09. November 2018, 18:53 Uhr

Weißer Rauch aus dem Schornstein

09. November 2018, 18:53 Uhr
Elektronische Abbrandsteuerung verdoppelt die übliche Brenndauer und reduziert die eingesetzte Holzmenge um mehr als die Hälfte. (Foto: Drooff Kaminöfen)

Alte Kaminöfen sind schmutzig, sind neue dagegen vergleichsweise sauber? Das stimmt nur auf dem Papier. Wer einige Grundregeln kennt, kann aber den unvermeidlichen Schadstoffausstoß bei der Verbrennung von Feststoffen in jedem Fall deutlich verringern.

Die wichtigsten Tipps: »In der Praxis hängt die Höhe der Emissionen ganz erheblich auch davon ab, wie die Anlagen betrieben werden«, sagt Hans Hartmann vom Bayerischen Technologie- und Förderzentrum. Wer einige Grundregeln beachte, könne den Schadstoffausstoß deutlich mindern, auch wenn der Kamin nicht dem neuesten Stand der Technik entspreche. Dazu gehört, keine beschichteten, lackierten oder anderweitig behandelten Hölzer zu verbrennen – was ohnehin verboten ist. Auch Zeitungspapier oder Papierbriketts sollten nicht in den Ofen, da Druckfarben und Bindemittel problematische Stoffe enthalten.

Nur naturbelassenes, trockenes Holz gehört in die Brennkammer. Die Restfeuchte sollte auf keinen Fall mehr als 25 Prozent betragen. Liegt der Wert höher, steigen die Schadstoffwerte in der Abluft drastisch an. Zudem leidet die Effizienz, weil ein Teil der Energie dafür aufgewendet werden muss, das im Holz enthaltene Wasser zu verdampfen. Wie feucht der Brennstoff ist, lässt sich mit einem Messgerät ermitteln. Einfache Modelle gibt es bereits ab 15 Euro zu kaufen. Einen groben Hinweis gibt die Probe mit dem Fingernagel: Lässt sich das Holz leicht einritzen, ist es noch zu feucht.

Auch die Art und Weise des Anzündens hat Einfluss auf die Umweltbilanz. Hartmann rät dazu, den Anzünder auf den Scheiten zu platzieren, sodass sich das Feuer von oben nach unten fressen kann. Das hat den Vorteil, dass nur wenig unverbrannte, schadstoffreiche Gase den Feuerraum verlassen. Ohnehin ist während des gesamten Abbrennens wichtig, dass das beim Aufheizen des Holzes entstehende Gasgemisch vollständig verbrennt. Nur so lässt sich die Schadstoffbelastung gering halten. Ob das gelingt, kann man an der Feuerraumscheibe ablesen: Ist sie verrußt, verläuft die Verbrennung nicht sauber. Ein anderer Indikator ist der Rauch, der aus dem Schornstein kommt. »Der Rauch sollte weiß oder grau sein und auf keinen Fall schwarz. Schwarze Farbe ist ein Zeichen unvollständiger Verbrennung und hoher Rußemissionen«, sagt Christian Liesegang vom Umweltbundesamt.

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