11. Juni 2018, 21:22 Uhr

Zu viele Rehe und Waschbären

11. Juni 2018, 21:22 Uhr
Carmen Grieb dankt Karl Friedrich Thomsen für sein Engagement. (Foto: gal)

In der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Lindenstruth wurde Karl Friedrich Thomsen für seine Tätigkeit als Jagdaufseher geehrt. »Du kennst das Revier in- und auswendig«, sagte die Vorsitzende Carmen Grieb. Nach 43 Jahren hatte sich Thomsen entschlossen, das Amt nicht weiter auszuüben. Jagdpächter Markus Paul sprach die Hoffnung aus, dass mit den beiden Lindenstruthern Peter Fink und Thorsten Niebergall, die im Herbst ihre Jägerprüfung ablegen wollen, zwei Personen gefunden wurden, die diese Lücke langfristig ausfüllen könnten.

Nach dem Kassenbericht, der in Vertretung für den erkrankten Rechner Stefan Weiss von Alexander Lumbe vorgetragen wurde, wurde der Vorstand entlastet. Da der Kassenbestand zurückging, wurde beschlossen, keine Spenden an andere Vereine zu übergeben. Als neue Kassenprüfer wurden Bernhard Keil und Ottmar Hillberg gewählt.

Jagdpächter Markus Paul berichtete, dass überwiegend Rehwild an der Bundesstraße 49 geschossen wurde, um Unfälle mit dem Verkehr zu vermeiden. Deshalb habe man am Ortsausgang Richtung Grünberg eine sogenannte »Tumorleiter« aufgestellt, von der allein drei Böcke erlegt werden konnten. Trotzdem wurden zwei Rehe überfahren. Zwei Rotten Wildschweine habe man intensiv bejagt, sodass sie letztendlich das Lindenstruther Revier verlassen hätten. Er dankte den Landwirten für die schnelle Mitteilung, wenn Schwarzwild irgendwo gesehen wurde. Paul bedauerte, dass zwei Wochen vor einer schon den Verantwortlichen bekannt gegebenen Drückjagd im Wald von Waldarbeitern Schneisen geschlagen worden waren, die den Erfolg einer Drückjagd fast vollständig zunichte gemacht hätten und bezeichnete dies als eine unmögliche Art des Umganges miteinander. Weiter waren Unterhaltungsmaßnahmen an Hecken durchzuführen und Hochsitze wieder in Ordnung zu bringen.

Jagdleiter Klaus Revermann berichtete von einem erholten Kaninchenbestand, wobei die Hasen auch nicht bejagt würden. Negativ dargestellt wurde die zu lange Schonzeit von Waschbären, die sich zunehmend zu einer Plage entwickeln und kaum zu jagen sind. Sechs Waschbären wurden erlegt, drei überfahren. Der Rehwildbestand ist trotz der Erfüllung des Abschussplanes (vier überfahren und sechs erlegt) zu hoch. Zehn Stück Schwarzwild wurden erlegt. Die Jagdstrategie bestehe darin, nicht im Wald sondern vorwiegend auf den Feldern zu jagen, um Wildschäden an den Feldfrüchten vorzubeugen.

Der Vorstand wurde beauftragt, für den am 31. März 2020 auslaufenden Pachtvertrag Verhandlungen mit potenziellen Pächtern aufzunehmen und einen Vertrag auszuhandeln. Mit drastischen Worten wurde von einigen Versammlungsteilnehmern der rigorose Rückschnitt von Hecken von der Gemeinde über jedes normale Maß hinaus bemängelt.

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