16. Dezember 2018, 19:32 Uhr

Tipps gegen Müll

Weihnachten mal anders: Wie man Müll vermeidet

Weihnachtszeit ist Geschenke-Zeit, und Geschenke-Zeit ist Einpack-Zeit. Da kommt jede Menge Müll zusammen. Aber das muss nicht sein. Tipps vom Friedberger Experten Andreas Arnold.
16. Dezember 2018, 19:32 Uhr
So geht’s auch: Eine Zeitung eignet sich perfekt als Geschenkpapier. Mit einer Schleife dekorieren, für besinnliches Kerzenlicht sorgen – und schon steht einem fröhlichen Fest nichts mehr im Wege. (Foto: Andreas Arnold)

Das Fest der Liebe steht vor der Tür und ist der Wegbereiter für die überfüllten Papiermülltonnen und gelben Säcke, die zwischen den Jahren vor den Türen stehen werden. 218 Kilo sind es, die pro Kopf und Jahr in Deutschland allein an Verpackungsmüll anfallen, gut 37 davon sind Plastikverpackungen. Mit diesen Zahlen sind wir führend in Europa.

Wir alle wünschen uns weiße Weihnachten, doch selbst wenn kein Schnee fallen sollte: Eine grüne Weihnacht wird es dadurch noch lange nicht. Gut 20 Prozent mehr Verpackungsmüll fällt in der Weihnachtszeit an, und man kann verstehen, warum: Wir packen gerne aus! Des Gefühls wegen! Wer erinnert sich nicht gern an die strahlenden Kinderaugen und das Lächeln, wenn die Kleinen an Heiligabend ihr Päckchen finden und freilegen. Es ist etwas, das der Schenkende zurückbekommt, diese Freude, die einen erfüllt, wenn Lage um Lage des Geschenkpapiers von kleinen Händen entfernt wird, die Spannung förmlich zu einem elektrischen Knistern in der Luft zu werden scheint.

Die Überraschung macht einen Gutteil der Freude beim Beschenktwerden aus. Nichts ist ernüchternder, als ein unverpacktes Geschenk schon von Weitem unter dem Baum liegen zu sehen. Das kennen wir selbst: Man betritt das Wohnzimmer und hofft, während man sich dem Baum nähert, dass es bitte nicht die Krawatte oder das Parfüm sein mögen, die für einen bestimmt sind. Zugegeben, ein unoriginelles und unpersönliches Geschenk rettet auch eine pfiffige Verpackung nicht, aber immerhin kann man sich durch langsames Auspacken bereits auf die richtige Mimik einstellen, um den Schenkenden nicht zu enttäuschen.

Mal wieder offline einkaufen

Was sich aber in jedem Fall retten ließe, wären jede Menge Ressourcen. Der Müllanfall beginnt nicht erst bei der Geschenkverpackung. Ein Großteil des Mülls entsteht durch den Warenversand. Der E-Commerce-Verband BEVH rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum um 9,3 Prozent. Waren es im Jahr 2008 noch 19,3 Milliarden Umsatz im Online-Handel, sind es in diesem Jahr prognostisch 63,9 Milliarden. Ebenso unaufhaltsam steigt der Verpackungsmüllanfall.

Warum also nicht in diesem Jahr mal wieder die Innenstädte zum Weihnachtsbummel aufsuchen? Während viele Weihnachtseinkäufer offenbar zu Hause sitzen und sich durch die virtuellen Warenhäuser klicken, bleibt ihnen ein Gefühl vorenthalten: Das gemeinsame Erleben weihnachtlicher Stimmung.

Die Einzelhandelsgeschäfte und Kaufhäuser sind festlich geschmückt, Lebkuchen und Glühwein winken an jeder Ecke und die weihnachtliche Musik trägt ebenfalls ihren Anteil dazu bei, den geneigten Käufer in Weihnachtsstimmung zu versetzen. So wird der Bestellvorgang zum Event, der Klick auf den Warenkorb zum Erlebnis und der Weg zur Mülltonne zwecks Versandmüllentsorgung zum Gang auf die Couch, um die weihnachtlichen Eindrücke der Einkaufsmeilen und Weihnachtsmärkte sacken zu lassen. Sobald »Last Christmas« ertönt, könnte die Frage aufkommen, ob es vielleicht dieses Jahr auch bei der Geschenkverpackung anders laufen könnte.

Eine attraktive Möglichkeit ist, das Weihnachtspäckchen in eine gelesene Zeitung einzuschlagen – die Wetterauer Zeitung erwies sich in unseren Tests als besonders geeignet. Dekoriert mit einer Schlaufe aus dicker Kordel ergibt sich ein schlichtes, aber eindrucksvolles Präsent. Garnieren kann man das Ganze mit ausgeschnittenen Sternen aus bunten Magazinen – wie dem Streifzug des Vormonats – und schon ist aus einer einfachen Geschenkverpackung etwas Individuelles mit persönlicher Note geworden.

Nicht nur auf bekannten Do-it-yourself-Blogs und Homepages wie smarticular.de finden sich weitere schöne Ideen, wie Verpackungsmüll zu Weihnachten gespart werden kann, auch die Friedberger Videobloggerin Svenja Preuster, die unter dem Namen »FräuleinÖko« auf Facebook und Youtube zu finden ist, hat in ihrem aktuellen Video tolle Tipps. Dieser Online-Besuch lohnt sich ganz sicher und ist verpackungsfrei.

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