24. Oktober 2018, 20:33 Uhr

Wohin entwickelt sich der Landkreis?

24. Oktober 2018, 20:33 Uhr
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Von Rüdiger Soßdorf

Demografische Entwicklung, Wohnen, Arbeiten, Verkehr – das ist alles eng miteinander verbunden. Da ist es folgerichtig, diese Arbeitsfelder enger miteinander zu verzahnen – auch und gerade in einer Verwaltung. Beim Landkreis Gießen wird zum 1. November eine neue Stabsstelle »Kreisentwicklung und Strukturförderung« eingeführt, die die Fachleute der genannten Themenfelder zusammenführt.

Dies ist erst einmal ein organisatorischer Schritt, verwaltungsintern und ohne größere Außenwirkung – aber der erhoffte Mehrwert kann dann durchaus ein Gewinn für die Menschen sein. Denn es geht um nichts Geringeres, als die Arbeit der Verwaltung besser zu machen. Im weiteren hat dies eine politische Komponente: Letztlich werden dort die Instrumente zum Gestalten des demografischen Wandels gebündelt. Das Bestellen dieser Felder – Wohnen, Arbeiten, Verkehr – soll im engen Dialog mit den Gemeinden geschehen. Denn dort läuft letztlich die praktische Umsetzung etwa folgender Fragen: Wo wird welche Form von Wohnraum gebraucht und was muss an Wohnungen geschaffen werden? Was bedarf es an Radwegen, um das Zweirad im Alltag noch attraktiver zu machen?

Die Arbeit des Kreises mit seiner Stabsstelle wird vornehmlich ein Monitoring sein, ein Beobachten, Begleiten und Steuern von Entwicklungsstrategien, weniger ein »Kreis-Entwicklungsplan«. Es geht auch nicht darum, neue Stellen zu schaffen, erläutert Landrätin Anita Schneider, sondern vielmehr vorhandene Kapazitäten zusammenzuführen und neu zu organisieren.

Doch warum eine Stabsstelle und kein Fachdienst? Weil eine Stabsstelle eben eine Querschnittsfunktion hat und so Dinge bündelt, die auf mehrere Fachdienste wirken. Zugeordnet wird die neue »Infrastruktur-Stabsstelle« der Landrätin.

Stabsstellenleiter wird Uwe Happel, zugleich zuständig für Beschäftigungsförderung. Kompetenz im sozialen Wohnungsbau bringt Hagen Roth ein, Geschäftsführer der 2017 gegründeten Gesellschaft Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung, der der Landkreis plus elf weitere Kommunen angehören.

Die Belange von Mobilität und Nahverkehr bedenkt Hartwig Schreiber, während Dr. Julien Neubert den Aspekt Demografie einbringt. Fünftes Standbein ist das Datenmanagement, um die vorhandenen Infrastrukturdaten besser nutzbar zu machen und zu nutzen. Dafür soll voraussichtlich im kommenden Jahr idealerweise ein Geo-Informatiker gewonnen werden.



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