19. Juli 2018, 07:20 Uhr

Ampel in Wißmar

Zehn Monate Baustelle für 2500 Euro

Eine »vertikale Begradigung« nahe der Landstraße zwischen Wißmar und Launsbach hatte eine einspurige Verkehrsführung mit Ampel zur Folge. Die beiden »Bauherren« bekommen die Rechnung.
19. Juli 2018, 07:20 Uhr
Von Mitte Juni 2017 bis Mai 2018 nervte diese Ampelregelung die Autofahrer. (Archivfoto: so)

Rund 2500 Euro – das hat die provisorische Ampel gekostet, die in Wißmar an der Landstraße Richtung Launsbach von Mitte Juni 2017 bis Anfang Mai 2018 stand, um eine Baustelle abzusichern. Hessen Mobil als die zuständige Straßenbauverwaltung, deren Straßenmeisterei das Aufstellen der Ampel veranlasst hatte, kommt auf diesen Betrag. Der setzt sich zusammen aus den Kosten für den Auf- und Abbau und den Betrieb dieser Ampeln (Arbeitszeit, Personal- und Fahrzeugeinsatz) plus den Gutachter der Behörde, der die Baustelle in Augenschein genommen hatte. Und, so teilt Hessen Mobil auf Anfrage mit: Die Kosten werden den Verursachern der Böschungsabgrabungen in Rechnung gestellt.

Gut zehn Monate einspurig

Das ist wohl der Schlusspunkt unter eine lange Geschichte, die für Hin und Her bei den beteiligten Behörden, vor allem aber für mehr als zehn Monate lang gefrustete Autofahrer zwischen Launsbach und Wißmar gesorgt hat. Denn die Ampel bedeutete minutenlange Wartezeiten. Welche volkswirtschaftlichen Kosten das (neben strapazierten Nerven) noch hat, das sei dahingestellt.

Was war die Ursache?

Die Vorgeschichte: Im Juni 2017 hatten zwei Bauherren am Ortsrand von Wißmar an ihren Grundstücksgrenzen zur Landstraße hin die Böschung teils abgetragen. Durch diese »vertikale Begradigung« hatten sie die Nutzbarkeit ihrer Grundstücke um ein paar Quadratmeter verbessert. Und auch der Lärmschutzwall, der im Bebauungsplan straßenbegleitend festgeschrieben ist, wurde bei mehreren Grundstücken teils entfernt, teils umgestaltet.

Sicherheits-Bedenken

Hessen Mobil sah die Stabilität der Straße gefährdet, infolge gab es die halbseitige Sperrung durch die Straßenmeisterei, um sicherzustellen, dass die Straße an der nun steileren Kante zu den Grundstücken hin nicht einfach wegbricht – mit womöglich gefährlichen Folgen für den Verkehr ebenso wie für die Grundeigentümer.

Hessen Mobil ging von »augenscheinlich nicht mehr gewährleisteter Standsicherheit der Straße durch die Abgrabungen an der Straßenböschung« aus, und sah sich im Juni 2017 gezwungen, den Verkehr bis auf Weiteres einspurig zu führen. Der Straßenmeister habe die Verkehrssicherungspflicht. »Er trägt die Verantwortung, dass eine Straße verkehrssicher befahrbar ist«, warb Hessen-Mobil-Sprecherin Sonja Lecher um Verständnis: Erst war zu klären, ob diese Straßenböschung standsicher ist. Nicht eher wurde die Ampel abgebaut.

Neigung wieder bei 1:1,5

Eingebunden war neben der Straßenbauverwaltung auch der Landkreis Gießen. Denn die dortige Bauaufsicht hatte die Frage zu prüfen, inwieweit Vorgaben des Bebauungsplanes eingehalten wurden oder nicht. Zwei Grundstückseigentümer wurden zudem angehalten, die Böschung wieder herzustellen respektive fachgerecht zu sichern.

Die Bauaufsicht des Landkreises Gießen hatte dann im April dieses Jahres bestätigt, dass der Straßendamm mit einer Böschungsneigung von 1:1,5 wieder hergestellt wurde. »In der Regel reicht diese Neigung für eine standsichere Böschung aus – aber dies ist auch abhängig von der Bodenzusammensetzung der Böschung«, erläutert Hessen-Mobil-Sprecherin Lecher, als im Mai die Ampel wieder wegkam.

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