22. Januar 2017, 20:19 Uhr

»Wir sehen den Entwicklungen nicht tatenlos zu«

Die Fellingshäuser Wehr will wehrhaft bleiben. Den Ruf als »Gallisches Dorf« hat sie sich längst während der Debatte um die Zusammenlegung der Einsatzabteilungen Rodheim, Bieber, Vetzberg und eben Fellingshausen zu einem zentralen Stützpunkt erworben. Was aber die »Füchse« nach wie vor umtreibt, ist die ungelöste Frage: Wie wird es mit dem Verein weitergehen, wenn es dann mal soweit sein sollte und die Obdachlosigkeit droht?
22. Januar 2017, 20:19 Uhr
Vorsitzender Volker Rüspeler und Bürgermeister Thomas Bender (v. r.) mit den Jubilaren (v. l.) Günter Fuchs, Rolf Gerlach, Manfred Weinecker, Heinz Gerlach, Wolfgang Kraft, Lars Crombach und Bernd Crombach. (Foto: m)

Die Fellingshäuser Wehr will wehrhaft bleiben. Den Ruf als »Gallisches Dorf« hat sie sich längst während der Debatte um die Zusammenlegung der Einsatzabteilungen Rodheim, Bieber, Vetzberg und eben Fellingshausen zu einem zentralen Stützpunkt erworben. Was aber die »Füchse« nach wie vor umtreibt, ist die ungelöste Frage: Wie wird es mit dem Verein weitergehen, wenn es dann mal soweit sein sollte und die Obdachlosigkeit droht?

In der Jahreshauptversammlung beschäftigte man sich erneut mit den offenen Fragen. Das Feuerwehrgerätehaus ist Eigentum der Gemeinde, und die wird es vermarkten, wenn es seine Funktion als solches durch Inbetriebnahme der neuen zentralen Einsatzstelle verliert. Dann ist der Feuerwehrverein ohne Domizil. »Ob ich dann noch Vorsitzender bin, wage ich zu bezweifeln«, sagte Volker Rüspeler. Aber solange er Verantwortung trägt, will er diese auch wahrnehmen und keine Ruhe geben. 1988 wurde das Haus in der Industriestraße in Betrieb genommen. Für alle wurde es im Laufe der Jahre zu mehr als nur zu einem Gerätehaus. Hier spielt sich das Vereinsleben ab, werden Tage der offenen Tür abgehalten, trifft man sich zu Sitzungen, verkauft die Weihnachtsbäume und bildete den Nachwuchs aus. Auch andere Vereine nutzen das Haus von Zeit zu Zeit für sich. Dort lagern diverse Utensilien, die zu den unterschiedlichsten Anlässen übers Jahr benötigt werden.

Viel hat die Feuerwehr an Eigenleistung durch sach- und finanzielle Aufwendungen investiert. Wohin mit alledem und was kommt danach? Zumindest zeichnet sich derzeit noch keine Alternative ab, auch wenn Bürgermeister Thomas Bender in der Jahreshauptversammlung seine Unterstützung anbot und sicher ist, dass man gemeinsam Lösungen finden werde. Bis die Dinge mit dem neuen Stützpunkt sichtbare Konturen annehmen, könnte noch einige Zeit vergehen. Fragen der Finanzierung, der Subventionierung, des Planungs- und Baurechts auch mit Blick auf den vorgesehenen gleichzeitigen Neubau des kommunalen Betriebshofes sowie der Ausschreibung stehen an.

Der Bürgermeister stand Rede und Antwort. Die Zusammenlegung ist beschlossenen Sache und auch formalrechtlich gibt es an der Situation nichts zu deuteln.

Vor diesem Hintergrund kam es nun dazu, dass erstmals die Mitglieder in ihrer Vollversammlung nichts aus dem Geschäfts- und Jahresbericht der Einsatzabteilung und von der Jugendfeuerwehr erfuhren, denn diese Berichte wurden bereits intern im Dezember innerhalb der Einsatzabteilungen vorgetragen. Der Vereinsvorstand will für alle Eventualitäten gewappnet sein und strebt deshalb zudem auch eine Satzungsänderung an – bei einer der nächsten Jahreshauptversammlungen, wie es hieß.

Es wird eine Auflösung des Vereins befürchtet, wenn die Einsatz- und Jugendabteilungen nicht mehr Teile des Vereins sind. Geregelt ist derzeit auch, dass bei einer Auflösung des Vereins dessen Vermögen der Gemeinde zufällt. Diese und andere Fragen sieht der Vorstand als bedeutungsvoll an und will sie mit juristischem Beistand bewerten lassen, um erforderlichenfalls notwendig werdende Änderungen satzungsgemäß anpassen zu können. »Wir sehen den Entwicklungen nicht tatenlos zu«, hieß es. Die Mitglieder, so der Kassierer, seien aufgefordert, bis 30. September dieses Jahres eigene Vorschläge und Ideen schriftlich beim Vorstand einzureichen, wo sie geprüft würden.

Für Schriftführerin Sabine Sauer trug Wehrführer Volker Sauer den Jahresbericht des Feuerwehrvereins vor. Im Berichtszeitraum traten 17 neue Mitglieder dem Feuerwehrverein bei. Insgesamt zählt man nun 364. Im Rückblick erinnerte er beispielsweise an das Waldfest und die Herrenwanderung und der Weihnachtsbaumverkauf.

Die Vollversammlung im Landgasthof zum Dünsberg bot den Rahmen für zahlreiche Ehrungen. Bernd Crombach wurde für 50jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Seit vier Jahrzehnten sind Manfred Weinecker, Wolfgang Kraft, Heinz Gerlach und Rolf Gerlach Mitglied und auf 25jährige Zugehörigkeit blicken Lars Crombach und Günter Fuchs. Es fehlten Helmut Crombach (60), Helmut Weber, Herbert Wostl und Bernd Hänsel (alle 40) sowie Klaus Siegel, Werner Gerlach, Erich Braas, Markus Hörr, Gisela Bornemann und Hugo Bitter (alle 25).

Der Terminkalender für 2017: Waldfest am 25. Mai, Grillen mit den Minis am 24. Juni, Kreisverbandstag am 20. August, Brunnenfest am 26./27. August, Kameradschaftstag am 28. Oktober, Weihnachtsmarkt Fellingshausen am 2. Dezember und Weihnachtsbaumverkauf am 16. Dezember.

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