07. Mai 2019, 22:21 Uhr

Wappenfenster kehrt zurück

07. Mai 2019, 22:21 Uhr
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Von Siglinde Wagner
Elke Noppes übergibt das Fenster für die Gemeinde an Bürgermeister Dirk Haas. (Foto: siw)

Der Heimatkundliche Arbeitskreis Buseck feierte nun sein 25-jähriges Bestehen. Der Verein nutzte den festlichen Rahmen zur Übergabe eines Wappenfensters an die Gemeinde Buseck.

Es war eine glückliche Fügung, dass die Vereinsspitze noch vor einer Haushaltsauflösung im Jahr 2016 von dem Verbleib des Wappenfensters des Ludwig von Nordeck zur Rabenau erfuhr und es käuflich erwerben konnte. Zuvor hatte man geklärt, woher das Fenster stammte und wohin es wieder zurückkehren sollte: in die heutige Traukapelle der Gemeinde Buseck. Über viele Jahrzehnte befanden sich drei Wappen in den Fenstern der Schlosskapelle. Zum Zeitpunkt des Kaufs des Busecker Schlosses durch die Gemeinde im Jahr 1976 waren alle Wappenfenster verschwunden. Lediglich alte Fotos gaben Hinweis auf die ehemals vorhandene Ausschmückung der Fenster. Das Schloss und das gesamte Areal waren in einem verwahrlosten Zustand. Alles von Wert war vor dem Verkauf entfernt worden - selbst Bauteile wie die Wappenfenster. Für die Nutzung des Schlosses als Verwaltungsstelle der damals im Entstehen begriffenen Großgemeinde musste es von Grund auf saniert werden. Die Fenster der Kapelle wurden im Anklang an die früheren Fenster als einfache Bleiglasfenster ausgeführt. Die schmückenden Wappenfenster wurden nicht rekonstruiert.

Das vor drei Jahren wieder aufgetauchte und arg in Mitleidenschaft gezogene Fenster hat der Heimatkundliche Arbeitskreis inzwischen aufwendig restaurieren lassen. Es gab Fehlstellen zu ergänzen, Risse zu stabilisieren, und es war ein neues Umblei zur Stabilisierung anzubringen. Bei der Restaurierung des Glases mussten die passenden Farbtöne gefunden und bei der Ergänzung der Fehlstellen eine Entscheidung darüber getroffen werden, inwieweit man die Inhalte im Schadensbild ergänzend interpretieren möchte.

Zum Zeitpunkt der Restaurierung war unklar, ob die fehlende Endung in der Jahreszahl des Fensters ursprünglich eine 8 oder 9 gewesen war. Erst spätere Recherchen in Archivalien legten durch die vermerkten Veränderungen in der Kapelle das Jahr 1908 nahe. »Für die Restaurierung haben wir uns entschieden, lediglich den Bildhintergrund mit Quadraten und Kreuzen zu rekonstruieren, die Zahl jedoch nicht zu ergänzen«, berichtete Vorsitzende Elke Noppes. Im restaurierten Fenster ist die ursprüngliche Fehlstelle bei genauer Betrachtung noch erkennbar.

Bürgermeister Dirk Haas bedankte sich für das wertvolle Geschenk des Vereins. Das Fenster soll in der Traukapelle einen würdigen Platz erhalten und durch eine Hintergrundbeleuchtung besser zur Geltung gebracht werden. Weitere Informationen zu den einst vorhandenen Wappenfenstern hat Noppes in einem Faltblatt zusammengestellt.



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