06. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Wiedersehen in der Realität

Lich (sis). Philipp »Lippel« Mattenheim hat es nicht leicht. Der Vater ist als Gourmetkoch viel unterwegs und nun soll die putzwütige Frau Jakob für eine Woche sein Kindermädchen sein. Diese hat aber nichts Besseres zu tun, als rund um die Uhr mit ihrer Mutter zu telefonieren und verfolgt im Wesentlichen den Plan, Lippels Vater als Partner zu gewinnen und das Kind in eine »staatliche Einrichtung« abzuschieben. In der Schule hat es Lippel auch nicht leicht. Wegen seiner verträumten Art wird er von seinen Mitschülern gehänselt, von seinem Lehrer nicht ernst genommen und ist insgesamt doch sehr auf sich alleine gestellt.
06. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Die Geschichte »Lippels Traum« von Paul Maar, die 2008 mit Moritz Bleibtreu und Anke Engelke verfilmt wurde, feierte am Sonntagnachmittag im Kino Traumstern Premiere in Form eines kurzweiligen Theaterstücks. Zum zehnjährigen Jubiläum des Theater Traumstern sind nun die jüngeren Darsteller an der Reihe. Nach den beiden erfolgreichen Jubiläumsproduktionen »König Ödipus(sy)« und »Hairspray« gibt es mit Maars fantastischer Erzählung in der Adventszeit eine Inszenierung für die ganze Familie.
In dem spannenden orientalischen Märchen stehen Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich und Gesamtschule Hungen gemeinsam mit bekannten Gesichtern aus dem Theater-Traumstern-Ensemble auf der Bühne. In einer Inszenierung von Daniel Komma, dem erst im September mit »Hairspray« ein Coup gelang, überzeugt der junge Bennet Solan als Lippel, der Tag für Tag seinen Kampf mit der lieblosen Frau Jakob (Kristina Ruppel) hat.
Desinfektionsspray hier, »gesunde« Tomatensuppe da – für Lippel ein Graus. Wie gut, dass der blonde charismatische Junge zwei neue Mitschüler bekommt: Arslan (Florian Rau) und Hamide (Lilli Amelie Köhler) stammen aus der Türkei und schlagen die Brücke zwischen der täglichen Realität Lippels und dessen nächtlichen Träumen vom Orient. Denn Lippel hat von seinem Vater die »Geschichten aus Tausendundeiner Nacht« geschenkt bekommen.
Von Frau Jakob gar nicht gern gesehen, flüchtet sich das neugierige Kind in jeder freien Minute in die Welt von Königen im Orient. Hier wird Prinz Arslan von seinem Vater, dem König, aus dem Königreich verbannt, weil er angeblich sein goldenes Buch gestohlen haben soll.
Seine Schwester Hamide und Muck, der Hund, begleiten ihn auf einer gefährlichen Reise durch die Wüste. Und dann wäre da noch die böse Tante, die den Königsthron an sich reißen möchte und dabei auch vor keiner Intrige halt macht. Irgendwann träumt Lippel die Geschichte weiter. Er wird zu einem immer wichtigeren Teil von dieser – und alle Personen aus dem Buch begegnen ihm plötzlich in der Realität wieder. So wirkt das Make-up der orientalischen Schönheiten im Klassenzimmer stark überzogen und auch Frau Jakob vergisst in manchen Szenen, sich abzuschminken.
Das stört aber nicht, sondern unterstützt vielmehr den feinen Grat zwischen Traum und Realität. Vor einer wunderschönen farbenfrohen Kulisse reist Lippel mit seinen neuen Freunden ins Morgenland, um das goldene Buch an den wahren Besitzer zu übergeben. Es ist eine wahre Freude, diese Reise zu begleiten. Am dritten Advent kann man das Stück in Hungener Besetzung um 15 Uhr an der dortigen Gesamtschule anschauen. Es lohnt sich!

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