08. März 2019, 22:17 Uhr

»Wir müssen draußen bleiben«

08. März 2019, 22:17 Uhr
Das verblasste Schild am Eingang zu Zulassungsstelle und Jugendförderung am Gießener Bachweg zeigt deutlich: Hier gilt das Hundeverbot schon lang. (Foto: so)

Hunde-Verbot im Kreishaus: Von Mai an dürfen Angestellte ihre Vierbeiner nicht mehr tagsüber neben dem Schreibtisch liegen haben. Bisherige Ausnahmeregelungen gelten nicht mehr.

Diese Anweisung von oberster Stelle, für die es durchaus nachvollziehbare Gründe gibt, ist eine hoch emotionale Angelegenheit. Denn es stellt sich für manchen Hundebesitzer schlicht die Betreuungsfrage: Wohin mit dem Hund tagsüber? Doch die bisherige Praxis, Hasso und Wuff nach Rücksprache ins Büro mitzubringen, hatte laut Landrätin Anita Schneider Dimensionen angenommen, die die Kreisspitze zur strikten Neuregelung veranlasst haben.

Die gilt im übrigen auch für Besucher. Vorsprache künftig bitte ohne Hund. Nicht zu 100 Prozent klären ließ sich, inwieweit auch Goldfische im Glas oder der zwitschernde Wellensittich in seinem Käfig auf dem Aktenregal vom Bannstrahl des Fachbereichsleiters »Service, Sicherheit und Ordnung« getroffen werden. Dessen Hausmitteilung an alle Kreis-Mitarbeiter spricht sich generell gegen die Mitnahme von Tieren aus, und präzisiert nachstehend in Klammern (»insbesondere von Hunden«).

Schulunterricht nicht betroffen

Der Goldfisch ist schließlich auch Haustier. Er bellt und schmutzt in der Regel aber weniger als der Dackel und ist unverdächtig, ein Wadenbeißer zu sein. Zudem braucht er keinen Gassi-Gang in der Mittagspause und ist mutmaßlich deutlich anspruchsloser, was Ansprache und Zuwendung betrifft. Eine Nachfrage nach Fisch und Vogel ließ die Kreisverwaltung in der Fastnachtswoche unbeantwortet…

Klarheit gibt es jedoch bezüglich des Geltungsbereichs: »In den Schulen des Landkreises wird es weiterhin die Möglichkeit geben, nach Absprache mit der Schulleitung Tiere im Rahmen des Unterrichts mitzubringen«, erläutert Kreis-Sprecher Dirk Wingender auf Anfrage. Er verweist da etwa auf tiergestützte Therapie, die es zum Teil an den Förderschulen gibt – nicht nur, aber auch mithilfe von Hunden. Weiterhin gibt es Bienen, Spinnen, Fische, Amphibien, Reptilien und weitere Tiere, die zu Unterrichtszwecken an einzelnen Schulen gehalten und gepflegt werden. Auch Haustiere können im Rahmen des Unterrichts mitgebracht werden.

Allerdings müsse vor Ort geklärt werden, wer die Arbeit übernimmt, damit eine Tierhaltung tiergerecht und ohne Belästigungen für Menschen stattfinden kann.

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