14. Oktober 2017, 15:00 Uhr

Traumstern

Wie aus dem Kneipenwirt Schäfer der Filmproduzent Schäfer wurde

Ebi Schäfer war einst Wirt der Licher Kinokneipe »Statt Gießen«, mittlerweile arbeitet ist er als Filmproduzent. Am Sonntag kehrt er ins Kino Traumstern zurück.
14. Oktober 2017, 15:00 Uhr
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Von Ursula Sommerlad
In den 1980er-Jahren hatte Ebi Schäfer die Licher Kinokneipe "Statt Gießen" unter seinen Fittichen. (Foto: pad)
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Mittlerweile arbeitet Ebi Schäfer als Produzent. (Foto:pm)

Ebi Schäfer gehört zum Personal aus der Gründerzeit des Kino Traumstern. Seit bald 30 Jahren ist er selbst Filmproduzent. Nun kehrt er an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Schäfer, der zwischen 1984 und 1987 die Kinokneipe mit dem schönen Namen »Statt Gießen« schmiss, wird am Sonntag, dem »European Art Cinema Day«, gemeinsam mit Regisseurin Julia Zische den Film »Wann endlich küsst du mich« vorstellen. Eine gute Gelegenheit, Erinnerungen herauszukramen.

Und die reichen weit zurück, denn »Traumstern«-Macher Edgar Langer und Karl-Eberhard Schäfer – so der bürgerliche Name – haben schon als Pädagogik-Studenten gemeinsam Jugendarbeit beim »Bund deutscher Pfadfinder« gemacht. Das legendäre Festival im Laubacher Steinbruch zum Beispiel geht auf ihr Konto.

 

 

Ich habe mich ohne lange zu überlegen draufgestürzt

Ebi Schäfer

Schon als Langer und Horst Konrad 1983 das Traumstern gründeten, war Schäfer dem Kino eng verbunden. »Als ein Jahr später die Wirtin der Kinokneipe schwanger wurde, fragten sie mich, ob ich das machen will. Ich habe mich ohne lange zu überlegen draufgestürzt.«

Der gebürtige Frankfurter blieb drei Jahre in Lich, sein Sohn wurde dort eingeschult. Heute erinnert er sich gerne an die Zeit. »Die Statt Gießen war ein Anlaufpunkt für junge Leute. Viele haben sich da engagiert.« Szene eben.

Oscar-Nominierung für "Prisoner of Paradise"

Aber Kneipe auf Dauer: das war dann doch nichts. Und so sagte Schäfer zu, als ihm ein alter Schulfreund einen Job bei der »Frankfurter Filmproduktion« anbot. Der Diplom-Pädagoge kümmerte sich dort ums Administrative und die Finanzen. »Das hat mir schon immer gelegen und man hat mich relativ viel machen lassen. So bin ich da rein gewachsen.«

Fünf Jahre später gründete er gemeinsam mit Norbert Walter die »U5 Filmproduktion«. Filme und Serien, vorwiegend fürs Fernsehen, sind seither sein Metier. Auch im Dokumentarfilmbereich engagiert sich die »U5 Filmproduktion«, was ihr unter anderem eine Oscar-Nominierung für die internationale Koproduktion »Prisoner of Paradise« eingebracht hat.
 

Ein eher kleiner Film am Sonntag


»Wann endlich küsst du mich?«, das am Sonntag gezeigt wird, fällt da ein bisschen aus der Reihe. Der Spielfilm von Julia Zische um schwierige Mutter-Tochter-Beziehungen entstand als Abschlussarbeit für die Ludwigsburger Filmakademie mit einem Budget von 1,2 Millionen Euro.

»Für einen Abschlussfilm ist das natürlich riesig«, sagt Schäfer. Aber nach den üblichen Maßstäben sei es doch eher ein kleiner Film. »Es ist schwer, dafür Aufmerksamkeit zu bekommen«, bedauert der Produzent. Insofern sei es gut, dass es Kinos wie, das Traumstern gebe, die so etwas machen.

 

Termine

"Wann endlich küsst du mich?"

Das Traumstern zeigt »Wann endlich küsst du mich?« am Sonntag, dem 15. Oktober, um 12 Uhr in einer Matinee-Vorstellung. Regisseurin Julia Zische und Produzent Karl-Eberhard Schäfer sind vor Ort. Zudem ist der Film auch am Montag und am Dienstag jeweils um 17 Uhr zu sehen.

 



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