16. Februar 2011, 17:50 Uhr

Was sagen die Leser zur Partygirl-Attacke?

Gießen (no). Der Wahlkampf im Landkreis nimmt an Fahrt auf und an Schärfe zu. Der vorläufige Höhepunkt war die Party-Girl-Attacke gegen landrätin Anita Schneider. Nun melden sich die Fraktionen zu Causa zu Wort, bei den Grünen ist etwa von der »Fantasie eines älteren Herrn« die Rede.
16. Februar 2011, 17:50 Uhr
Dürfen nur Männer den Fassbieranstich vollziehen? Von Landrätin Anita Schneider (SPD) sagt die CDU, ihre Medienpräsenz sei die eines »Partygirls«.

Diesbezüglicher Höhepunkt in dieser Woche war eine presseöffentliche Feststellung des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag und Ehrenbürgermeister Grünbergs, Siegbert Damaschke, der gemeint hatte, die Medienpräsenz von Landrätin Anita Schneider (SPD) lasse für ihn den Schluss zu, sie sei ein Partygirl oder ein Eventgirl.

Die Antwort der Genossen ließ nicht lang auf sich warten: Damaschkes früherer Kollege Gerhard Schmidt aus Wettenberg sprach - gestern war's zu lesen - von einer geschmacklosen Entgleisung, eindeutig angesiedelt unterhalb der sprichwörtlichen Gürtellinie.

Am Mittwoch äußerte sich Grünen-Kreispolitikerin Hiltrud Hofmann: »So, so, die Landrätin ist ein Partygirl oder auch ein Eventgirl...«, merkte sie augenzwinkernd an, um gleich ein paar Erklärungsversuche für die Kritik nachzulegen. »Geäußert hat dies Herr Damaschke, seines Zeichens Bürgermeister und Frauenbeauftragter a. D., also im Ruhestand. Folglich ein älterer Herr. War das so eine Fantasie eines älteren Herrn, der � - nein, das sagt frau nicht! Geäußert wurde dies von einem CDU-Mitglied. Hat man Angst, die Landrätin klaut einem die Butter vom Brot, weil sie tatsächlich was tut und das auch noch recht zügig? Im Unterschied zu . . .- nein, das sagt frau nicht! Geäußert wurde dies im Zusammenhang mit der Medienpräsenz der Landrätin. Ach ja, und wenn die Herren Bürgermeister neben jedem Laternenpfahl abgelichtet werden, ist das die natürlichste Sache der Welt! Oder präsentieren sich da . . . - nein, das sagt frau auch nicht!« Sie verstehe die Bissigkeit der Union an dieser Stelle schon, immerhin stehle Schneider einigen Männern die Schau. Man könne durchaus Kritik üben, aber »bitte etwas niveauvoller«, sonst mache man(n) sich »zum . . . - aber auch das sagt frau nicht!«, schließt Hofmanns Brief.

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Und was meinen die Leserinnen und Leser der Gießener Allgemeinen Zeitung? Eine Umfrage findet sich in der Seitenleiste des Ressorts »Kreis«.

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