24. August 2018, 18:00 Uhr

Recycling

Warum blinkende Sneaker zum Elektroschrott zählen

Das geänderte Elektrogerätegesetz soll ordentliches Recycling fördern, im Landkreis Gießen steigen die Zahlen an. Auch bestimmte Kleidung fällt unter neue Verordnung.
24. August 2018, 18:00 Uhr
Auch blinkende Sneakers fallen unter die neue Verordnung. (Foto: fotolia/VPales)

Wenn man über Elektroschrott spricht, denken die meisten an alte Waschmaschinen, Föhne oder Radios. Aber blinkende Turnschuhe oder elektrisch verstellbare Schreibtische? Das kommt wohl den Wenigsten in den Sinn.

Seit dem 15. August aber darf auch das nicht mehr einfach als Sperrmüll entsorgt werden. Seitdem nämlich ist eine Änderung im Elektrogerätegesetz in Kraft getreten, nach welcher künftig mehr Haushalts- und Gebrauchsgeräte als Elektrogeräte deklariert werden und dementsprechend recycelt werden müssen. Und das hat ganz konkrete Auswirkungen auf jeden Einzelnen.

 

Probleme bei Geräten, die nicht richtig entsorgt werden

 

So weist der Landkreis Gießen darauf hin, dass bei der Sperrmüllanmeldung fortan explizit angegeben werden muss, wenn in einem Gerät elektrische Funktionen fest integriert sind, also nicht durch einfaches Abschrauben zu entfernen sind. Das betrifft beispielsweise Möbel mit eingebauten elektrischen Funktionen wie Massagesessel oder Sofas mit eingebauten Lautsprechern.

Aber auch Kleidung mit eingebauten elektrischen Funktionen wie etwa Rettungswesten mit Notbeleuchtung oder Kleidung mit Steuerelektronik für MP3-Spieler gehört nach der Gesetzesänderung zur Kategorie "Elektrogeräte".

Die Verantwortlichen sehen zwar keine Probleme bei der Rücknahme von Elektrogeräten durch den Landkreis. Sehr wohl aber seien Geräte ein Problem, die nicht in die reguläre Verwertung gelangen, sondern auf anderem Wege entsorgt werden. Zum einen geht es um wertvolle Materialien zur Wiederverwendung, zum anderen aber auch um gefährliche Stoffe, die sicher entsorgt werden müssen.

Elektrogeräte können wie bisher bei kommunalen Sammelstellen und unter bestimmten Umständen auch im Handel abgegeben werden. Bei einer Verkaufsfläche ab 400 Quadratmetern muss ein Händler bei Neukauf eines entsprechenden Gerätes ein gleichartiges zurücknehmen. Aber auch ohne Neukauf muss er kleine Altgeräte zurücknehmen. Beide Fälle gelten für handelsübliche Mengen und auch für den Versandhandel.

 

2170 Tonnen Elektroschrott im vergangenen Jahr

Interessant sind die Zahlen, die der Landkreis auf Anfrage nennt. Die eingesammelte Menge an Elektrogeräten sei in den vergangenen Jahren im Kreis Gießen kontinuierlich gestiegen. 2010 waren es noch 1600 Tonnen Elektroschrott im Jahr – also 5,1 Kilogramm pro Einwohner, 2017 lag die Menge bereits bei 2170 Tonnen (8,2 Kilogramm pro Einwohner).

Ein Grund dafür ist sicherlich das gestiegene Bewusstsein bei vielen Menschen. Jede Entwicklung, die Annahme zu steigern, »ist daher positiv«, schreibt der Landkreis in einer Stellungnahme.

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