25. Mai 2019, 18:00 Uhr

Wenn die Landrätin eine Spende für einen »Schwarzbau« übergibt

Ist der Unterstand, denn der FC Turabdin Babylon Pohlheim errichtet hat, ein Schwarzbau? Der Pohlheimer Bürgermeister hat dies in einer Sitzung geäußert.
25. Mai 2019, 18:00 Uhr

Es ist ein Termin, wie er jedes Jahr hundertfach im Kreisgebiet über die Bühne geht: Die Landrätin übergibt einen Scheck im Riesenformat. Händeschütteln. Lächeln in die Kamera. Gutes tun und darüber reden.

Ungünstig nur, wenn man eine Spende überreicht - und dabei einen »Schwarzbau« unterstützt. Dies hat zumindest Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann nun erklärt. Für eine vor wenigen Tagen eingeweihte Holzüberdachung am Sportplatz in Holzheim sei kein Bauantrag eingereicht worden. »Es gibt keine Anfrage«, sagte Schöffmann. »Uns liegen keine Unterlagen vor.«

Stiftung fördert mit 3000 Euro

Das Sportgelände wird seit mehreren Jahren vom FC Turabdin Babylon Pohlheim genutzt. Die Gemeinnützige Stiftung der Sparkasse Gießen hat die Überdachung mit 3000 Euro finanziert. Hintergrund: Der Geräteraum soll den Sportlern auch bei Regen Schutz bieten.

Der Stiftung - bei der Spendenübergabe vertreten vom Geschäftsführer der Sparkasse, Peter Wolf, und der stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrats, Anita Schneider - kann man freilich keinen Vorwurf machen. Regelmäßig unterstützt sie Vereine der Region mit mehreren Zehntausend Euro. Selbstverständlich informiere man sich über die Initiativen und Organisationen, die man fördert, erklärt eine Vertreterin des Vorstandssekretariats. Jeden Bauantrag sehe man dabei aber nicht ein.

Von einem Skandal bei einer Spende für einen Carport zu sprechen wäre übertrieben - zumal er möglicherweise gar nicht genehmigungspflichtig ist. Den Bauantrag habe er soeben nachträglich unterschrieben und abgegeben, erklärte der Vorsitzende des FC Turabdin, Aziz Kartal.

Verein fühlt sich im Stich gelassen

Einen ernsten Hintergrund hat die Sache dennoch, wie Kartal verdeutlicht. »Es ist eine Schande«, sagt er im Gespräch. »Wir fühlen uns im Stich gelassen.« Über den Carport habe man die Stadt ohnehin schon vor einem Jahr informiert. »Wir wünschen uns einen faireren Umgang.« Von der Stadt erhalte man nichts. Der Sportplatz sei im Zustand der 50er Jahre. »Die sanitären Anlagen sind ein Sauhaufen.«

Vielleicht ist es in manchen Fällen doch besser, Gutes zu tun - und dann einfach mal nicht darüber zu reden. (ssr/Foto: pm)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Anita Schneider
  • Landräte
  • Peter Wolf
  • Sitzungen
  • Sparkasse Gießen
  • Sportplätze
  • Stiftungen
  • Udo Schöffmann
  • Pohlheim
  • Stefan Schaal
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen