05. Januar 2017, 19:25 Uhr

Winterfreuden vor mehr als 50 Jahren

Diese nostalgische Geschichte, angesiedelt im Oberhessen der 1950er und 1960er Jahre, darf nicht mit heißer Nadel gestrickt werden: Binnen Minuten schmölze die ganze weiße Pracht. Ergo heißt es auch, aufzupassen beim Aufwärmen von Erinnerungen: Nur nicht zu viel des Guten.
05. Januar 2017, 19:25 Uhr
Diese nostalgische Geschichte, angesiedelt im Oberhessen der 1950er und 1960er Jahre, darf nicht mit heißer Nadel gestrickt werden: Binnen Minuten schmölze die ganze weiße Pracht. Ergo heißt es auch, aufzupassen beim Aufwärmen von Erinnerungen: Nur nicht zu viel des Guten.
Wer immer schon einmal wissen wollte, was gemeint ist, wenn Schnee von gestern zur Sprache kommt: Hier ist er, ausgebreitet auf einer ganzen Seite – buchstäblich wie sprichwörtlich. Nicht ausbreiten oder gar vertiefen wollen wir hier die Sage von den »früher« viel härteren Wintern. War alles nur anders: weniger Zentralheizungen, kein Räum- und Streudienst bis in den letzten Winkel der Dörfer, weniger Automobile, weniger Ablenkung. Und wir waren anders, waren Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene. Lassen wir das.
Schauen wir lieber auf den Bilderbogen, zusammengetragen aus Fotos, die Leserinnen und Leser zu den Oberhessen-Serien dieser Zeitung beisteuerten. Nur eines ist »neu«; Werner Häckl hat es gefunden im Raum der Erinnerung. Es zeigt, hier links, seine Mutter, ihn, links ganz vorn seinen Bruder Martin plus Kinder aus der Nachbarschaft. Ein Foto der Eltern Häckl, Hedi und Karl, zählt seit 2000 zu den Allzeit-Favoriten des Bildersammlers. Es war mehrfach im Blatt und zeigt sie im Winter 1950 beim Gang durch die obere Bahnhofstraße in Gießen. Wie eine Szene aus einem Film von François Truffaut …
Machen wir im Uhrzeigersinn weiter. Zur Rodel-Rasselbande an der Treiser Lehmkaut zählten 1961 Helmut Bender, Willi Heyer, Rainer Wisker, Winfried Hack und Karin Heyer. Heimo und Hans-Jürgen Pein sowie Karl-Heinz und Bodo W. Klös bauten sich im selben Winter in Bessingen ein Iglu. Ein Jahr später war’s, als Sonja und Bella, zwei Stuten, Erhard Erdmann und dessen Sohn Edwin durch die Gemarkung von Grünberg zogen. Am Schneemann vor dem »Pullfass« posierten 1963 in Rüddingshausen Carola und Christiane Sohl mit ihrer Tante Hannelore Lorch, einer gebürtigen Pfeiff.
Die drei Naturschönheiten, die sich hier rechts im Schnee wälzen, waren da schon ein paar Tage länger auf der Welt: Die anmutige Aufnahme entstand am Hardtwäldchen bei Gießen – bereits 1951!
Auch das gehörte vielerorts zum Winter (und mancherorts hat sich die Tradition bis in die Gegenwart gehalten): Laientheater 1955 beim Gesangverein Krofdorf: Herta Pech, Agnes Läufer, Irmtraud Balßer, Liselotte Neuhaus, Gertrud Schlierbach, Inge Bender und, vorn, Anne Rose Rinn gaben in der Turnhalle »Das Mädchen von Neckarsteinach«. Fein, fein!
Mit dem Foto links daneben erinnerte Otto Engel aus Watzenborn-Steinberg in einem Ende 2000 veröffentlichten Beitrag zur Zeitungsserie an Winter-Sport-Kinder-Freuden am Harnischberg; im Hintergrund Hausen und Garbenteich. Harnischberg? Besser bekannt als »Neue Mitte«. Ski kann man da nicht mehr fahren, bestenfalls kaufen.
Zum Winter in den 1950ern noch ein Foto aus dem Licher Stadtwald: Die Herrn Wagner, Riedmann, Ihring und Lechner sen. nach der ertragreichen Jagd auf Sauen.
Und ist nicht heute Dreikönig? Da kommen die Sternsinger, schreiben mit Kreide 20+C+N+B+17 an die Haustür – wie in den frühen 1960ern in Krofdorf Wolfgang Inhester, Norbert Kneißl und der … (no)

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