suche nach einem passenden Kinderfahrrad für den sechsjährigen Sohn. »Vielleicht finden wir bei dieser Gelegenheit auch ein besseres Rad für meinen Mann«, zeigte sich die Frau zuversichtlich.

Der Vater eines fünfjährigen Jungen meinte: »Es muss für ihn ja kein neues Fahrrad sein. Das wird ruckzuck zu klein.« Schmunzelnd fügte er hinzu: »Wir hätten zwar zu Hause noch ein passendes Fahrrad von der älteren Schwester, aber das ist rosa.«

Ein Großvater ging mit gleich zwei Kinderrädern vom Hof. »Für meine beiden Enkel, die werden sich freuen.« Und ein anderer Senior wollte mal schauen, ob das Rad seiner Frau dabei ist. »Es wurde auf dem Friedhof gestohlen.« Auch eine junge Frau hielt Ausschau nach ihrem Rad, das vom Hof weg geklaut worden war.

Damit auch niemand, der mit einem ersteigerten Rad unterwegs ist, als Dieb verdächtigt wird, stellt die Gemeinde eine Bescheinigung über den rechtmäßigen Erwerb aus. Vorher wurde gecheckt, ob die angebotenen Räder bei der Polizei als vermisst gemeldet sind.

Das Höchstgebot betrug 50 Euro, danach 27 und 25 Euro. Bei den meisten Rädern lag das Mindestgebot bei fünf oder zehn Euro und der Zuschlag nicht weit darüber. Mario Foos: »Müssen wird dieses Rad wegen drei Euro wirklich noch einmal herumheben? Das ist doch schon der Schrottpreis.« Ein Mann rief: »Ich nehme es für 1,50 Euro«. - »Das geht nicht, wir haben keine 50 Cent-Stücke in der Kasse, da müssen Sie schon auf zwei Euro erhöhen.« - Die Versteigerung hatte also durchaus Unterhaltungscharakter.

Und was geschieht mit den verbleibenden Rädern? Die werden einem guten Zweck zugeführt.

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