20. Februar 2018, 20:53 Uhr

Wohnbaugesellschaft ohne Allendorf

20. Februar 2018, 20:53 Uhr
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Von Volker Heller

Mehrheitlich abgelehnt hat der städtische Haupt- und Finanzausschuss einen Antrag zum Beitritt der Stadt Allendorf (Lumda) in die Gesellschaft »Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung im Landkreis Gießen«. Von fünf anwesenden Ausschussmitgliedern stimmten drei dagegen, der Antragsteller dafür und es gab eine Enthaltung. Vorigen November hatte die SPD-Fraktion den Antrag erstmals gestellt. Anfang Februar hatten Hans-Otto Gerhard und Hagen Roth vom Landkreis Gießen über den Sinn und Zweck dieser Gesellschaft informiert.

Nun wiederholte Brigitte Heilmann nochmals die Gründe ihrer Fraktion: Man solle Ernst machen und für Leute mit geringem Einkommen etwas tun. Die Gesellschaft berate, koordiniere und könne sich um Fördermittel kümmern. In den Ballungsgebieten stiegen die Mietpreise an, mittlerweile auch in Gießen, sodass wohl auch auf dem Land die Preise anzögen. Ulrich Krieb (CDU) verwies auf einen aktuellen Fernsehbericht der »Hessenschau«, der die Durchschnittsmiete mit 12,70 Euro benannt habe. Die ortsübliche Miete in Allendorf liege momentan bei etwa sechs Euro. Gerhard und Roth hätten erläutert, dass der Landkreis jedem Privatinvestor 20 000 Euro Zuschuss gewähre, falls dieser mindestens vier Neuwohnungen für die Dauer von 20 Jahren für 15 Prozent unter der ortsüblichen Miete vergebe. Auf Allendorf bezogen wären das 5,10 Euro. Zu diesem Preis könne niemand ohne Quersubventionierung wirtschaftlich bauen.

Krieb sagte, die Stadt besitze ein Baugrundstück am Spielplatz (Bahnhofstraße). Zudem gibt es ein sanierungsbedürftiges leer stehendes Fachwerkgebäude in der Bahnhofstraße, wo man Wohnungen errichten könne. Private Hofreiten der Altstadt wären ebenfalls geeignet, aber die meist älteren Besitzer erhielten kaum Bankkredite für Wohnungsumbau. Wenn der Landkreis den sozialen Wohnungsbau fördern wolle, dann über niedrige Verwaltungshürden für Investoren, schlug Krieb alternativ vor.

Bürgermeister Thomas Benz (FW) erwiderte auf Anfrage, es würden schätzungsweise noch drei Jahre vergehen, bis in Allendorf sozialer Wohnraumbedarf akut werde. Den Beitritt zur Gesellschaft könne man daher verschieben. Brunhilde Trenz (BfA/FDP) sagte, »hätten wir Geld«, dann würde sie zustimmen.

Die 5000 Euro Gesellschaftereinlage hätten den Allendorfer Ergebnishaushalt nicht belastet, so der Ausschussvorsitzende Ralf Hofmann (FW). Der Ausschuss mochte außerdem den Aussagen von Gerhard und Roth nicht blind vertrauen, es gebe keine Nachschusspflicht für die Kommunen und der Geschäftsführer der Gesellschaft werde nicht extra bezahlt. Denn: Geschäftsführer Roth ist bereits Kreisangestellter.



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