13. Mai 2019, 09:00 Uhr

Schülerzahlen

Wo die Schülerzahlen im Kreis Gießen am stärksten steigen

Die Kreisbevölkerung wächst, die Schülerzahlen steigen - von aktuell knapp 14 000 auf fast 16 000 in fünf Jahren. Wo wird mehr Schulraum gebraucht?
13. Mai 2019, 09:00 Uhr
Hier geht’s lang Richtung Schule. Damit dort die Strukturen stimmen, muss sich der Landkreis als Schulträger kümmern. (Foto: dpa)

Entgegen den Prognosen von 2013/2014 ist die Bevölkerungszahl im Kreis Gießen nicht rückläufig. Ganz im Gegenteil: Es leben immer mehr Menschen hier. Zum einen liegt es an der Zuwanderung von Flüchtlingen in den Jahren 2015 und 2016, zum anderen an der Attraktivität des Kreises. Zuzug gibt es vor allem in der Stadt Gießen, in den angrenzenden Gemeinden und im südlichen Landkreis. Das wirkt sich auf den Wohnungsmarkt aus und auf die Infrastruktur - wie beispielsweise die Schulen: Mehr Menschen, mehr Kinder, mehr Bedarf an Schulraum. Das zeigt der aktuelle Schulentwicklungsplan für den Landkreis Gießen.

Keine Schließungen zu befürchten

Rund 6100 Grundschüler zwischen sechs und zehn Jahren gibt es heute in den Städten und Gemeinden im Landkreis Gießen (ohne die Stadt Gießen). Jetzt schon absehbar: In vier bis fünf Jahren, zum Schuljahr 2023/24, werden es fast 7400 Grundschüler sein.

Das setzt sich in der Mittelstufe bei den weiterführenden Schulen fort: Dort werden zurzeit 6760 Schüler gezählt. In fünf Jahren werden es voraussichtlich 7360 sein. Insgesamt wird die Schülerzahl um rund 2000 steigen, von jetzt 13 950 auf 15 940 in fünf Jahren. Der Schulentwicklungsplan für den Landkreis Gießen zeigt damit auf, wo Handlungsbedarf gegeben ist. Schulschließungen sind nicht zu befüchten. Stattdessen ist hier und da neuer Schulraum zu schaffen.

Da ist der Landkreis Gießen als Schulträger gefordert. In den Blick rücken vornehmlich die Grundschulen in Lollar, wo schon länger Raumnot herrscht, aber auch in Staufenberg mit dem zentralen Neubau für die drei Ortschaften Staufenberg, Mainzlar und Daubringen. Erweiterungs- respektive Neubaubedarf ist auch in Watzenborn-Steinberg, Annerod, Holzheim, Garbenteich und Langsdorf gegeben.

Nur vier Schulen ohne »Pakt«

Ein zweiter großer Bereich, in dem sich massiv etwas geändert hat, ist der Ausbau der Ganztagsstrukturen vor allem an den weiterführenden Schulen. So wird etwa noch in diesem Jahr in Allendorf (Lumda) die Außenstelle der Lollarer Clemens-Brentano-Europaschule ganztagsfähig.

32 der 39 Grundschulen im Kreis beteiligen sich in diesem Jahr am Pakt für den Nachmittag. Mit dem Neubau in Staufenberg kommen drei weitere hinzu. Einzig Inheiden, Ettinghausen, Lich und Langsdorf bleiben vorerst ohne »Pakt«. Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl sagte dieser Tage im Schulausschuss: »Wir können im Landkreis von einer flächendeckenden Abdeckung der Betreuungsbedürfnisse sprechen.«

Mit dem Ausbau der Ganztagsstrukturen geht die Erweiterung oder Erneuerung von Küchen und Mensen einher: Dies steht an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich an, an der Theo-Koch-Schule in Grünberg und an der Gesamtschule Gleiberger Land. Gleiches gilt für Betreuungsräume: Da haben Leihgestern, Garbenteich, Oberkleen, Holzheim, Annerod, Steinbach, Langsdorf, Stangenrod, Staufenberg, Lollar, Launsbach und Fellingshausen Bedarf angemeldet. Und wenn Kinder den ganzen Tag in der Schule sind, dann reicht es eben auch nicht, ihnen einfach einen geteerten Hof als Spiel- und Freifläche zur Verfügung zu stellen. Auch bei den Schulhöfen muss nachgearbeitet werden.

Produktionsschule auch im Ostkreis?

Nachzujustieren ist zudem bei den Förderschulen: An der Georg-Kerschensteiner-Schule in Biebertal und an der Anna-Freud-Schule in Lich gehen die Schülerzahlen stark zurück. Die Kerschensteiner-Schule mit gerade noch 29 Schülern an der Stammschule geht in ein geordnetes Verfahren zur Auflösung. An der Anna-Freud-Schule mit 80 Jugendlichen ist die Entwicklung noch offen. Erhalten wird die Produktionsschule am Abendstern; zugleich gibt es weitere Überlegungen, dieses erfolgreiche Modell auf den Ostkreis zu übertragen und dort eine weitere Produktionsschule aufzubauen.

Bei den Förderschulen im Kreis wie der Martin-Buber-Schule oder der Gallusschule sind die Schülerzahlen hingegen am Steigen, beide haben zusätzlichen Raumbedarf.

Am heutigen Montagabend wird der Schulentwicklungsplan im Kreistag in öffentlicher Sitzung (ab 18 Uhr, Kulturzentrum Buseck) beraten.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Garbenteich
  • Georg-Kerschensteiner-Schule Biebertal
  • Gesamtschule Gleiberger Land
  • Grundschulen
  • Grundschulkinder
  • Martin-Buber-Schule Dortmund
  • Mensen
  • Planet Venus
  • Raumnot
  • Schließungen
  • Schulhöfe
  • Sonderschulen
  • Staufenberg
  • Theo-Koch-Schule Grünberg
  • Kreis Gießen
  • Rüdiger Soßdorf
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos