09. März 2017, 12:00 Uhr

Steinbacher Gärten

Wohnquartier mit Tagespflege?

Mehrfamilien- und Reihenhäuser sollen bis Anfang 2018 auf dem früheren Festplatz in Fernwald entstehen. Angepeilt wird auch die Einrichtung von 20 Pflegeplätzen.
09. März 2017, 12:00 Uhr
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Von Christina Jung
Vier dieser Mehrfamilienhäuser sollen in den »Steinbacher Gärten« entstehen. Darüber hinaus 48 Reihenhäuser. (Foto: bf)

Das Konzept ist bekannt: sechs Baufelder auf rund 12 000 Quadratmetern, bestückt mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern. Neu ist, dass in einem der Gebäude eine von der Diakonie betriebene Tagespflege untergebracht werden soll, und ein Allgemeinmediziner an einem Umzug dorthin interessiert ist. Neu ist außerdem der Name, unter dem das Vorhaben der Depant Bauträger GmbH auf dem früheren Festplatzgelände firmiert: »Steinbacher Gärten«. Im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr am Dienstagabend stellte der Geschäftsführer des Gießener Unternehmens, Uwe Hess, die Planungen noch einmal vor und informierte über den straffen Zeitplan. Im Frühjahr 2018 sollen die ersten Reihenhäuser bezugsfertig sein, die Mehrfamilienhäuser zu den Sommerferien kommenden Jahres.

Ob das einzuhalten ist, bleibt abzuwarten. Denn in den politischen Gremien steht gerade erst der Aufstellungsbeschluss zur sechsten Änderung des Bebauungsplanes »Oppenröder Straße« auf der Tagesordnung, für die der Fachausschuss einstimmig grünes Licht gab.

Schließt sich die Gemeindevertretung übernächste Woche an, folgt die Offenlage, »in der Hoffnung, dass der ambitionierte Zeitplan einzuhalten ist«, sagte Planer Holger Fischer vom gleichnamige Planungsbüro in Linden mit Blick auf die Ausführungen von Hess. Ziel ist die Ausweisung eines durchgehenden Mischgebietes zwischen Grünberger Straße und Rudolf-Diesel-Straße, um Wohnen und Gewerbe gleichermaßen an dieser Stelle zu ermöglichen.

Investition: 20 Millionen Euro

Was plant Depant auf dem Festplatz? Auf insgesamt sechs Baufeldern sollen vier Mehrfamilienhäuser mit 51 Wohnungen (allesamt Zwei- und Drei-Zimmer-Appartments) entstehen, außerdem 48 Reihenhäuser. In der Mitte des Areals wird es eine Freifläche für Gemeinschaftsveranstaltungen mit Tischtennisplatte und Schachbrett geben, an anderer Stelle ein Spielplatz und ein Bewegungsparcours für Senioren. Weiterer Platz für das Miteinander der Quartierbewohner ist in einem der Mehrfamilienhäuser vorgesehen: ein großer Gemeinschaftsraum im Souterrain mit Anbindung an eine Terrasse. Im selben Gebäude würde Depant gerne eine Tagespflege mit 20 Plätzen ansiedeln. Gespräche mit der Diakonie diesbezüglich laufen, eine Entscheidung steht aber noch aus.

Gleiches gilt für die Verhandlung mit einem Allgemeinmediziner, der zwar schon am Ort praktiziert, aber offenbar über einen Umzug in die »Steinbacher Gärten« nachdenkt.

Die Anbindung des Areals soll über die Rudolf-Diesel-Straße erfolgen. Auf Anregung von Mark Reitmeier (CDU) will Hess prüfen, ob auch eine Zufahrt vom Tennisplatz her möglich ist, zumal sich in diesem Bereich die Garagen befinden.

Mit Blick auf das angrenzende Industriegebiet, in dem sich die Firma Rinn befindet, informierte der Investor über eine fünf Meter hohe Lärmschutzwand. Diese soll angrenzend an die großen Hallen des Betriebes auf knapp 200 Meter Länge gebaut werden und Emissionen von den Bewohnern der »Steinbacher Gärten« fernhalten. Bernd Voigt (Grüne) wollte wissen, welche Sicherheit es für die dauerhafte Funktionalität einer solchen gebe. Hess erklärte, dass Rinn selbst ein großes Interesse daran habe, um Klagen von Anwohnern zu vermeiden. »Deren Existenz steht sonst auf der Kippe.«

Seit zwei Wochen bewirbt Depant das Bauvorhaben offiziell, das Interesse sei groß, so der Geschäftsführer. Vor allem für die Reihenhäuser, für die es bereits 15 Reservierungen gebe. 199 900 Euro muss ein Interessent für die auf drei Ebenen verteilten 130 Quadratmeter ausgeben. Hess: »Unsere Zielgruppe sind Familien, denen wir hier für kleines Geld ein ganzes Haus anbieten können.« Er hofft, dass bis zu den Osterferien die Formalien zur Bebauungsplanänderung über die Bühne sind, und »wir im Sommer mit der Erschließung beginnen können«. Ab September sollen die Häuser entstehen für deren Bauzeit der Investor rund sechs Monate kalkuliert. Das Investitionsvolumen für das Wohnquartier liegt bei rund 20 Millionen Euro.



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