05. Juli 2018, 22:02 Uhr

Weichen für Zukunftsfähigkeit stellen

05. Juli 2018, 22:02 Uhr
Das Oberhessische Diakoniezentrum hat den harten Sanierungskurs hinter sich und investiert nun in neue Angebote. (Foto: tb)

Das Oberhessische Diakoniezentrum Johann-Friedrich-Stift ist eine der traditionsreichsten sozialen Einrichtungen in Laubach und der Region. Mehr als 350 festangestellte Mitarbeiter und über 140 ehrenamtlich tätige Helfer sind hier Tag für Tag im Einsatz. Trotz Tradition hat man auch die Zukunft im Blick. Darum eröffnete nun am 1. Juni der »Stützpunkt Demenz«. Hier will das Stift mit hochqualifizierten Mitarbeiterinnen vielfältige Hilfe und Beratung für Betroffene und Angehörige im Ostkreis anbieten. Auch professionelle tiergestützte Arbeit werde ein Bestandteil der künftigen Arbeit mit Senioren und Kindern sein.

Harter Druck im Pflegesektor

Für den Fortbestand und Erfolg setzt sich der ehrenamtliche Stiftungsrat der diakonischen Einrichtung ein. An dessen Spitze steht seit Juni 2017 als Vorsitzender Dirk Oßwald. Der ehemalige Jugend- und Sozialdezernent des Kreises und gebürtige Laubacher folgte dem verstorbenen Hermann Schaum. Mit viel Einsatz und gebündelten Kompetenzen wollen er und seine Kollegen das Oberhessische Diakoniezentrum in eine erfolgreiche Zukunft führen. Oßwald ist in vielerlei Hinsicht mit dem Stift verbunden: Er wurde im stiftungseigenen Krankenhaus geboren, besuchte hier die Kita und brachte später seine Eltern im Seniorenzentrum des Johann-Friedrich-Stifts unter.

Neben ihm gehören dem Gremium die Bürgermeister der drei Standortkommunen Peter Klug (Laubach), Rainer Wengorsch (Hungen) und Bernd Klein (Lich) sowie Holger Claes als Leiter des Diakonischen Werks Gießen, der frühere Vorstandsvorsitzende der Landeskreditbank Baden-Württemberg, Christian Brand, und Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach als Vertreter der Stifterfamilie an.

Der Pflegesektor sieht sich starken Problemen gegenübergestellt, die auch vor der Diakonie nicht haltmachen, erklärte Oßwald. Akuter Fachkräftemangel, private, teils global agierende Anbieter auf dem Pflegesektor, die mit oft rüden Methoden auf den Markt drängen, Preise drücken oder Fachkräfte abwerben, stellten auch das »Stift« auf eine harte Probe. Dem halte man mit langjährigen Mitarbeitern und kollegialem Zusammenhalt entgegen. »Als soziale Einrichtung zukunftsfähig zu bleiben« lautet das Ziel.

Vor einem Jahrzehnt war die Stiftung in finanziellen Schwierigkeiten, musste sich über Jahre einem harten Sanierungskurs stellen und Investitionen in innovative Angebote wie eben Tagespflege oder betreutes Wohnen hintenanstellen. Nun läuft es wieder rund, die wirtschaftliche Lage ist deutlich verbessert.

»Unser Ziel sollte es sein, stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden und für alle sozialen Fragen und Themen der erste Ansprechpartner in den Standortkommunen zu sein«, sagte Oßwald. Die gesetzten Ziele in die Tat umzusetzen, stelle dabei eine sozialpolitische Gratwanderung dar und setze ein hohes Maß an Verantwortung voraus.

»Uns ist klar, dass das kein Selbstläufer ist«, sagte Vorsitzender Oßwald. Mit den fast 500 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern blicke das Oberhessische Diakoniezentrum jedoch einer vielversprechenden Zukunft entgegen.

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