21. November 2017, 13:00 Uhr

Bevölkerungsentwicklung

Warum Wettenberg wächst und wächst und wächst

Gute Lage plus ordentliche Infrastruktur gleich Bevölkerungszuwachs? Diese Rechnung geht in Wettenberg auf. Die Gemeinde wächst stetig. Die Zahlen zeigen, warum das so ist.
21. November 2017, 13:00 Uhr
Rund 13 000 Einwohner hat Wettenberg: So sah die Altersverteilung vor zwei Jahren aus – und so wird sie laut einer Studie von GEWOS erwartet.

Die Gemeinde Wettenberg wächst: 13074 Menschen wohnen in Krofdorf-Gleiberg, Launsbach und Wißmar – ein neuer Höchststand in den vier Dörfern. Der Zuwachs ist nicht mehr so rasant wie in früheren Jahren, aber doch klar erkennbar – zuletzt im ersten Halbjahr dieses Jahres um 1,2 Prozent.

Zurückzuführen ist dies jedoch nicht auf die Zeugungsfreudigkeit der Menschen, sondern auf Zuzug. Die Zahl der Sterbefälle übertrifft die der Geburten deutlich. Gleichwohl ist die Gemeinde mit ihrer Lage im Weichbild von Gießen sowie ihrer ausgezeichneten Infrastruktur als Wohnstandort überaus attraktiv, sodass die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot übersteigt.

Relevant für Bau von Kindergärten, Schulstandorte und Wohnungsbau

Bürgermeister Thomas Brunner hat den Gemeindevertretern am Donnerstag die aktuellen Einwohnerzahlen vorgelegt, denn für Kommunalpolitiker sind solche Werte wichtiger Orientierungsrahmen bei Planungen und Weichenstellungen – etwa beim Bau von Kindergärten, dem Sichern der Schulstandorte, Wohnungsbau und Baugebietsausweisung, Ausbau von Kanälen und Wasserleitungen – und nicht zuletzt der Bemessung der Friedhöfe.

Größtes Dorf der Gemeinde ist Krofdorf-Gleiberg mit 5517 Einwohnern, gefolgt von Wißmar mit 5088 und Launsbach mit 2471 Bürgern. Wobei Launsbach mit einem Plus von 56 und Wißmar (+81) im ersten Halbjahr 2017 die deutlicheren Zuwächse hatten – dank der Schließung von Baulücken.

Für die stabilen bis leicht wachsenden Einwohnerzahlen macht der Bürgermeister vor allem die Wanderungsgewinne verantwortlich, die die natürlichen Verluste »kompensieren respektive überkompensieren«. Brunner sieht Wettenberg weiterhin als »beliebten Zuzugsort für Familien dank hoher Wohnqualität und dem familien- und kinderfreundlichen Umfeld«.

Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen zieht eher weg

Den Wanderungsgewinnen durch junge Familien im Alter zwischen 30 und 49 Jahren stehen Wanderungsverluste in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen gegenüber, die für Ausbildung Studium oder Beruf fortziehen. Da will die Gemeinde weiter gegensteuern – etwa durch das Schaffen von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen vor Ort.

Wobei da bereits sehr viel geschehen ist mit einem überproportional hohen Arbeitsplatz-Zuwachs, der ein halb mal höher ist als der Landes- und der Kreis-Durchschnitt. Mittlerweile zählt man rund 5800 Arbeitsplätze vor Ort. Gleichwohl arbeiten 3600 Wettenberger in einer anderen Kommune. Etwa 3000 Menschen von außerhalb pendeln zum Arbeiten in eines der Wettenbergdörfer.

Interessant in dem Kontext auch, wer in Wettenberg wohnt: Führungskräfte und Akademiker machen knapp 30 Prozent der Einwohner aus; zudem sind Haushalte mit einem hohen Einkommen statistisch gesehen überdurchschnittlich vertreten. Was sich wiederum positiv und stabilisierend auf die soziale Struktur auswirkt und der Gemeinde hohe Steuereinnahmen beschert.

Mehr Sterbefälle als Geburten

Wie sieht es nun aber bei den Geburten und Sterbefällen aus? In diesem Jahr könnten seit längerem erstmals wieder über 100 Geburten im Jahr in der Gemeinde möglich sein – bis zum 30.06. waren es bereits 55. In den vergangenen drei Jahren lag die Zahl zwischen 80 und 98 Geburten. Die Sterbefälle schwanken derweil zwischen 116 und 148 per anno – in diesem Jahr waren es in der ersten Hälfte bereits 65. Trotz der Wanderungsgewinne mit dem Zuzug junger Leute, die dieses Delta kompensieren, ist aber vorerst nicht mit einer positiven Geburtenbilanz zu rechnen.

Für die kommenden zwölf Jahre geht eine Prognose gar von einer leicht sinkenden Bevölkerungszahl aus, einhergehend mit einer demografischen Verschiebung: Auch das Altern der Gesellschaft bildet sich in den Wettenberg-Dörfern ab. Auch im Rathaus rechnet man mit künftig nachlassenden Wanderungsgewinnen und zunehmenden Geburtendefiziten. Bürgermeister Brunner: »Wir stehen vor der Aufgabe, dieser Herausforderung weiterhin planvoll zu begegnen.«

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