01. April 2019, 22:18 Uhr

Wie gelingt regionaler Klimaschutz?

01. April 2019, 22:18 Uhr

Was können Landkreise und Kommunen für die Energiewende leisten? Wie gelingt Klimaschutz regional? Der Landkreis Gießen hat Ideen und Initiativen entwickelt, die bundesweit Modellcharakter haben. Er ist eine von nur drei Masterplan-Kommunen in Hessen – neben dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Stadt Frankfurt – und damit ein Pilot für regionale Vorhaben in Sachen Klimaschutz und erneuerbare Energien. Landrätin Anita Schneider hat nun eine Zwischenbilanz gezogen.

Der Kreistag hatte 2011 einstimmig beschlossen, die Energiewende voranzutreiben. Bis zum Jahr 2050 sollen 95 Prozent der Treibhausgasemissionen (im Vergleich zum Jahr 1990) eingespart, der Energieverbrauch im gleichen Zeitraum halbiert werden.

Um die Ziele zu erreichen, bietet der Kreis Gießen Beratung und Dienstleistung für Kommunen, Wirtschaft und Bürger an, bündelt Initiativen und übernimmt selbst eine Vorbildfunktion, wie Landrätin Schneider sagt. Frühzeitig wurde als Schwerpunkt die Wärmewende festgelegt. Der Grund: Rund drei Viertel der Energie, die in den Privathaushalten im Landkreis verbraucht wird, ist Wärme. Würden nur 25 Prozent eingespart, hätte dies denselben Effekt, als würde der gesamte Strom eingespart.

»Klimaschutz ist zwar eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, aber auch wir als Landkreis können wirksam dazu beitragen«, sagt Schneider. Denn auch der Landkreis habe Möglichkeiten für Weichenstellungen – zum Beispiel über den ÖPNV oder Gesellschaften, an denen er Anteile hält. Die OVAG Energie beispielsweise liefere schon jetzt bis zu 46 Prozent »grüne« Energie und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt.

Wertschöpfung für die Region

Eine bedeutende Rolle spiele zudem die Wertschöpfung für die Region, sagt Schneider. Eine halbe Milliarde Euro jährlich verlassen statistisch bislang den Landkreis für den Erwerb fossiler Energien. Eine Reihe von Unternehmen, die sich mit Energieeffizienz und Klimaschutz beschäftigen, verfolgen neue Ansätze. Der Landkreis fördert deren Austausch, berät und bietet verschiedenste Veranstaltungen zum Thema.

Geht es um Energieeinsparung und –effizienz, bietet der Kreis über ein Beratungsnetzwerk nicht nur Informationen zu den richtigen Schritten und Fördermöglichkeiten, sondern zeigt mit seinen eigenen Gebäuden, wie es gehen kann: Allein in den Schulen des Kreises wurde der Heizenergiebedarf durch energetische Sanierungen und den Tausch von Heizungsanlagen in den Jahren 2000 bis 2014 um 33 Prozent verringert.

Ein weiteres Beispiel für Klimaschutz-Aktivitäten des Kreises sei die Mobilität, sagt Schneider. Der Ausbau von Radwegenetzen, eine bessere Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge und die Unterstützung des Kreises für die Reaktivierung der Lumdatal- und Horlofftalbahn tragen dazu bei, dass Verkehr klimafreundlicher und effizienter wird.

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