18. November 2018, 18:53 Uhr

Wider das Vergessen

18. November 2018, 18:53 Uhr
In vielen Dörfern im Landkreis finden am Volkstrauertag Gedenkfeiern für die Opfer von Gewalt und Krieg statt. Auf der zentralen Veranstaltung des Kreisverbandes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Kloster Arnsburg predigt Pfarrer Manfred Wenzel. (Foto: kjg)

»Vor 100 Jahren war der Erste Weltkrieg zu Ende. Tränen der Trauer flossen fast überall auf der Welt. Nationale Gedenktage wie der Volkstrauertag wurden eingeführt«: Mit diesen Worten luden der Kreisverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Landkreis Gießen am Volkstrauertag zur Gedenkveranstaltung auf die Kriegsgräberstätte in Kloster Arnsburg ein. In den Mittelpunkt ihrer Gedenkansprache stellte Landrätin Anita Schneider die Verantwortung und Verpflichtung für den Frieden und die Demokratie sowie die Zusammenarbeit in Europa. Toleranz üben, Vorurteile abbauen und die Gleichberechtigung nicht nur zwischen Mann und Frau seien das verbürgte Recht eines jeden. Sie mahnte an, gegen die Geschichtsvergessenheit anzukämpfen. Das Gedenken am Volkstrauertag möge man als Verpflichtung ansehen, um für Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie einzutreten. Das sei gerade mit Blick auf den neuen Nationalismus in Deutschland und Europa mehr und mehr von Bedeutung.

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und 100 Jahre nach der Ausrufung der »Weimarer Republik« sowie 73 Jahre, in denen kein Krieg in Europa ausbrach – das seien markante Wegweiser für ein friedliches Europa und mehr Frieden in der Welt. Das zeige, wie wichtig das Zusammenwachsen von Europa war und ist und welch hohes Gut eine »funktionierende Demokratie« sei.

Die Schüler der Dietrich Bonhoeffer-Schule (Lich) riefen dazu auf, die Vergangenheit nicht zu vergessen und sich immer wieder der vielen Toten zu erinnern. Pfarrer Manfred Wenzel sprach von der unrühmlichen Rolle der christlichen Kirchen während der Nazizeit, die zu wenig widersprochen hätten, und davon, dass die Machthaber die Bibelworte gegen Juden benutzt hätten. Er zitierte aus Matthäus 25 »Was ihr dem Geringsten meiner Brüder (oder auch nicht, fügte er hinzu) getan habt, das habt ihr mir getan.« Sein Bekenntnis: »Glaube, Hoffnung, Liebe.«

Kreistagsvorsitzender Karl-Heinz Funck sagte vor der Kranzniederlegung: »Wir gedenken heute der Opfer von Gewalt und Krieg, der Kinder, Frauen und Männer aller Völker sowie der Soldaten aller Völker. Wir gedenken denen, die im Widerstand umgekommen sind, und wir trauern auch um die Opfer aus Krieg und Terror unserer Tage.«

Landrätin Schneider dankte allen, die an der Gedenkveranstaltung mitgewirkt und zu deren Gelingen beigetragen haben, insbesondere dem Posaunenchor Lich, dem Gesangverein Harbach, den Schülern der Dietrich-Bonhoeffer-Schule sowie dem Freundeskreis Kloster Arnsburg. Als Zeichen ihres Gedenkens legten Vertreter des Volksbundes, des Landkreises Gießen, der Stadt Lich und Vertreter der Bundeswehr Kränze nieder.

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