03. September 2019, 21:38 Uhr

Weltreise bis nach Hungen

03. September 2019, 21:38 Uhr
Gabriele Pfänder vor dem Gemälde einer Schnitzerei eines Ahnenbildnisses. (Foto: nab)

Neuseeland mit all seinen Traditionen fasziniert Gabriele Pfänder. Und das spiegelt sich auch in ihrem künstlerischen Schaffen wider. Am Samstag wurde eine Ausstellung mit Pfänders Werken im Pferdestall des Hungener Schlosses eröffnet. Dafür reiste Pfänder einmal um die halbe Welt - denn sie lebt seit 20 Jahren in Neuseeland. Im Norden der Nordinsel betreibt sie die Hukatere Logde. Ihr vor drei Jahren verstorbener Partner war Maori; so erhielt Gabriele Pfänder Einblicke in eine Kultur, die sonst vielen verborgen bleiben.

»Te Moana Nui A Kiwa - Der Pazifische Ozean« lautet der Titel der Schau, bei der die Maori-Kultur, die Insel Neuseeland und die Menschen dort im Mittelpunkt stehen. Man sieht bei den Gemälden in Öl auf Leinwand den Bezug der Menschen zum Ozean: Ein maorisches Zeremonien-Kanu fährt über das Wasser, eine Walfischfamilie durchquert die Fluten und Maori-Ruderer treiben auf dem Wasser. Unter den Werken, die Pfänder in Hungen ausstellt, finden sich beispielsweise Porträts einer Dorfältesten mit traditionellen Umhang, bei der Willkommenszeremonie oder ein Mädchen mit Jadeschmuck und Maori mit Gesichtstätowierungen.

Die Werke stammen aus den Jahren 1997 bis 2004. Ursprünglich war die Künstlerin, die eine Schlossbewohnerin aus Hungen während einer Neuseeland-Reise kennenlernte, als Diplom-Wirtschaftsingenieurin tätig. Sie studierte Angewandte Künste und macht neben der Malerei heute vor allem die Bildhauerei zum Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens. Es handelt sich dabei um konzeptionelle Arbeiten mit Plastiken, berichtet sie. Für November hat sie beispielsweise wieder eine Ausstellung in Neuseeland geplant. Dann drehen sich ihre Werke um den neuseeländischen Weihnachtsbaum, den in der Maori-Sprache genannten Pohutukawa. »Er ist ein Symbol für Urlaub, Strand und Barbeque.«

Neuseeland ist Gabriele Pfänders zweite Heimat geworden - und man sieht den Werken die Liebe an, die darin steckt. Wer sich auf die Suche nach polynesischen Riten und Südseeflair begeben möchte, für den ist die Schau eine gelungene Inspiration.

Die Ausstellung im Pferdestall des Hungener Schlosses ist bis zum 15. September jeweils freitags, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu besichtigen.

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