23. Februar 2018, 22:53 Uhr

Wieder eine Bürgermeisterin

Am 1. März hat Biebertal wieder eine Bürgermeisterin: Patricia Ortmann. Die 52-Jährige aus Gießen ist am gestrigen Freitag mit einem feierlichen Akt im großen Saal des Bürgerhauses von Rodheim ins Amt eingeführt und vereidigt worden. Rund 400 Gäste nahmen an der Zeremonie teil. Damit steht nach Helga Lopez (SPD) zum zweiten Mal eine Frau an der Verwaltungsspitze in der Gemeinde.
23. Februar 2018, 22:53 Uhr
Die Neue und der Alte: Patricia Ortmann erhält von Thomas Bender die Ernennungsurkunde. Rechts Parlamentsvorsteherin Elke Lepper.

Am 1. März hat Biebertal wieder eine Bürgermeisterin: Patricia Ortmann. Die 52-Jährige aus Gießen ist am gestrigen Freitag mit einem feierlichen Akt im großen Saal des Bürgerhauses von Rodheim ins Amt eingeführt und vereidigt worden. Rund 400 Gäste nahmen an der Zeremonie teil. Damit steht nach Helga Lopez (SPD) zum zweiten Mal eine Frau an der Verwaltungsspitze in der Gemeinde.

Die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Elke Lepper, sprach mit Blick auf das Wahlergebnis von mehr als 63 Prozent im Oktober von einem »großen Vertrauenvorschuss« für Ortmann, als diese um 18.22 Uhr die Ernennungsurkunde von ihrem Amtsvorgänger Thomas Bender ausgehändigt bekam. Bender, der sich im Alter von 60 Jahren nach gescheiterter Wiederwahl aus dem Rathaus verabschiedet, wünschte der neuen Bürgermeisterin nicht nur Erfolg, sondern sagte augenzwinkernd: »Jetzt kommen Sie aus dieser Nummer nicht mehr raus!«

Was er damit meinte, wurde in seiner Abschiedsrede deutlich, die weder eine große Generalabrechnung war noch eine Leistungsbilanz. Gleichwohl sprach Bender mit Blick auf die Kommunalpolitik von andauerndem »Hickhack« und vom »Durcheinander der letzten Wochen«, mit dem man ihm den Abschied denkbar einfach mache: »Ich bin heilfroh, dass es hinter mir lassen kann!« Und bilanzierte, dass er es auch ohne parlamentarische Mehrheit »doch ganz gut auf die Reihe bekommen« habe. Auch wenn manches aufgrund der Biebertaler Entscheidungsprozesse etwas länger gedauert habe. Ihm sei das Wohl Biebertals wichtig gewesen – und ganz persönlich, dass er morgens aufrecht in den Spiegel schauen konnte. All jenen, die in der Biebertaler Politik weiter engagiert bleiben, gab er ein paar Ratschläge an die Hand. Zuvörderst: »Mit Populismus kommen wir nicht weiter. Am Ende des Tages kann man es nicht allen recht machen. Und der Preis ist, dass man dann auch keine Richtung mehr drauf hat«.

»Bürgermeister kommen und gehen – Beigeordnete bleiben«. Mit dieser humorigen Anmerkung hatte der Erste Beigeordnete Peter Kleiner gleichwohl für eine heiter-versöhnliche Stimmung gesorgt, als er Bürgermeister Thomas Bender die Entlassungsurkunde überreichte. Müsste ich ein Arbeitszeugnis schreiben, so fänden sich darin die Adjektive ehrlich, kompetent, zuverlässig, fleißig«, dankte Kleiner dem scheidenden Bürgermeister. Und er weiß nach bald vier Jahrzehnten in der Politik, wovon er spricht: »Du warst ein guter Bürgermeister. Dafür danke ich Dir«, sagte Kleiner.

 

Neue Kommunikations-Kultur

 

Patricia Ortmann hatte sich im vergangenen Oktober in der Stichwahl in aller Deutlichkeit gegen den Mitbewerber Michael Borke (SPD) durchgesetzt, nachdem bereits im ersten Wahlgang der CDU-Fraktionsvorsitzende Cramer und eben Amtsinhaber Thomas Bender ausgeschieden waren.

In ihrer Antrittsrede versprach Ortmann den Wählern, »jeden Tag daran zu arbeiten, mir dieses Vertrauen auch zu verdienen«. Sie dankte allen Unterstützern, namentlich Inge Mohr von den Freien Wählern, und positionierte sich gleichwohl souverän: »Heute, liebe Biebertaler, stehe ich hier auf eigenen Beinen, politisch unabhängig und neutral, fest entschlossen und hoch motiviert« Patricia Ortmann sicherte zu, eine Bürgermeisterin für alle Menschen in Biebertal sein zu wollen – auch für diejenigen, die mir kritisch gegenüberstehen«. Als zentrales Moment ihrer künftigen Arbeit kündigte die neue Bürgermeisterin eine »neue Kultur des Miteinander-Redens« an: Mir ist das Gespräch mit ihnen wichtig!« Und die neue Bürgermeisterin setzt auf bürgerschaftliches Engagement: Für die Dörfer und die Gesamtgemeinde möchte sie in einer Art Zukunftswerkstatt mit den Bürgern Perspektiven entwickeln.

Umrahmt wurde die Amtsübergabe vom Männerchor der Biebertaler Gesangvereine und der Musikgruppe aus der »Sonnenstraße, der »Sunstreet Familiy«. (Fotos: ws)

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